StartseiteEucharistiefeier - Hl. MesseDas Gebet



Es gibt Menschen, die nur dann beten, wenn sie sich etwas von Gott erbitten wollen. Ich sage nicht, dass es falsch ist, sich bittend an Gott zu richten: daran ist nichts Verwerfliches.

Wenn man aber das Gebet als eine Art "Wunschmaschine" missbraucht und darin nur einen Weg sieht, wie Gott Einem wieder eine Gunst erweisen und beweisen könnte, so finde ich diese Haltung falsch.

Wir dürfen nicht vergessen, dass Gott uns Menschen nichts schuldet: alles, was Er uns gibt - darunter auch unser Leben -, das gibt Er frei aus Liebe.

Es besteht unsererseits keinerlei Anspruch auf irgendetwas.

Wie kann man das Gebet sonst noch verstehen?

Ich persönlich finde, dass man sich das Gebet eher als eine Schule vorstellen kann, in der man lernt, in die tieferen Geheimnisse des Glaubens einzutauchen. Ziel des Gebets ist demnach nichts Irdisches, sondern Gottes Willen zu erkennen. Das Gebet ist unsere Art der aktiven Aufnahme und der Erwiderung des von Gott ausgehenden In-Beziehung-Tretens mit uns Menschen.

Im Gebet transzendieren wir die materielle Welt und tauchen ein in die spirituelle: dort begegnen wir Gottes Willen. Dort lernen wir von Gott über Seinen Willen. Das Gebet ist also wie ein Zwiegespräch zwischen Lehrer und Schüler, wobei Gott der Lehrer ist und der Mensch der Schüler.

Es ist Gott, der den Menschen zu sich ruft, um mit ihm die Mysterien des Lebens untersuchen. Es ist Gott, der Lehrer, der von Seinem Allwissen etwas Einsicht dem Menschen, dem Schüler, vermittelt. Diese Einsicht ist nicht nur Wissen, sondern Weisheit: sie sieht nicht nur, sondern "sieht in etwas hinein": sie versteht. Es ist diese Weisheit, die Gott uns durch Seine Gnade schenkt: durch sie, die Weisheit, erkennen wir die Wahrheit - also Ihn: Gott.

Gebet ist Kommunikation mit Gott:

Gott offernbart uns Seinen Willen, Seine Weisheit, und wir folgen Seinem Ruf. In diesem Sinne ist die Heilige Kommunion das größte Gebet: in der Kommunion teilt Gott nicht nur Seinen Willen uns mit, sondern sich selbst. Die Kommunion führt zur wahren "Communio" - Gemeinschaft - mit Gott. Diese Gemeinschaft mit Gott ist das Ziel des Gebets: das Gebet findet also in der Eucharistie ihren Höhepunkt.

Evangelium nach Lukas 11,1-13.

Jesus betete einmal an einem Ort; und als er das Gebet beendet hatte, sagte einer seiner Jünger zu ihm: Herr, lehre uns beten, wie schon Johannes seine Jünger beten gelehrt hat.

Da sagte er zu ihnen: Wenn ihr betet, so sprecht: Vater, dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme. Gib uns täglich das Brot, das wir brauchen. Und erlaß uns unsere Sünden; denn auch wir erlassen jedem, was er uns schuldig ist. Und führe uns nicht in Versuchung....

Dann sagte er zu ihnen: Wenn einer von euch einen Freund hat und um Mitternacht zu ihm geht und sagt: Freund, leih mir drei Brote; denn einer meiner Freunde, der auf Reisen ist, ist zu mir gekommen, und ich habe ihm nichts anzubieten!, wird dann etwa der Mann drinnen antworten: Laß mich in Ruhe, die Tür ist schon verschlossen, und meine Kinder schlafen bei mir; ich kann nicht aufstehen und dir etwas geben? Ich sage euch: Wenn er schon nicht deswegen aufsteht und ihm seine Bitte erfüllt, weil er sein Freund ist, so wird er doch wegen seiner Zudringlichkeit aufstehen und ihm geben, was er braucht. Darum sage ich euch: Bittet, dann wird euch gegeben; sucht, dann werdet ihr finden; klopft an, dann wird euch geöffnet. Denn wer bittet, der empfängt; wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird geöffnet. Oder ist unter euch ein Vater, der seinem Sohn eine Schlange gibt, wenn er um einen Fisch bittet, oder einen Skorpion, wenn er um ein Ei bittet? Wenn nun schon ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gebt, was gut ist, wieviel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten.

Empfehlen sie uns weiter!GlaubensnetzwerkDankeCopyright / UrheberrechtImpressum