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2. Das Beichtsakrament

Der Emp­fän­ger des Bußsa­kra­men­tes ist jeder getaufte Christ, der Sün­den began­gen hat. Jeder getaufte Christ!

Ein Unge­tauf­ter kann das Bußsa­kra­ment nicht emp­fan­gen. Warum nicht? Er besitzt nicht die Inkor­po­ra­tion in Chris­tus. Er ist kein Chris­tus­ge­hö­ri­ger. Er hat nicht die Züge Jesu, die ihm in der Taufe ein­ge­prägt wer­den, und die Taufe ist nun ein­mal die janua sacra­men­to­rum – das Tor, das Ein­gangs­tor in die sakra­men­tale Welt.

Ohne den Emp­fang der Taufe ist der Emp­fang eines ande­ren Sakra­men­tes aus­ge­schlos­sen, auch der des Bußsa­kra­men­tes. Nur ein Getauf­ter kann das Bußsa­kra­ment emp­fan­gen.

Umfassend wird im folgenden Vortrag die Notwendigkeit und Segenswirkung des Bußsakraments erklärt:

Wie häufig soll man zur Beichte gehen? Welche Ämter übt der Priester im Beichtstuhl aus? Was sind die Kennzeichen eines guten Beichtvaters? Wie sehen die richtige Gewissenserforschung und ein guter Beichtspiegel aus? Welche Arten von Sünden gibt es? Was versteht man unter schwerer Sünde? Welche Sünden müssen für eine gültige Beichte bekannt werden? Was gehört zu einer aufrichtigen Reue? Inwieweit werden die Sünden durch das Bußsakrament getilgt? Welche Formen der Buße gibt es?

Diese Serie beinhaltet 6 Themen und steht unter dem Haupttitel "Das Beichtsakrament" .Sie können mit der Taste F5 die nächste Predigt aufrufen.
Über Form und Wir­kung des Bußsa­kra­men­tes

Im Namen des Vaters und des Soh­nes und des Hei­li­gen Geis­tes. Amen.

Geliebte im Herrn!

Drei Stü­cke muß der Pöni­tent zum Emp­fange des Bußsa­kra­men­tes erbrin­gen, Reue mit dem Vor­satz, Bekennt­nis und Genug­tu­ung bzw. wenigs­tens Genug­tu­ungs­wille. Diese drei Stü­cke, die der Büßer erbrin­gen muß, nennt man auch die Mate­rie des Bußsa­kra­men­tes. Die Mate­rie ist das Unbe­stimmte, aber Bestimm­bare; und die Bestim­mung erfolgt durch die Form. Die Form des Bußsa­kra­men­tes ist die pries­ter­li­che Los­spre­chung. Die Los­spre­chung hat in unse­rer Kir­che die Worte zum Inhalt: „Ich spre­che dich los von dei­nen Sün­den im Namen des Vaters und des Soh­nes und des Hei­li­gen Geis­tes.“ Die Form muß wie­der­ge­ben, wel­ches die Wir­kung des Sakra­men­tes ist. Bei der hei­li­gen Kom­mu­nion bei­spiels­weise sagt der Pries­ter: „Der Leib Christi“. Das ist die Wir­kung des eucha­ris­ti­schen Sakra­men­tes, daß hier der Leib Christi den Men­schen dar­ge­bo­ten wird. Noch bes­ser sagte es die frü­here For­mel: „Der Leib Christi bewahre deine Seele zum ewi­gen Leben!“ Da wird auf die lebens­spen­dende Bedeu­tung die­ses Sakra­men­tes hin­ge­wie­sen. Ähn­lich ist es auch beim Bußsa­kra­ment. Die Form sagt, was hier geschieht, näm­lich Sün­den­ver­ge­bung.

Diese Sün­den­ver­ge­bung wird nicht bloß ange­zeigt; das war der Irr­tum Luthers. Son­dern die Sün­den­ver­ge­bung wird bewirkt. Das Bußsa­kra­ment ist nicht eine nuda decla­ra­tio, eine bloße Erklä­rung, daß Gott die Sün­den ver­ge­ben habe, son­dern das Bußsa­kra­ment ist kau­sal, es ist ursäch­lich, es bewirkt die Sün­den­ver­ge­bung.

Die Form des Bußsa­kra­men­tes hat sich im Laufe der Jahr­hun­derte ver­än­dert. Viele Jahr­hun­derte war die Form depre­ka­tiv, d. h. sie wurde in Gestalt einer Bitte aus­ge­spro­chen, einer Bitte, die von der Kir­che an Gott gerich­tet wird und die selbst­ver­ständ­lich unfehl­bar erhört wird. Also nicht eine Bitte, wie wir sie sonst vor­brin­gen, wo die Erhö­rung unge­wiß ist, son­dern eine Bitte, die ihrer Erhö­rung gewiß ist. Und eben des­we­gen, weil es sich um eine Bitte han­delt, die abso­lut der Erhö­rung gewiß ist, hat die Kir­che, um Miß­ver­ständ­nisse zu ver­mei­den, die depre­ka­tive Form durch die indi­ka­tive ersetzt. Es heißt jetzt: „Ich spre­che dich los von dei­nen Sün­den“, nicht „Gott ver­zeihe dir deine Sün­den“. Das ent­spricht dem Wesen des Bußsa­kra­men­tes bes­ser; denn das Wesen des Bußsa­kra­men­tes ist ein rich­ter­li­cher Akt. Und der Rich­ter bit­tet nicht um Los­spre­chung, der Rich­ter voll­zieht die Los­spre­chung. Wir haben des­we­gen seit vie­len hun­dert Jah­ren in der latei­ni­schen Kir­che eine indi­ka­tive Form der Los­spre­chung, und auch die depre­ka­tive Form ist nur gül­tig, wenn sie indi­ka­ti­visch ver­stan­den wird. Wo in den öst­li­chen, von uns getrenn­ten Reli­gi­ons­ge­mein­schaf­ten die Pries­ter in depre­ka­ti­ver Form die Los­spre­chung voll­zie­hen, ver­bin­den sie damit einen indi­ka­ti­vi­schen Sinn. Sie sind genauso wie wir über­zeugt, daß durch diese an Gott gerich­tete Bitte unfehl­bar die Sün­den ver­ge­ben wer­den.

Das ist die Form des Bußsa­kra­men­tes. Nun zwei­tens die Wir­kun­gen des Bußsa­kra­men­tes. Die ent­schei­dende Wir­kung ist selbst­ver­ständ­lich die Nach­las­sung der Sün­den. Im Bußsa­kra­ment wird die hei­lig­ma­chende Gnade ein­ge­gos­sen, und damit wer­den die Sün­den nach­ge­las­sen. Gleich­zei­tig mit den Sün­den wird die ewige Strafe ver­ge­ben. Bei­des gehört untrenn­bar zusam­men, Ver­ge­bung der Sün­den und Nach­las­sung der ewi­gen Sün­den­stra­fen, also der Ver­damm­nis. Dage­gen wer­den nicht immer alle zeit­li­chen, in der Zeit abzu­bü­ßen­den, eine zeit­li­che Dauer haben­den Sün­den­stra­fen ver­ge­ben, wie wir ja am letz­ten Sonn­tag am Bei­spiel der Genug­tu­ung erkannt haben.

Die Sün­den­ver­ge­bung im Bußsa­kra­ment ist von einer spe­zi­fi­schen Sakra­ments­gnade beglei­tet, und diese spe­zi­fi­sche, also dem Bußsa­kra­ment eigene Gnade besteht darin, daß sie eine Hei­lung der Seele von der Sünde bewirkt. Das Bußsa­kra­ment ist eine Medi­zin, eine Medi­zin für die Seele. Das Bußsa­kra­ment heilt die Seele. Es ver­min­dert die bösen Nei­gun­gen, es tilgt die Über­bleib­sel der Sün­den, es gibt uns ein Anrecht auf die aktu­el­len Gna­den, die not­we­nig sind, um die Sünde zu mei­den. Des­we­gen hat es immer einen Sinn, das Bußsa­kra­ment zu emp­fan­gen, auch wenn man sich kei­ner schwe­ren Sünde bewußt ist. Es gibt kein wirk­sa­me­res Mit­tel, den Kampf gegen die Sünde zu füh­ren als den wür­di­gen Emp­fang des Bußsa­kra­men­tes, weil hier die Seele gestärkt wird gegen die Mächte des Bösen.

Eine wei­tere Wir­kung des Bußsa­kra­men­tes ist die Wie­der­ver­söh­nung mit der Kir­che. Haben wir der Kir­che ein Leid ange­tan mit der Sünde? Ja, das haben wir. Die Kir­che ist die Gemein­schaft derer, die von Christi Blut erlöst sind, im Hei­li­gen Geiste leben und zu ihrem Teil für die Auf­rich­tung der Got­tes­herr­schaft ver­ant­wort­lich sind. Das Vor­an­kom­men des Rei­ches Got­tes ist gebun­den an unsere Tugend, an unsere guten, ver­dienst­li­chen Hand­lun­gen. Je hei­li­ger wir sind, je mehr wir das Gute üben, um so mehr brin­gen wir das Reich Got­tes in die­ser Welt voran. Wenn wir uns die­ser Auf­gabe ent­zie­hen durch die Sünde, scha­den wir der Kir­che, beein­träch­ti­gen wir ihre Sen­dung. Wenn wir uns der Sünde aus­lie­fern, ver­let­zen wir den geheim­nis­vol­len Leib Christi in irgend­ei­ner Weise, krän­ken und betrü­ben wir den Hei­li­gen Geist; und des­we­gen haben wir es not­wen­dig, wie­der ver­söhnt zu wer­den mit der Kir­che. Also auch das ist eine Wir­kung des Bußsa­kra­men­tes, daß wir nach dem Ver­sa­gen gegen­über der Auf­gabe der Kir­che mit der Kir­che wie­der ver­söhnt wer­den, daß wir diese Auf­gabe wie­der mit neuer Kraft ange­hen, mit neuem Mute, mit himm­li­scher Kraft und mit himm­li­schem Mute. Das ist auch eine Wir­kung der Los­spre­chung.

Inter­dum, sagt das Kon­zil von Tri­ent, manch­mal, bis­wei­len ist eine Wir­kung des Bußsa­kra­men­tes auch der Friede der Seele, die Ruhe des Gewis­sens und die innere Trös­tung. Ich staune, daß das Kon­zil von Tri­ent gesagt hat: „Inter­dum“ – manch­mal, bis­wei­len. Ich per­sön­lich bin über­zeugt, daß es gewöhn­lich so ist, daß nach einer wür­di­gen, ehr­li­chen Beicht Friede in das Herz ein­zieht, daß Ruhe in die Seele kommt, daß sie getrös­tet ist. Der Volks­mund hat das schöne Wort geprägt: „Beicht macht leicht.“ Darin ist aus­ge­drückt, daß die Los­spre­chung auch psy­cho­lo­gisch etwas bewirkt, näm­lich sie befreit den Men­schen. Sie ent­las­tet ihn, weil sie ihn von der Last der Schuld befreit. Die Schuld ist eine unge­heure Last, und sie bedrückt den Men­schen schwe­rer als jede andere. Wer des­we­gen von die­ser Last befreit wird, der emp­fin­det Freude, Friede, Ruhe des Gewis­sens und Trös­tung. Man kann wirk­lich glück­lich sein, wenn man eine gute Beicht abge­legt hat. Und, meine lie­ben Freunde, ich habe so man­ches Mal kost­bare Trä­nen als Lohn erhal­ten für das Geschenk der Los­spre­chung, das wir den Pöni­ten­ten ver­mit­teln dür­fen.

Eine letzte Wir­kung des Bußsa­kra­men­tes besteht darin, daß die Ver­dienste, die durch die Sünde zunichte gemacht wur­den, wie­der auf­le­ben. Durch gute Hand­lun­gen, die wir in Frei­heit und in der Gnade ver­rich­ten, erwer­ben wir uns ja Ver­dienste, Ver­dienste vor Gott, Ver­dienste für den Him­mel. Aber diese Ver­dienste wer­den gleich­sam sis­tiert oder viel­leicht noch bes­ser gesagt: unwirk­sam gemacht, wenn wir eine schwere Sünde bege­hen. Dann ist es, als ob wir diese Ver­dienste nie­mals erwor­ben hät­ten. Und wenn wir in der schwe­ren Sünde ster­ben, dann nüt­zen uns alle Ver­dienste nichts. Sie sind durch die Sünde unwirk­sam gemacht. Aber wenn wir uns aus der Sünde auf­raf­fen und durch Reue, Bekennt­nis, Genug­tu­ung und Los­spre­chung mit Gott ver­söhnt wer­den, leben die Ver­dienste wie­der auf, nüt­zen uns also bei Gott für die Erlan­gung der ewi­gen Selig­keit, für die Ver­meh­rung der Him­mels­glo­rie und für Gna­den, die er uns in die­ser Zeit­lich­keit gewährt. Auch das ist eine nicht gering zu schät­zende Wir­kung des Bußsa­kra­men­tes.

Da möchte ich gleich einen Irr­tum abweh­ren, der manch­mal auf­kom­men kann. Es gibt kein Wie­der­auf­le­ben der Sünde. Die Sün­den, die ver­ge­ben sind, leben nie mehr auf. Auch wenn ein Mensch am Ende sei­ner irdi­schen Lauf­bahn in die Ver­damm­nis käme, dann nicht der Sün­den wegen, die ihm ver­ge­ben wor­den sind, son­dern der Sün­den wegen, die ihm nicht ver­ge­ben wor­den sind, die er nicht bereut hat und die er nicht nach­ge­las­sen bekom­men hat. Also die Los­spre­chung von den Sün­den ist end­gül­tig. Sie ist ein für alle­mal gesche­hen. Sie ist bedin­gungs­los, sie ver­nich­tet die Sün­den, wenn die Vor­aus­set­zun­gen dafür gege­ben sind. Wir brau­chen also bezüg­lich ver­ge­be­ner Sün­den nicht in Sorge zu sein. Wir brau­chen keine Angst zu haben, daß Gott uns diese Sün­den noch ein­mal vor­hal­ten wird. Das tun die Men­schen. Sie kom­men immer wie­der auf die alten Dinge zurück. Nicht so Gott. Wenn die Sün­den ver­ge­ben sind, dann sind sie ver­ge­ben, für immer und ewig ver­ge­ben. Und das ist trost­reich. Wir brau­chen uns wegen der ver­ge­be­nen Sün­den keine Sorge zu berei­ten.

Und schließ­lich noch ein drit­ter Punkt zur Los­spre­chung, näm­lich die Not­wen­dig­keit des Bußsa­kra­men­tes. Die Buße, die sakra­men­tale Buße, ist not­wen­dig, um das Heil zu erlan­gen. Und zwar ist die Not­wen­dig­keit eine dop­pelte, näm­lich eine Not­wen­dig­keit des Gebo­tes und eine Not­wen­dig­keit des Mit­tels. Das Bußsa­kra­ment zu emp­fan­gen ist eine Not­wen­dig­keit des Gebo­tes, d. h. wir müs­sen es emp­fan­gen, weil Chris­tus es gebo­ten hat. Als er es ein­ge­setzt hat, tat er dies in der Absicht, daß es emp­fan­gen wird. Und diese Absicht ist für uns ein Befehl, und die­sem Befehl müs­sen wir nach­kom­men. Es ist eine Not­wen­dig­keit des Gebo­tes, des gött­li­chen Gebo­tes, das Bußsa­kra­ment zu emp­fan­gen. Es ist aber auch eine Not­wen­dig­keit des Mit­tels. Wir kön­nen anders nicht in den Gna­den­stand kom­men als durch die Ver­ge­bung der Sün­den, die uns der Pries­ter gewährt. In einer ande­ren Weise ist es regel­mä­ßig nicht mög­lich, aus dem Sumpf der Sünde her­aus­zu­kom­men als durch Reue, Bekennt­nis, Genug­tu­ung und Los­spre­chung. Das ist der nor­male Weg. Frei­lich, meine lie­ben Freunde, wenn es unmög­lich ist, einen Pries­ter zu errei­chen, kann auch durch voll­kom­mene Reue mit dem votum sacra­menti, also mit dem Ver­lan­gen nach dem Sakra­ment, eine Sün­den­ver­ge­bung erfol­gen, aber nie­mals ohne das Votum, nie­mals ohne das Ver­lan­gen nach dem Sakra­ment. Gott wollte ja nicht die Men­schen, die sehn­süch­tig nach einem Pries­ter ver­lan­gen, um von ihm los­ge­spro­chen zu wer­den, aber kei­nen fin­den kön­nen, zugrunde gehen las­sen. Des­we­gen ist es eine Lehre der Kir­che, daß im Not­fall die voll­kom­mene, also die Lie­bes­reue, zusam­men mit dem Ver­lan­gen nach dem Sakra­mente die Sün­den­til­gung bewirkt. Das ist ähn­lich wie bei der Taufe. Es gibt neben der Was­ser­taufe eine Begier­de­taufe. Wenn einer die Taufe nicht wirk­lich emp­fan­gen kann, weil bei­spiels­weise kein Was­ser da ist, dann kann er eben durch Sehn­sucht und Liebe zu Gott, durch Reue über seine Sün­den und durch das Ver­lan­gen, Gott künf­tig treuer zu die­nen, gerecht­fer­tigt wer­den, auch ohne den rea­len Emp­fang der Taufe.

Das IV. Later­an­kon­zil vom Jahre 1215 hat zum ers­ten­mal für die ganze Kir­che den wenigs­tens ein­ma­li­gen Emp­fang des Bußsa­kra­men­tes im Jahre vor­ge­schrie­ben. Teil­kirch­li­che Syn­oden in Frank­reich, Deutsch­land, Ita­lien und Spa­nien, haben einen häu­fi­ge­ren Emp­fang gefor­dert, min­des­tens drei­mal oder wenigs­tens an den hohen Fes­ten. Das IV. Kon­zil vom Lateran 1215 hat für die ganze Kir­che den wenigs­tens ein­ma­li­gen Emp­fang im Jahre vor­ge­schrie­ben. Wenigs­tens ein­mal im Jahre soll man seine Sün­den bereuen, beken­nen und Genug­tu­ung erbrin­gen und die Los­spre­chung des Pries­ters emp­fan­gen.

Sie alle wis­sen, meine lie­ben Freunde, daß die ein­ma­lige Beicht schwer durch­zu­füh­ren ist. Ein­mal hat man keine Übung im Beich­ten, wenn es nur ein­mal im Jahre geschieht. Es ist mit allen Din­gen so, und so ist es auch mit dem Bußsa­kra­ment: Wenn man keine Übung hat, fällt es einem dop­pelt und drei­fach schwer, das Bußsa­kra­ment zu emp­fan­gen. Des­we­gen emp­fehle ich, und ich bin ein schlich­ter Pries­ter und kein Leh­rer der Kir­che, die hei­lige Beicht wenigs­tens fünf­mal im Jahre abzu­le­gen, an den gro­ßen Fest­ta­gen, also Ostern, Pfings­ten, Mariä Him­mel­fahrt, Aller­hei­li­gen und Weih­nach­ten. Das scheint mir das Mini­mum zu sein, das man den Chris­ten emp­feh­len sollte, die reli­giös leben­dig blei­ben wol­len. Noch bes­ser ist die vier­wö­chent­li­che Beicht. Als ich 1951 mein Pries­ter­amt antrat, da hatte ich eine Gemeinde, die es heute über­haupt nicht mehr gibt, eine Gemeinde von über­zeug­ten, eif­ri­gen, Gott lie­ben­den, der Kir­che treuen katho­li­schen Chris­ten. Unter ihnen war eine beträcht­li­che Zahl von Kin­dern und Jugend­li­chen, die alle vier Wochen red­lich und ehr­lich ihre Sün­den bekann­ten. Ich werde in mei­nem ganzne Leben diese Erin­ne­rung nie­mals los­wer­den, wie diese guten Men­schen, diese rin­gen­den Men­schen ihre Sün­den zum Pries­ter und damit zu Gott getra­gen haben, um von ihnen befreit zu wer­den. Das war eine Hoch-Zeit der Kir­che.

O, sie ist ver­gan­gen, so schnell wie ein Früh­ling ver­geht. Inzwi­schen haben wir den inner­kirch­li­chen Zusam­men­bruch, die Selbst­zer­stö­rung der Kir­che. Seit min­des­tens 30 Jah­ren hält sie an, und natür­lich ist an ers­ter Stelle auch das Bußsa­kra­ment betrof­fen, denn die Zer­stö­rung ergreift natür­lich immer alles das, was als unbe­quem gilt, zuerst.

Las­sen Sie sich, meine lie­ben Freunde, dadurch nicht irre­ma­chen! Wenn wir auch wenige sind, die noch an der Lehre der Kir­che fest­hal­ten, so gilt doch: „Nicht Stim­men­mehr­heit ist des Rech­tes Probe“, sagt Fried­rich Schil­ler. Stim­me­mehr­heit ist auch erst recht nicht der Wahr­heit Probe. Hal­ten Sie fest an der regel­mä­ßi­gen guten Beicht! Emp­fan­gen Sie den Segen des Bußsa­kra­men­tes! Holen Sie sich den Frie­den, die Ruhe des Gewis­sens und den Trost, die davon aus­ge­hen, daß ein gül­tig geweih­ter Pries­ter in katho­li­scher Über­zeu­gung über Sie die wirk­sa­men Worte spricht: „Ich spre­che dich los von dei­nen Sün­den im Namen des Vaters und den Soh­nes und des Hei­li­gen Geis­tes.“

Amen.

Mit freundlicher Genehmigung „Professor Georg May - Über Form und Wir­kung des Bußsa­kra­men­tes www.Glaubenswahrheit.org“