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Alois Grozde Glaubenszeugen & Märtyrer

Alois Grozde – vom Glaubenszeugen zum Märtyrer

Wo Kommunismus und Nationalismus eine Verbindung eingehen – wie es während des II. Weltkriegs in Jugoslawien der Fall war – verdoppelt sich die Menschenverachtung. Dort kämpften die kommunistischen Partisanen sowohl gegen die deutsche Besatzung als auch gegen die katholische Kirche. Ein frühes Opfer neben vielen anderen war der junge Theologiestudent Alois (Lojze) Grozde. Er wurde am 27. Mai 1923 als uneheliches Kind in der slowenischen Untersteiermark geboren. Schon als Kind musste er sich sein Brot als Hirte von Kuhherden verdienen. In der Schule zeigte er eine außergewöhnliche Begabung. Er schrieb Gedichte und nannte die heilige Eucharistie die Sonne seines Lebens. Auf die Jugendlichen seiner Umgebung wirkte er vorbildhaft. Deshalb wurde er auch Vorstand der „Marianischen Kongregation“. Sein Wunsch, Priester zu werden, führte ihn zunächst in ein kirchliches Internat mit Gymnasium und schließlich in ein Priesterseminar. Titos Partisanen beobachteten den charismatischen Jugendführer genau.

Seine erfolgreiche katholische Jugendarbeit war den nationalen Kommunisten ein Dorn im Auge. Schließlich beschlossen sie seine Ermordung. Am Sonntag, dem 27. Dezember 1942 fuhr Lojze Grozde mit dem Schlitten zur Zisterzienserkirche Sticna, um sich dort mit einer Beichte auf den nahen Herz-Jesu-Freitag vorzubereiten. Von dort fuhr er am Neujahrstag 1943 mit dem Zug in Richtung Mirna, um in den Weihnachtsferien Verwandte zu besuchen. Als der Zug in Mirna hielt, umstellten kommunistische Partisanen den Zug und verhafteten den jungen Studenten. Die Partisanen schleppten ihn sofort zum Verhör und zur Leibesvisitation in ein Gasthaus. Man fand bei ihm ein lateinisches Messbuch, ein Fatima-Buch und die „Nachfolge Christi“ von Thomas a Kempis. Das genügte, um ihn qualvoll zu töten. Dazu luden die Terroristen die Leute aus den Nachbarhäusern zum „Lustspiel“ ein. So nannten sie nämlich die öffentliche Folterung bis zum Tode. Welche Wunden sie dem wehrlosen Opfer dabei zufügten, zeigte später der medizinische Obduktionsbefund. Den Leichnam schleppten sie in den Wald eine gute Viertelstunde außerhalb des Ortes. Erst am 23. Februar 1943 fanden Kinder, die an den sonnenseitigen Berghängen Schneeglöckchen suchten, die Leiche von Lojze. Diese zeigte noch keine Spur von Verwesung. Erschüttert legten die Kinder dort ihre Schneeglöckchen nieder.

Die Zehen waren abgeschnitten, das rechte Ohr, die Haut an der rechten Wange war vom Ohr bis zu den Lippen herab gerissen, das rechte Auge herausgeschnitten, in das linke Auge war mit einem scharfen Gegenstand gestochen, so dass es ausgeflossen war. Am Kopf erkannte man eine etwa acht Zentimeter lange und sechs Zentimeter tiefe gähnende Wunde. Das wird wohl der Todesstoß gewesen sein. Die Zunge war an der Wurzel abgeschnitten.

Wie muss Lojze Grozde gelitten haben! Angesichts des Schreckens hatte kein Zuschauer gewagt, um Gnade zu bitten. Den Nationalisten erschien die Internationalität der Kirche als Todfeind, und die Kommunisten hassten den Glauben an Gott so sehr, dass sie statt des versprochenen Paradies auf Erden nur einen Ozean von Leid anrichteten. Peiniger und Opfer erfahren die Gerechtigkeit oft erst jenseits des Todes. Vergangenes Leid wird verklärt, Schuld aber wirkt weiter, bis sie gesühnt ist. Prof. Strlé hat 1944 die Lebensgeschichte von Loize Grozde aufgeschrieben. Dafür musste er von 1947 bis 1952 ins Gefängnis.

Am Sonntag, den 10. Juni 2010 nahm der vatikanische Kardinalstaatssekretär Bertone den Märtyrer Alois Grozde in das Verzeichnis der Seligen der katholischen Kirche auf. Die Feier fand mit 40 000 Besuchern im Fußballstadion der slowenischen Stadt Celje (Cilli) statt. Dieses Glaubensfest weist auf einen ewigen Zustand der Seligkeit hin, während die Todesqualen tröstlicherweise nur Stunden dauerten.

Eduard Werner


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