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29. Oktober (DBK V) Anwalt der Rechtgläubigkeit?

In der Pressekonferenz vom 24. September 2010 im Anschluss an die Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz äußerte sich Erzbischof Robert Zollitsch zu deren Entscheidung, gegen die Anweisung Roms zur Korrektur der deutschsprachigen Wandlungsworte zu votieren. Dabei sagte er zweimal, dass es theologisch klar sei, dass Jesus “für alle” gestorben sei. Zugunsten des “für viele” führte er lediglich die “größere Nähe zum Latein” an. Erzbischof Zollitsch außerdem wörtlich: “Wir meinen, und hier werden wir das Gespräch mit Rom suchen, dass es schwierig ist, wenn wir jetzt das ändern im deutschen Text und erklären sollen: Wir sagen zwar für viele oder für die vielen, aber theologisch ist klar, Jesus ist für alle gestorben.”

Dadurch musste bei den anwesenden Journalisten der Eindruck entstehen, dass von der Theologie her die Übersetzung mit “für alle” geradezu gefordert sei. Warum gab der Erzbischof fairerweise nicht auch die Argumente an, die der Heilige Stuhl selber für die gewünschte Korrektur anführte? Unter den sechs angeführten Gründe befindet sich unter Punkt e. eine theologische Erklärung des “für viele”, die da lautet: “Der Ausdruck ‘für viele’ ist für die Einbeziehung jedes Menschen offen und bezeugt die Tatsache, daß diese Erlösung nicht auf eine mechanische Art und Weise – ohne die Einwilligung oder Teilnahme der Einzelnen – geschieht. Der Gläubige ist vielmehr eingeladen, das Geschenk, das ihm angeboten wird, gläubig anzunehmen und das übernatürliche Leben zu empfangen, das denen gegeben ist, die an diesem Geheimnis teilnehmen und die auch davon in ihrem Leben Zeugnis geben, so daß sie unter die ‘vielen’ – auf die sich der Text bezieht – gezählt werden.”

Wäre es nicht angebrachter gewesen, mit Rom auf diese heute oft verkannte Notwendigkeit der Mitwirkung mit der Gnade hinzuweisen, statt sich - welche Ironie! - als Anwalt der Rechtgläubigkeit gegenüber den römischen Forderungen zu präsentieren?

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Der Vatikan rüffelt den Aachener Bischof
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