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„Komm, folge mir nach!“ hörten die Apostel aus dem Mund des Herrn, und ohne eine Spur von Zögern – so scheint es in dem Bericht der Evangelisten – folgten sie dem zugleich einladenden wie herausfordernden Wort.

Doch wie ist es heute ? Der Hl. Ignatius von Antiochien sah die Probleme schon vor unserer Zeit ...

Ich ermahne euch zu einem Lebenswandel, der Gottes Gedanken entspricht.

Denn Jesus Christus, das unwandelbare Prinzip unseres Lebens, ist des Vaters Gedanke. Auch die Bischöfe, die überall bis an die Enden der Erde eingesetzt sind, gehören zum Denken Jesu Christi. Daher ist es richtig, wie ihr es ja auch tut, sich dem Denken eures Bischofs gemäß zu verhalten. Eure gesamte Priesterschaft, die wirklich Gottes würdig ist, ist mit dem Bischof verbunden wie es die Saiten mit einer Zither sind. Im Gleichklang eurer Gefühle und in der Harmonie eures Liebeswerkes singt ihr so für Jesus.

Es möge jeder von Euch ein Glied dieses Chores werden, damit ihr in der Harmonie eures Gleichklangs und auf dem Ton, den Gott vorgibt, wie mit einer Stimme das Lob des Vaters singt, durch Jesus Christus... "

Wahrheit - Glaube - Treue und Liebe zur Kirche ..


Predigtreihe: Falschlehrer in der Kirche

Die Ent­klei­dung der Geschicht­lich­keit der Evan­ge­lien

Im Namen des Vaters und des Soh­nes und des Hei­li­gen Geis­tes. Amen.

Geliebte im Herrn!

Vor eini­ger Zeit unter­hielt ich mich mit einem Nach­barn über die Evan­ge­lien. „Ja,“ sagte er, „man­ches stimmt, aber man­ches stimmt auch nicht.“ Sie sehen an die­ser wah­ren Geschichte, daß die Mei­nung der Fal­sch­leh­rer schon im Volke ange­kom­men ist, daß sie nicht auf die Kreise der Theo­lo­gen beschränkt bleibt, son­dern daß sie absinkt und dem Volke den Glau­ben raubt. Es hat daher einen tie­fen Sinn, wenn wir uns am ver­gan­ge­nen Sonn­tag und auch an die­sem mit der Geschicht­lich­keit der Evan­ge­lien beschäf­ti­gen. Die Fal­sch­leh­rer erzeu­gen näm­lich zwei Chris­tusse, einen, der wirk­lich gelebt hat, aber über den wenig Siche­res bekannt ist, und einen ande­ren, der das Pro­dukt einer erreg­ten Phan­ta­sie ist, dem Man Worte in den Mund legt, die er in Wirk­lich­keit nie­mals gespro­chen hat, und dem man Taten zuschreibt, die er in Wirk­lich­keit nie­mals getan hat.

Ein Mit­tel, um die Evan­ge­lien ihrer Geschicht­lich­keit zu ent­klei­den, besteht darin, daß man sagt, Taten und Worte Jesu seien aus dem Alten Tes­ta­ment „her­aus­ge­spon­nen“ wor­den; die Jün­ger hät­ten Jesus für den Mes­sias gehal­ten; mit die­ser Vor­gabe hät­ten sie das Alte Tes­ta­ment gele­sen, da seien sie auf Züge gesto­ßen, die dem Mes­sias zuge­schrie­ben wer­den, auf Taten, die er ein­mal tun sollte, also auf Weis­sa­gun­gen über den Mes­sias. Und da Weis­sa­gun­gen nur eine Beweis­kraft haben, wenn sie in Erfül­lung gehen, so hät­ten sie die Weis­sa­gun­gen des Alten Tes­ta­men­tes her­ge­nom­men und dar­aus Geschich­ten fabri­ziert, die sie dann Jesus zuge­schrie­ben haben. Über das, was ich Ihnen hier sage, gibt es ganze Bücher, von sol­chen Fal­sch­leh­rern geschrie­ben. Die künst­li­che Erzeu­gung von Geschichte aus alt­tes­ta­ment­li­chen Weis­sa­gun­gen liege vor allem dann vor, wenn es im Neuen Tes­ta­ment heißt: „Das ist gesche­hen, damit die Schrift erfüllt werde.“

Diese Ereig­nisse sind nach den Fal­sch­leh­rern nicht wahr­haft gesche­hen, son­dern sie sind erdich­tet, und zwar in der Absicht, die Vor­stel­lung zu erwe­cken: Die Weis­sa­gun­gen haben sich erfüllt. Zum Bei­spiel die Flucht der hei­li­gen Fami­lie nach Ägyp­ten. Da heißt es im Matt­häu­sevan­ge­lium: „Das ist gesche­hen, damit die Schrift erfüllt würde, das Wort des Pro­phe­ten: 'Aus Ägyp­ten habe ich mei­nen Sohn geru­fen.'„ Ein Wort aus dem Pro­phe­ten Oseas. Sol­che erdich­te­ten Geschich­ten seien aber auch dann anzu­neh­men, wenn im Neuen Tes­ta­ment Geschich­ten erzählt wer­den, die mit Wor­ten und mit dem Sprach­schatz des Alten Tes­ta­men­tes wie­der­ge­ge­ben wer­den. Immer dann, wenn das Neue Tes­ta­ment mit Aus­drü­cken und Wen­dun­gen des Alten Tes­ta­men­tes etwas erzählt, dann seien das erfun­dene Geschich­ten. Zum Bei­spiel die Geburt Johan­nes' des Täu­fers. Hier wird berich­tet, daß Eli­sa­beth schon betagt und unfrucht­bar war; sie hat gebe­tet, dar­auf­hin hat sie einen Sohn emp­fan­gen, und dafür hat sie Gott gedankt. Diese Geschichte – so sagen die Fal­sch­leh­rer – ist nach­ge­bil­det den Geburts­ge­schich­ten von Samuel und Sam­son im Alten Tes­ta­ment. Da haben näm­lich auch Frauen, die kein Kind beka­men, gebe­tet, und dann wurde ihr Gebet erhört, sie beka­men einen Sohn, Samuel und Sam­son, und sie haben Gott gedankt.

Meine lie­ben Freunde, da fragt sich jeder, der nicht von die­sen Vor­ur­tei­len befan­gen ist, wel­che die Fal­sch­leh­rer haben: Gibt es nicht in der Geschichte fort­wäh­rend Par­al­le­len? Gibt es nicht immer wie­der Fälle, die sich ähn­lich sind? Gibt es nicht zahl­lose Frauen, die kein Kind beka­men, aber ein Kind woll­ten und darum gebe­tet haben, und die dann nach lan­ger Zeit erhört wur­den?

Ich lernte in Mainz ein­mal ein Ehe­paar ken­nen, das bekam eine Toch­ter nach 17 Jah­ren Ehe. Nach 17 Jah­ren Ehe­le­ben wurde ihnen die heiß­er­sehnte Toch­ter geschenkt. Und wenn nun die Gescheh­nisse ähn­lich sind, warum soll man sie dann nicht mit ähn­li­chen Aus­drü­cken wie­der­ge­ben?

Ein ande­res Bei­spiel: Der Pro­phet Elias hat als sei­nen Nach­fol­ger den Pro­phe­ten Eli­säus beru­fen. Eli­säus war ein Bauer. Elias kam zu ihm und sagte: „Folge mir! Ich berufe dich zum Pro­phe­ten nach Got­tes Wil­len.“ Eli­säus war gerade beim Pflü­gen. Er ver­ließ den Pflug und die Tiere und sei­nen Hof und folgte dem Elias nach. Aha, sagen die Fal­sch­leh­rer, das wie­der­holt sich im Neuen Tes­ta­ment. Jesus kommt am See Genesa­reth vor­bei, er sieht dort die bei­den Jün­ger­paare Petrus und Andreas, Jako­bus und Johan­nes; er for­dert sie auf, ihm zu fol­gen. Tat­säch­lich, sie ver­las­sen die Schiffe, den Fisch­fang, die Netze und fol­gen ihm nach. Diese neu­tes­ta­ment­li­chen Geschich­ten sind nach­ge­bil­det, so sagen die Fal­sch­leh­rer, die­ser alt­tes­ta­ment­li­chen Beru­fungs­ge­schichte. Ist es wirk­lich so?

Meine lie­ben Freunde, wenn jemand beru­fen wird, dann voll­zieht sich doch immer das­selbe. Es kommt der­je­nige, der ihn beruft, sei es Gott, sei es ein Mensch, er for­dert den Beru­fe­nen auf, sei­nen bis­he­ri­gen Beruf auf­zu­ge­ben und sei­ner neuen Beru­fung zu fol­gen. Nicht alle fol­gen dem Ruf. Das Neue Tes­ta­ment weiß von vie­len Beru­fun­gen zu berich­ten, wo die Beru­fe­nen nicht fol­gen. Ein­mal sagt Jesus zu einem Manne: „Folge mir nach!“ Er ant­wor­tete: „Ach, laß mich zuvor noch mei­nen Vater beer­di­gen!“ „Laß die Toten ihre Toten begra­ben!“ sagt der Hei­land. Also nicht alle Beru­fe­nen fol­gen der Beru­fung. Aber wenn sie fol­gen, dann ver­las­sen sie eben ihren Beruf, ihr Haus, ihren Besitz und fol­gen ihm nach. Das geschieht heute noch. Ein sol­cher Beru­fe­ner ist z.B. der Erz­bi­schof Dyba. Er war ja zunächst Jurist. Er hat sei­nen Beruf ver­las­sen und ist dem Herrn nach­ge­folgt. Ja, das ist eben immer das­selbe. Da kann man doch nicht sagen, weil das ein­mal in der Weise pas­siert ist wie im Alten Tes­ta­ment, ist es aus dem Alten Tes­ta­ment her­aus­ge­spon­nen, ist es erfun­den, son­dern das sind Par­al­le­len, Vor­gänge, die mit­ein­an­der gar nichts zu tun haben, als daß Beru­fungs­vor­gänge regel­mä­ßig in der­sel­ben Weise ver­lau­fen.

Ein beson­de­rer Angriffs­punkt für die Fal­sch­leh­rer sind natür­lich die Wun­der Jesu. Die Wun­der, sagt man, sind eben­falls aus dem Alten Tes­ta­mente her­aus­ge­spon­nen. Jesus hat man sich vor­ge­stellt als den Mes­sias, und des­we­gen mußte er Wun­der tun, ja mußte er noch grö­ßere Wun­der tun als die Pro­phe­ten. So hat man ihm Wun­der zuge­schrie­ben, die er in Wirk­lich­keit nie getan hat.

Nun, meine lie­ben Freunde, haben die Pro­phe­ten zwei­fel­los nach dem Zeug­nis des Alten Tes­ta­men­tes große Wun­der gewirkt. Aber das Merk­wür­dige ist, daß nicht alle Wun­der der Pro­phe­ten Ent­spre­chun­gen im Leben Jesu haben, daß Jesus kei­nes­wegs immer die Wun­der der Pro­phe­ten über­bie­tet. Den­ken Sie an den Elias! Was hat er getan auf dem Berge Kar­mel? Er lud die vier­hun­dert Baal­spries­ter ein, eine Wette mit ihm zu machen. Jeder schlach­tet einen Stier, legt ihn auf einen Altar, zün­det aber kein Feuer an, son­dern war­tet, ob Gott Feuer sen­det, um den Stier zu ver­zeh­ren. Die Baal­spries­ter waren ein­ver­stan­den. Sie mach­ten den Anfang. Sie rie­fen zu Gott, sie tanz­ten um den Altar. Der Pro­phet Elias ver­spot­tete sie: Ihr müßt lau­ter rufen, viel­leicht schläft euer Gott! Aber es half alles nichts, es fiel kein Feuer vom Him­mel. Dann betete Elias, und es fiel wirk­lich Feuer vom Him­mel und ver­zehrte das Opfer, das er berei­tet hatte. Ein unge­heue­res Wun­der! Aber wo ist denn im Leben Jesu von einem sol­chen Wun­der die Rede? Wo über­bie­tet er den Pro­phe­ten Elias? Da gibt es über­haupt keine Par­al­lele im Neuen Tes­ta­ment. Und so ist es mit ande­ren Din­gen. Zum Bei­spiel wurde im Alten Tes­ta­ment dem Mes­sias zuge­schrie­ben, daß er die Kriegs­werk­zeuge ver­nich­tet. Wo ist diese Weis­sa­gung ein­ge­trof­fen im Leben Jesu? Nichts davon, daß er die Kriegs­werk­zeuge ver­nich­tet hat.

Das sind doch Indi­zien dafür, daß in dem Evan­ge­lium nicht Geschichte pro­du­ziert wird, erfun­den wird von den Evan­ge­lis­ten, son­dern daß sie schil­dern, was sie gese­hen und gehört haben, und daß sie nach dem Ende des irdi­schen Lebens Jesu, nach sei­ner Auf­er­ste­hung in den Schrif­ten des Alten Tes­ta­men­tes geforscht haben, dabei auf Texte gesto­ßen sind, die ihnen sag­ten: Ja, das ist im Leben Jesu ein­ge­trof­fen. Und so haben sie aus den Tat­sa­chen auf Weis­sa­gun­gen geschlos­sen.

Die Sache steht also genau auf dem Kopf. Nicht aus Weis­sa­gun­gen wur­den Geschich­ten pro­du­ziert, son­dern weil die Geschichte so ver­lau­fen ist, wie die Evan­ge­lis­ten sie schil­der­ten, konn­ten sie an Weis­sa­gun­gen sich erin­nern, die im Alten Tes­ta­mente gemacht wur­den.

Man sagt wei­ter, Jesus werde als der zweite Moses dar­ge­stellt, und des­we­gen müsse er den Moses über­bie­ten. Auch das stimmt wie­der nicht. Das größte Wun­der, das Moses gewirkt hat, war zwei­fel­los der Durch­zug durch das Rote Meer. Wo hat denn Jesus den Moses über­bo­ten? Es gibt kein Wun­der, das mit dem Durch­zug durch das Rote Meer ver­gli­chen wer­den könnte im Neuen Tes­ta­ment. Weil Jesus als der große Gesetz­ge­ber auf­trat, weil er sagte: „Den Alten ist gesagt wor­den..., ich aber sage euch...“, des­we­gen haben die Jün­ger aus sei­nen Wor­ten und Taten die Fol­ge­rung gezo­gen: Das ist ein zwei­ter Moses. Also sie hat­ten nicht die vor­ge­faßte Mei­nung: Wir haben hier einen zwei­ten Moses, und des­we­gen muß er bestimmte Taten ver­rich­ten; wenn er sie nicht getan hat, müs­sen wir sie eben erfin­den, son­dern weil er bestimmte Worte sprach und bestimmte Taten setzte, die ihn in eine Linie zu Moses setz­ten, des­we­gen hat man den Gedan­ken gefaßt: Das ist ein zwei­ter Moses.

Wei­tere Bei­spiele, meine lie­ben Freunde: Jesus ist in Jeru­sa­lem ein­ge­zo­gen auf einem Esel. Die Jün­ger haben ihre Klei­der aus­ge­brei­tet. Das ist das Evan­ge­lium vom Palm­sonn­tag. Das ist natür­lich erfun­den, sagen die Fal­sch­leh­rer. Woher erfun­den? Erfun­den aus dem Alten Tes­ta­ment. Denn bei dem Pro­phe­ten Zacha­rias heißt es: „Fürchte dich nicht, Toch­ter Sion, dein König kommt zu dir. Er sitzt auf dem Fül­len einer Ese­lin.“ Aha! Weil dort von einer Ese­lin die Rede ist, ist die ganze Palm­sonn­tags­szene gestellt, Kom­po­si­tion. Ist das wirk­lich so? Zunächst ein­mal ist dar­auf hin­zu­wei­sen, daß das Pferd im gan­zen Alter­tum das Tier des Krie­gers ist. Zu Pferde rei­tet man in den Krieg. Ent­we­der als Rei­ter oder auch als Wagen­kämp­fer. Dage­gen der Esel ist sanft­mü­tig, der Esel ist fried­lich, er ist das Haus­tier, das häus­li­che Last-, Arbeits- und Reit­tier. Wer auf einem Pferde kommt, hat krie­ge­ri­sche Absich­ten. Wer auf einem Esel sitzt, ist fried­lich gesinnt. Das wußte doch Jesus genauso wie jeder andere, und des­we­gen hat er sich bei dem Ein­zug in Jeru­sa­lem auf einen Esel gesetzt, weil der Esel ein fried­li­ches, sanft­mü­ti­ges Tier ist und weil er nicht kam, sein Volk mit Krieg zu über­zie­hen, son­dern es von sei­nen Sün­den zu befreien durch seine eigene Sanft­mut und Milde.

Außer­dem berich­ten die Evan­ge­lis­ten, daß zur Zeit, als das geschah, die Jün­ger über­haupt nicht ver­stan­den, was hier vor sich geht. „Das ver­stan­den seine Jün­ger zuerst nicht,“ heißt es im Johan­nes­evan­ge­lium, näm­lich daß hier die Erfül­lung einer Weis­sa­gung des Alten Tes­ta­men­tes sich voll­zieht. Das ver­stan­den seine Jün­ger zuerst nicht. „Als aber Jesus ver­herr­licht war, da erin­ner­ten sie sich, daß das über ihn geschrie­ben stand, und daß sie ihm das getan hat­ten.“ Also die Wirk­lich­keit ist genau umge­kehrt: Erst die Tat­sa­che, dann das Auf­su­chen der Weis­sa­gung.

So ist es auch bei der nach­fol­gen­den Tem­pel­rei­ni­gung. Jesus schwingt die Gei­ßel und treibt die Wechs­ler und Ver­käu­fer aus dem Tem­pel. Wir alle ken­nen diese Geschichte. Tja, sagt da der Fal­sch­leh­rer, das ist aus dem Psalm 69 her­aus­ge­spon­nen. Aus wel­chem Vers? Was steht in dem Psalm 69? „Der Eifer für dein Haus ver­zehrt mich.“ Das ist glaub­wür­dig. Wie soll jemand auf den Gedan­ken kom­men, aus die­sem Satz „Der Eifer für dein Haus ver­zehrt mich“ einen gei­ßel­schwin­gen­den Mes­sias zu erzeu­gen? Das ist doch offen­sicht­li­cher Unsinn. Wer kann denn zu sol­chen Ansich­ten sich ver­lei­ten las­sen? Dazu gehört schon viel Blind­heit, ja, ich meine Ver­blen­dung. Nein, weil Jesus so auf­ge­tre­ten ist wie einer, den der Eifer für sein Haus ver­zehrt, des­we­gen kamen die Jün­ger auf den Gedan­ken: Das steht eigent­lich so im Psalm 69 geschrie­ben. Weil er die Gei­ßel geschwun­gen hat, weil er das Haus Got­tes rei­ni­gen wollte und weil er das mit bren­nen­der Lei­den­schaft getan hat, des­we­gen erin­ner­ten sie sich an das Wort, das da geschrie­ben steht: „Der Eifer für dein Haus ver­zehrt mich.“

Die Fal­sch­leh­rer machen auch vor dem Tode Jesu nicht halt. Nach dem Evan­ge­lis­ten Johan­nes starb Jesus am Nach­mit­tag des 14. Nisan, also unge­fähr, nach unse­rer heu­ti­gen Zeit­rech­nung, des 14. April. Der 14. Nisan war ein beson­de­rer Tag; an ihm wur­den die Oster­läm­mer geschlach­tet. Aha, sagen die Fal­sch­leh­rer, die Evan­ge­lis­ten hat­ten die Idee, Jesus sei das neue Oster­lamm. Des­we­gen haben sie sei­nen Tod auf die­sen Nach­mit­tag ver­legt. Sie haben die­ses Datum für ihn erfun­den. Wie arm­se­lig, meine lie­ben Freunde! Woher hat­ten denn die Jün­ger, woher hat­ten denn die Evan­ge­lis­ten die Vor­stel­lung, Jesus sei das Oster­lamm? Das erklärt sich doch viel natür­li­cher dar­aus, daß er eben am 14. Nisan geschlach­tet wurde und daß man dann auf den Gedan­ken kam: Das ist ja die Erfül­lung der alt­tes­ta­ment­li­chen Weis­sa­gung: „Ihr sollt an ihm kein Bein zer­bre­chen!“ Diese Äuße­rung „Ihr sollt an ihm kein Bein zer­bre­chen“ geht auf das Pascha­l­amm in Ägyp­ten, das die Israe­li­ten vor ihrem Aus­zug aßen. Da soll­ten eben die Beine, die Kno­chen des Oster­lam­mes nicht zer­bro­chen wer­den. Und das konnte auf Jesus ange­wandt wer­den, weil er eben an die­sem Tage gelit­ten hat, gestor­ben ist und weil ihm die Kno­chen nicht wie den bei­den Mit­ge­kreu­zig­ten zer­bro­chen wur­den, son­dern weil nur die Lanze einen Stoß in seine Seite führte. Also weil es so gesche­hen ist, des­we­gen kamen die Jün­ger auf den Gedan­ken, im Alten Tes­ta­ment nach­zu­le­sen, was dort über den Tod des Mes­sias geschrie­ben steht, und da fan­den sie eine Stelle, die ihnen geeig­net schien, die­sen Gedan­ken aus­zu­drü­cken. Das alt­tes­ta­ment­li­che Oster­lamm war ein Sym­bol, das neu­tes­ta­ment­li­che ist eine Wirk­lich­keit, eine Wirk­lich­keit, die Erlö­sung für die Men­schen bewirkt und nicht bloß die Erlö­sung ankün­digt.

Schließ­lich ist es auch so mit der Auf­er­ste­hung. Ja, sagen die Fal­sch­leh­rer, da sind die Jün­ger her­ge­gan­gen, haben im Alten Tes­ta­ment Stel­len gele­sen, die von der Auf­er­ste­hung spre­chen, vor allem im Psalm 15. Im Psalm 15 heißt es näm­lich: „Mein Herz ist voll Freude und meine Zunge jubelt, ja auch mein Fleisch wird auf Hoff­nung gesetzt wer­den, denn du wirst meine Seele nicht in der Unter­welt las­sen, noch wirst du dei­nem Hei­li­gen die Ver­we­sung zu schauen geben.“ Aus die­sem Text, so sagen die Fal­sch­leh­rer, haben die Evan­ge­lis­ten die Auf­er­ste­hung Jesu her­aus­ge­spon­nen. Das Evan­ge­lium schil­dert die Auf­er­ste­hung ganz anders. Im Johan­nes­evan­ge­lium haben wir einen genauen Bericht, wie sich Petrus und Johan­nes zum Grabe Jesu bega­ben. Sie eil­ten dahin, als sie von den Frauen die Nach­richt erhiel­ten, der Leich­nam Jesu sei aus dem Grabe ent­fernt wor­den. Zuerst kam Johan­nes, er war ja der Jün­gere, dann kam Petrus. Er ging in das Grab hin­ein und sah die Bin­den und das Schweiß­tuch da lie­gen, das auf sei­nem Haupte war. Da ging auch der andere Jün­ger, der zuerst zum Grabe gekom­men war, hin­ein, „er sah und glaubte.“ Er sah und glaubte! Er hat sich also nicht an alt­tes­ta­ment­li­che Weis­sa­gun­gen erin­nert, son­dern was er hier vor­fand, das leere Grab, das hat ihn dazu geführt, zu glau­ben. Und um uns klar­zu­ma­chen, daß der Vor­gang tat­säch­lich so war, schreibt Johan­nes: „Denn noch hat­ten sie die Schrift nicht begrif­fen, daß er von den Toten auf­er­ste­hen müsse.“ Noch hat­ten sie die Schrift nicht begrif­fen. Erst nach­her haben sie dann in der Schrift Hin­weise gefun­den, daß der Mes­sias nicht vom Tode fest­ge­hal­ten wer­den kann. Dann waren sie natür­lich selig, als sie das vom Alten Tes­ta­ment bestä­tigt fan­den, was sie im Leben Jesu, im Ster­ben Jesu, im Auf­er­ste­hen Jesu mit ihm erlebt hat­ten.

Meine lie­ben Freunde, das sind Bei­spiele für das Vor­ge­hen der Fal­sch­leh­rer, die sich in unse­ren Büchern, auch in den Schul­bü­chern, fin­den und die den Glau­ben unse­rer Chris­ten zer­set­zen. Die Fal­sch­leh­rer haben fal­sche Vor­aus­set­zun­gen, von denen sie aus­ge­hen, näm­lich daß Wun­der nicht pas­sie­ren kön­nen und daß Weis­sa­gun­gen nicht mög­lich sind. Wir wis­sen aber, daß bei­des mög­lich ist, hier zumal die Weis­sa­gun­gen. Jetzt lese ich Ihnen einen Text vor und sage nicht, von wem er ist: „Sie haben durch die Ernen­nung Hit­lers zum Reichs­kanz­ler unser hei­li­ges deut­sches Vater­land einem der größ­ten Dem­ago­gen aller Zei­ten aus­ge­lie­fert. Ich pro­phe­zeie Ihnen fei­er­lich, daß die­ser unse­lige Mann unser Reich in den Abgrund stür­zen und unsere Nation in unfaß­ba­res Elend brin­gen wird. Kom­mende Geschlech­ter wer­den Sie wegen die­ser Hand­lun­gen in Ihrem Grabe ver­flu­chen.“ Das ist geschrie­ben im Februar 1933. Der das schrieb, ist der Gene­ral Luden­dorff, und er schrieb es an den Reichs­prä­si­den­ten Hin­den­burg. Luden­dorff hat also schon bei der Macht­über­nahme durch Hit­ler das ganze kom­mende Elend vor­aus­ge­se­hen, und nie­mand kann sagen: Das unse­lige Wir­ken Hit­lers sei aus der Weis­sa­gung Luden­dorffs her­aus­ge­spon­nen. O nein! Des­sen sind wir ja nun alle Zeu­gen, daß das wirk­lich pas­siert ist; schmerz­hafte Zeu­gen, nicht wahr, zumal wir Hei­mat­ver­trie­be­nen! Und sol­che Zeug­nisse gibt es viele. Der Phi­lo­soph Oswald Speng­ler schrieb 1936, daß es in zehn Jah­ren wohl kein deut­sches Reich mehr geben wird. 1936! Oder ein ande­res Bei­spiel: Hans Kroll, einer unse­rer ober­schle­si­schen Lands­leute, war Bot­schaf­ter in Bel­grad. Als Sta­lin starb, sagte er vor­aus, daß Malen­kov sein Nach­fol­ger wer­den würde. Malen­kov wurde sein Nach­fol­ger. Ja, ich muß Ihnen geste­hen, ich habe mich selbst ein­mal als Pro­phet betä­tigt und bin bestä­tigt wor­den. Ich hatte ein­mal einen Kol­le­gen in Mainz an der Uni­ver­si­tät, der hieß Fried­rich Wet­ter. Ich sagte damals vor­aus: Das ist der nächste Bischof von Speyer. Wet­ter wurde der nächste Bischof von Speyer. Es gibt also erstaun­li­che Vor­aus­sa­gen, die rein mensch­lich zu erklä­ren sind. In dem Chris­tus­ge­sche­hen ist aber mehr als ein Mensch, hier ist der Got­tes­sohn, der sein Licht vom Vater emp­fängt, er sollte keine Weis­sa­gun­gen gemacht haben? Er sollte nicht haben vor dem Lei­den zu sei­nen Jün­gern sagen kön­nen: „Ihr wer­det alle Ärger­nis an mir neh­men. Es soll sich das Schrift­wort erfül­len: 'Ich will den Hir­ten schla­gen, und die Her­den wer­den sich zer­streuen'„? Wie­derum her­aus­ge­spon­nen, sagen die Irr­leh­rer, her­aus­ge­spon­nen aus der Weis­sa­gung des Zacha­rias. O nein, Jesus kannte seine Jün­ger. Er wußte, wie ängst­lich sie waren, er ahnte, wie sie sich in der Gefahr ver­hal­ten wür­den, daß sie ihn ver­las­sen wür­den. Wie soll er denn eine sol­che Weis­sa­gung nicht gemacht haben? War er ein so schlech­ter Men­schen­ken­ner?

Las­sen Sie sich, meine lie­ben Freunde, nicht von Fal­sch­leh­rern irre machen! Las­sen Sie sich nicht ver­blüf­fen durch zunächst ver­blüf­fend wir­kende Auf­stel­lun­gen! Glau­ben wir den Evan­ge­lis­ten, denn darin spricht das Wort der Wahr­heit, und was kann wah­rer sein?

Mit freundlicher Genehmigung „Professor Georg May "Die Ent­klei­dung der Geschicht­lich­keit der Evan­ge­lien" www.Glaubenswahrheit.org“

 


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