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„Komm, folge mir nach!“ hörten die Apostel aus dem Mund des Herrn, und ohne eine Spur von Zögern – so scheint es in dem Bericht der Evangelisten – folgten sie dem zugleich einladenden wie herausfordernden Wort.

Doch wie ist es heute ? Der Hl. Ignatius von Antiochien sah die Probleme schon vor unserer Zeit ...

Ich ermahne euch zu einem Lebenswandel, der Gottes Gedanken entspricht.

Denn Jesus Christus, das unwandelbare Prinzip unseres Lebens, ist des Vaters Gedanke. Auch die Bischöfe, die überall bis an die Enden der Erde eingesetzt sind, gehören zum Denken Jesu Christi. Daher ist es richtig, wie ihr es ja auch tut, sich dem Denken eures Bischofs gemäß zu verhalten. Eure gesamte Priesterschaft, die wirklich Gottes würdig ist, ist mit dem Bischof verbunden wie es die Saiten mit einer Zither sind. Im Gleichklang eurer Gefühle und in der Harmonie eures Liebeswerkes singt ihr so für Jesus.

Es möge jeder von Euch ein Glied dieses Chores werden, damit ihr in der Harmonie eures Gleichklangs und auf dem Ton, den Gott vorgibt, wie mit einer Stimme das Lob des Vaters singt, durch Jesus Christus... "

Wahrheit - Glaube - Treue und Liebe zur Kirche ..


Predigtreihe: Falschlehrer in der Kirche

Die Zer­stö­rung des Glau­bens durch Theo­lo­gen

Im Namen des Vaters und des Soh­nes und des Hei­li­gen Geis­tes. Amen.

Geliebte im Herrn!

Die Kir­chen wer­den immer lee­rer. So stel­len alle eif­ri­gen, gläu­bi­gen Chris­ten immer wie­der besorgt fest. Die Kir­chen wer­den immer lee­rer. Und so ist es tat­säch­lich. Seit etwa 25 Jah­ren, ziem­lich uhr­zeit­lich gleich mit dem II. Vati­ka­ni­schen Kon­zil, hat der Aus­zug aus dem Got­tes­dienst begon­nen.

Wel­ches sind die Ursa­chen die­ses Aus­zu­ges? Die einen sagen: Ja, die Men­schen sind halt bequem. Die Men­schen sind bequem, das ist keine Frage, aber warum sind sie gerade bequem im Got­tes­dienst­be­such? Sie sind doch sonst nicht bequem. Wenn es um die Urlaubs­fahrt geht, da sit­zen sie zehn Stun­den am Steuer, und das ist keine Bequem­lich­keit. Oder wenn sie ein Haus bauen, da wird wochen-, mona­te­lang Abend für Abend geschafft mit unge­heue­rer Inten­si­tät. Warum ist man also bequem in bezug auf den Besuch des Got­tes­diens­tes? Die Ant­wort kann nur lau­ten: Man ist da bequem, woran einem nichts liegt. Und warum liegt einem nichts am Got­tes­dienst? Weil man kei­nen Glau­ben hat, weil der Glaube an den Wert des Got­tes­diens­tes, an die Nütz­lich­keit und an die Not­wen­dig­keit des Got­tes­diens­tes ver­lo­ren gegan­gen ist.

Andere sagen: Der Wohl­stand ist schuld. Ich bezweifle diese Aus­kunft. Sind denn die­je­ni­gen, die nicht im Wohl­stand leben, eif­rige Kirch­gän­ger? Und gibt es nicht auch Leute, die im Wohl­stand leben und jeden Tag die hei­lige Messe besu­chen? Ich kenne wun­der­bare Per­sön­lich­kei­ten, Per­sön­lich­kei­ten fürst­li­chen Geblü­tes, die täg­lich am Meß­op­fer teil­neh­men, die immer schon im Wohl­stand leb­ten, aber der Wohl­stand hat sie nicht gehin­dert, eif­rig den Got­tes­dienst zu besu­chen. Nein, der Wohl­stand allein ver­treibt die Leute nicht aus dem Got­tes­dienst, son­dern der Man­gel an Glau­ben, der die Wert­schät­zung des Meß­op­fers lehrt.

Wie­der andere ver­wei­sen auf das Fern­se­hen oder auf die Presse; und tat­säch­lich, da ist vie­les im argen. Die meis­ten Sen­dun­gen, die meis­ten Arti­kel, die sich mit der Reli­gion beschäf­ti­gen, sind kri­tisch gegen die Kir­che, über­kri­tisch, legen eine Sonde an die Men­schen in der Kir­che an, die sie sonst nicht anle­gen weder an die Par­teien noch an die Gewerk­schaf­ten. Keine Frage, daß die Freu­dig­keit des Glau­bens durch das Fern­se­hen und durch die Presse gewal­tig ver­min­dert wird. Das ist gar keine Frage.

Aber was tun die Men­schen der Kir­che gegen die Ver­un­glimp­fun­gen ihres Glau­bens? Was tun vor allem die vie­len Theo­lo­gen? Gewiß gibt es auch heute Theo­lo­gen, die sich vor die Kir­che stel­len, sie ver­tei­di­gen und die gegen sie gerich­te­ten Schläge abweh­ren. Aber nicht wenige von ihnen hel­fen mit, die Kir­che her­ab­zu­zie­hen. Es gibt ihrer Viele, die der Kir­che den Esel­stritt geben.

Meine lie­ben Freunde, ich will heute von einer Ange­le­gen­heit spre­chen, die nach mei­ner Mei­nung haupt­ur­säch­lich für den Aus­zug aus dem Got­tes­dienst und der Kir­che vor allem bei der jün­ge­ren Gene­ra­tion ist. Das ist die Zer­stö­rung des Glau­bens durch die eige­nen Theo­lo­gen. Ich erwähne an ers­ter Stelle deren Umgang mit dem geschrie­be­nen Wort Got­tes. Das II. Vati­ka­ni­sche Kon­zil hat bezüg­lich der Hei­li­gen Schrift gelehrt: Die Bibel lehrt sicher, gewiß, ohne Irr­tum die Wahr­heit, die Gott um unse­res Hei­les wil­len auf­ge­schrie­ben wis­sen wollte, hat also an der Inspi­ra­tion und an der Irr­tums­lo­sig­keit der Hei­li­gen Schrift nichts geän­dert. Von den Evan­ge­lien sagt das II. Vati­ka­ni­sche Kon­zil, daß die Väter des Kon­zils an der Geschicht­lich­keit der Evan­ge­lien fest­hal­ten. Die Evan­ge­lien über­lie­fern zuver­läs­sig das, was Jesus gewirkt und getan hat, als er unter den Men­schen lebte.

Die­sen Aus­sa­gen, die nichts ande­res sind als die immer­wäh­rende Lehre der Kir­che, steht aber ein Ver­hal­ten vie­ler Theo­lo­gen gegen­über, das dazu einen voll­ende­ten Gegen­satz bil­det. Wenn Sie heute moderne Bücher über die Hei­lige Schrift lesen, da fin­den Sie darin oft die Rede von Geschich­ten, von Erzäh­lun­gen. Geschich­ten sind keine Geschichte, Geschich­ten sind Legen­den, Mär­chen, Sagen und Mythen. Erzäh­lun­gen sind erfun­dene Wort­zu­sam­men­stel­lun­gen und Wort­kom­plexe. Nach die­sen Theo­lo­gen hat Jesus die Worte, die ihm in der Hei­li­gen Schrift zuge­schrie­ben wer­den, nie­mals gespro­chen, hat er die Taten, von denen die Evan­ge­lien kün­den, nie­mals getan, sind viele Ereig­nisse der Evan­ge­lien (und gerade die wich­tigs­ten) nie­mals gesche­hen, son­dern diese Worte sind ihm von sei­nen Ver­eh­rern zuge­schrie­ben wor­den, diese Taten hat man ihm – natür­lich, ohne daß sie pas­siert sind – ange­dich­tet. Die Hei­lige Schrift, so sagen diese Her­ren und Damen, wolle von der Bedeut­sam­keit Jesu reden, sie sei aktu­elle Anrede. Die Evan­ge­lis­ten und über­haupt die Män­ner des Neuen Tes­ta­men­tes hät­ten ihren Glau­ben an Jesus in Geschich­ten umge­setzt, ohne daß ein his­to­ri­sches Fun­da­ment die­sen Glau­ben stützt.

Das wird gelehrt von Dut­zen­den katho­li­scher Theo­lo­gen! Die Erst­be­trof­fe­nen sind natür­lich die Theo­lo­gie­stu­den­ten, also die künf­ti­gen Reli­gi­ons­leh­rer und Pries­ter. Sie wer­den hier sys­te­ma­tisch ihres Glau­bens beraubt. Von die­sen Reli­gi­ons­leh­rern und Pries­tern geht diese Ent­lee­rung des christ­li­chen Glau­bens wei­ter an die Pre­digtzu­hö­rer, an die Schü­ler in der Schule. Sie brau­chen sich nicht zu wun­dern, wenn Ihre Kin­der all­mäh­lich den Glau­ben ver­lie­ren, und das äußere Zeug­nis für den Glau­bens­ver­lust ist das Fern­blei­ben vom Got­tes­dienst. Wer den Auf­stel­lun­gen der genann­ten Theo­lo­gen folgt, wird sich fra­gen: Wozu soll ich hin­ge­hen an eine Stätte, wo mir Mär­chen erzählt wer­den, Pro­pa­gan­da­mär­chen, die von den Evan­ge­lis­ten erfun­den sind, um Jesus künst­lich hoch­zu­sti­li­sie­ren?

Meine lie­ben Freunde, über die Gefahr, die sich hier erhebt, kön­nen Sie sich kein adäqua­tes Bild machen, weil sie die ent­spre­chende Kennt­nis der Lite­ra­tur nicht besit­zen. Aber daran ist kein Zwei­fel: Was sich hier erhebt, ist eine töd­li­che Gefahr für unsere Kir­che! Wenn diese Posi­tio­nen das letzte Wort behal­ten, ist das Ende unse­rer Kir­che gekom­men. Natür­lich wird sie sich in klei­nen Res­ten, wie hof­fent­lich in uns, die wir hier ver­sam­melt sind, erhal­ten, aber das Gros wird unwei­ger­lich die­ser Kir­che ent­frem­det wer­den und sich viel­leicht zu pro­tes­tan­ti­schen Deno­mi­na­tio­nen bege­ben, wo man ja immer schon der­ar­tige The­sen ver­tre­ten hat, oder wird gar in die Glau­bens­lo­sig­keit abwan­dern.

Was ist, meine lie­ben Freunde, zu die­sen Wahn­sinns­the­sen zu sagen? Zunächst ein­mal: Hier wird eine pri­vate Aus­le­gung der Hei­li­gen Schrift gegen die amt­li­che gestellt. Hier wird nicht etwa die Bibel gegen die Lehre der Kir­che aus­ge­spielt, son­dern pri­vate gegen amt­li­che Aus­le­gung. Die­ser Vor­gang ist uns bekannt, z.B. aus dem 16. Jahr­hun­dert. Da trat auch ein Mann auf, der seine pri­vate Aus­le­gung gegen die amt­li­che stellte, und in Worms hat Kai­ser Karl V., die­ser gläu­bige Mann, gesagt: „Ein ein­fa­cher Mönch, gelei­tet von sei­nem pri­va­ten Urteil, hat sich erho­ben gegen die Lehre, die alle Chris­ten seit tau­send Jah­ren bewahr­ten und sagt dreist, sie hät­ten sich geirrt.“ So Karl V. über die­sen Mönch in Worms.

Diese Anma­ßung, mit dem pri­va­ten Urteil das Urteil der gott­ge­lei­te­ten, vom Hei­li­gen Geist beleb­ten Kir­che zu erset­zen, rich­tet sich selbst. Es sind im Laufe der Jahr­hun­derte immer wie­der sol­che Fal­sch­leh­rer auf­ge­stan­den. Das ist schon im Neuen Tes­ta­ment bezeugt. Der hei­lige Apos­tel Pau­lus sagt zu den Bischö­fen von Klein­asien: „Aus eue­rer eige­nen Mitte wer­den sich Män­ner erhe­ben, wel­che ver­dreh­tes Zeug reden, um die Jün­ger in ihre Gefolg­schaft zu zie­hen.“ Wahr­haf­tig, die­ses Wort ist heute in unge­ahn­ter Weise in Erfül­lung gegan­gen. Es erhe­ben sich Män­ner – und neu­er­dings auch Frauen –, die ver­dreh­tes Zeug reden, um die Jün­ger in ihre Gefolg­schaft zu zie­hen.

Diese Fal­sch­leh­rer sagen, es komme nur auf die Bedeut­sam­keit der Texte an, daß sie im Men­schen eine Ant­wort fin­den. Sie sind „aktu­elle Anrede“, daß die Men­schen eben sich bewe­gen las­sen, das Gute zu tun. Tja, meine lie­ben Freunde, wie soll denn in der Reli­gion etwas bedeut­sam sein, dem die gött­li­che Beglau­bi­gung fehlt? Wieso sol­len denn diese Worte bedeut­sam sein, wenn hin­ter ihnen nicht Tat­sa­chen ste­hen? Wozu soll ich denn reden von Men­schwer­dung, Jung­frau­en­geburt, Wun­dern, Erlö­sung­s­tod, Auf­er­ste­hung, Him­mel­fahrt, wenn das alles nicht pas­siert ist? Das ist doch offen­kun­di­ger Unsinn, etwas bedeut­sam zu nen­nen, was sich enthu­si­as­ti­sche Jün­ger aus den Fin­gern geso­gen haben. Die christ­li­chen Wahr­hei­ten sind doch nur des­we­gen bedeut­sam, weil das, was sie kün­den, in Wirk­lich­keit gesche­hen ist. Die Berichte des Neuen Tes­ta­ments über die Macht­ta­ten unse­res Herrn sind doch keine erfun­de­nen Geschich­ten für irgend­wel­che Bedeut­sam­kei­ten, Ideen, Gedan­ken, Ent­würfe.

Die Apos­tel und die Ver­fas­ser des Neuen Tes­ta­men­tes wuß­ten sehr genau zu unter­schei­den zwi­schen Tat­sa­chen und Mär­chen, zwi­schen Geschichte und Legende. An meh­re­ren Stel­len wird das deut­lich. Zum Bei­spiel schreibt der hei­lige Evan­ge­list Lukas am Anfang sei­nes Evan­ge­li­ums: „Ich habe allen Ereig­nis­sen sorg­fäl­tig nach­ge­forscht und sie für dich wohl­ge­ord­net auf­ge­schrie­ben, damit du dar­aus die Zuver­läs­sig­keit der Erzäh­lun­gen erkennst.“ Die Zuver­läs­sig­keit! Sie hängt also davon ab, daß das, was da berich­tet wird, gesche­hen ist; nicht, daß es gut erfun­den ist, son­dern daß es gesche­hen ist. Oder um eine andere Stelle zu zitie­ren im zwei­ten Petrus­brief: „Denn wir haben euch nicht als Anhän­ger aus­ge­klü­gel­ter Fabeln die Macht und die Ankunft unse­res Herrn Jesus Chris­tus kund­ge­macht, son­dern weil wir Augen­zeu­gen sei­ner Größe waren.“ Augen­zeu­gen! Nicht Dich­ter, nicht Phan­tas­ten, nicht Erfin­der von Mär­chen. Oder um noch eine letzte Stelle zu zitie­ren im ers­ten Johan­nes­brief: „Jeder Geist, der bekennt, daß Jesus Chris­tus im Fleisch gekom­men ist, ist aus Gott. Und jeder Geist, der Jesus nicht bekennt, ist nicht aus Gott.“ Hier geht es also um die geschicht­li­che Rea­li­tät des­sen, was da von den Evan­ge­lis­ten und über­haupt von den Jün­gern Jesu berich­tet und wei­ter­ge­tra­gen wird.

Einer von die­sen Fal­sch­leh­rern sagt: Es geht hier nur um Bekennt­nis­for­meln, aber nicht um Sach­in­for­ma­tion. Ja, meine lie­ben Freunde, wie soll ich etwas beken­nen, was gar kei­nen Inhalt hat? Wie soll ich mich zu Jesus beken­nen, mei­net­we­gen zu sei­ner Men­schwer­dung, wenn diese Men­schwer­dung nie­mals gesche­hen ist, wenn Maria gebo­ren hat wie jede andere Mut­ter auch und nicht den Logos, den mensch­ge­wor­de­nen Logos, die zweite Per­son in Gott zur Welt gebracht hat? Ich kann nur beken­nen, was eine geschicht­li­che Tat­sa­che hin­ter sich hat. Ich kann nur einen Glau­ben nach außen kund­tun – das heißt ja beken­nen –, wo eine Sach­in­for­ma­tion damit ver­bun­den ist. Bekennt­nis und Infor­ma­tion schlie­ßen sich nicht aus. Was ich bekenne, das muß auch stim­men.

Man rühmt bei die­sen Fal­sch­leh­rern die Theo­lo­gie der Evan­ge­lis­ten und der ande­ren Ver­fas­ser des Neuen Tes­ta­men­tes. Man meint, daß sie große Theo­lo­gen seien. Doch groß sind sie nicht als Roman­schrift­stel­ler, son­dern als Zeu­gen. Sie haben ihre Aus­sa­gen über Jesus nicht erfun­den, son­dern aus der Per­sön­lich­keit Jesu abge­le­sen. Das Gesche­hen um Jesus hatte seine meta­phy­si­sche Tiefe. Was da pas­siert ist, war nicht nur ein äuße­res Gesche­hen, son­dern war von einer himm­li­schen Macht und Kraft erfüllt. Und eben diese Macht und Kraft haben die Evan­ge­lis­ten erkannt und abge­le­sen aus die­sem Gesche­hen.

Meine lie­ben Freunde, hier geht es um Sein oder Nicht­sein des Chris­ten­tums. Hier geht es um Sein oder Nicht­sein unse­rer Kir­che. Sie müs­sen sich dar­über im kla­ren sein, daß die Rea­li­tät der Worte und Taten Jesu keine Neben­säch­lich­keit ist, son­dern daß hier ent­schie­den wird über die Zukunft unse­res Glau­bens und unse­rer Kir­che, auch über die Zukunft des Glau­bens Ihrer Kin­der und Kin­des­kin­der. Wenn hier nicht Reme­dur geschaf­fen wird, ist das Ende des Chris­ten­tums gekom­men.

Ein ehr­li­cher Mann wie der Her­aus­ge­ber des SPIE­GEL, Rudolf Augstein, hat den Satz geschrie­ben: „Die Theo­lo­gen wis­sen sehr genau, daß das Chris­ten­tum ein unhalt­ba­rer Irr­tum ist, aber sie geben es nicht zu.“ Augstein hat ganz recht. Von den Theo­lo­gen, die ich hier im Auge habe, gilt das tat­säch­lich. Ich kann ihm nur zustim­men, wenn er aus der Lek­türe der moder­nis­ti­schen Bücher die­sen Schluß zieht. Ein evan­ge­li­scher Theo­loge, Ulrich Wil­kens, hat diese Ver­wir­rung bemerkt. Der Ein­druck, den die Lek­türe moder­ner exege­ti­scher Lite­ra­tur auf die Theo­lo­gie­stu­den­ten macht, ist oft so, sagt er, daß sie ver­wirrt sind. „Ver­wirrt“ ist ein harm­lo­ses Wort; sie sind durch­ein­an­der. Ich stehe seit über 30 Jah­ren in der Theo­lo­gen­er­zie­hung, meine lie­ben Freunde. Ich kann Ihnen nur sagen: Wer mit gläu­bi­gem Sinne an die theo­lo­gi­schen Fakul­tä­ten kommt, der ver­läßt sie oft als bla­sier­ter Skep­ti­ker. Sel­ten, ganz sel­ten wird jeman­dem in sei­nem Stu­dium der Glaube wirk­lich auf­er­baut. Häu­fig ist das Gegen­teil der Fall. Das sind die Tat­sa­chen, und sie muß man zur Kennt­nis neh­men.

Was kön­nen Sie, meine lie­ben Freunde, tun? Sie kön­nen sich bemü­hen, durch eige­nes Stu­dium zuver­läs­si­ger Werke, die natür­lich meis­tens älte­ren Datums sind, ein genü­gen­des Wis­sen zu erwer­ben, um damit Ein­wän­den zu begeg­nen. Ich selbst habe ein Buch geschrie­ben „Der Glaube in der nach­kon­zi­li­a­ren Kir­che“, in dem ich auf diese und ähn­li­che Erschei­nun­gen ein­ge­gan­gen bin, aber das ist nur ein Trop­fen auf dem hei­ßen Stein. Es müßte in einem gro­ßen Umfang eine Schar von gläu­bi­gen Theo­lo­gen gesam­melt wer­den, die sich diese Irr­leh­ren vor­näh­men und ihre Wider­le­gung sieg­haft und über­zeu­gend vor­trü­gen. Solange das nicht geschieht, müs­sen Sie mit den unvoll­kom­me­nen Mit­teln, die Ihnen zur Ver­fü­gung ste­hen, sich bemü­hen, in sich selbst den Glau­ben zu erhal­ten und Ihren Ange­hö­ri­gen die Zwei­fel zu zer­streuen. „Ich weiß, wem ich geglaubt habe,“ sagt der Apos­tel Pau­lus. In der Tat: Das Trei­ben der Fal­sch­leh­rer hat keine Ver­hei­ßung. Es ist ein Wölk­chen am Hori­zont, und das wird vor­über­ge­hen. Eines Tages wird das Kar­ten­haus die­ser Irr­leh­ren zusam­men­bre­chen. Aber bis dahin gilt es sich zu wapp­nen gegen die Ver­su­chun­gen, die von ihnen aus­ge­hen. Hal­ten wir uns an das, was die Kir­che immer gelehrt hat. Ihr ist die Hei­lige Schrift anver­traut. Sie ist die Hüte­rin der Bibel, ja, aus ihr kommt die Bibel; es sind Män­ner der Kir­che, die sie geschrie­ben haben. Und ihr obliegt des­we­gen auch die Aus­le­gung der Bibel, die amt­li­che und erfor­der­li­chen­falls die unfehl­bare Aus­le­gung, und die­sem Wort der Kir­che wol­len wir trauen und uns nicht irre machen las­sen.

Amen.

Mit freundlicher Genehmigung „Professor Georg May "Die Zer­stö­rung des Glau­bens durch Theo­lo­gen" www.Glaubenswahrheit.org“

 


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