StartseiteFreiheit durch GlaubenChristus - ja; Kirche - nein?!

Christus - ja; Kirche - nein?!

Heutzutage haben wir das Problem, dass nicht wenige Menschen meinen, sie könnten und würden tatsächlich Christus nachfolgen, während sie Seine Kirche - mit und oftmals aufgrund ihrer hierarchischen Ordnung - ablehnen.

Ich möchte anhand von zwei biblischen Beispielen verdeutlichen, dass man nicht - so sagte es der Hl. Cyprian von Karthago - Gott zum Vater haben kann, wenn man nicht die Kirche zur Mutter hat.

Es gilt also zwei Dinge zu demonstrieren: dass die Kirche eine von Gott gewollte und eingesetzte hierarchische Ordnung hat und dass die Zugehörigkeit zur Kirche heilsnotwendig ist.

Punkt 1A: die göttliche Ordnung der Kirche

Im Judasbrief (Neues Testament) stehen folgende Worte:

"Weh ihnen! Sie sind den Weg Kains gegangen, aus Habgier sind sie dem Irrtum Bileams verfallen, der Aufruhr Korachs hat sie ins Verderben gestürzt" (Judas 1,11).

Der wichtige Teil dieses biblische Auszugs ist der letzte Teil, der vom Aufruhr Korachs spricht. Ich möchte darauf hinweisen, dass die Tatsache, dass diese Stelle sich im Neuen Testament befindet, klar machen müsste, dass diese eine für den Neuen Bund - d.h. für die Kirche - relevante Aussage ist. Man kann und darf sie also - wie manche es tun - nicht abtun als "überholte Sache des Alten Bundes".

Was möchte uns denn nun der Judasbrief über den Aufruhr Korachs sagen? Nun, wir können sagen, dass es einen Aufruhr eines gewissen Korachs gegeben hat und dass dieser Aufruhr "sie ins Verderben gestürzt" hat. Daraus leiten wir ab, dass dieser Aufruhr ein Riesenfehler war, der zu Zeiten des Alten Bundes gemacht wurde, vor dem uns das Neue Testament warnen möchte, auf dass wir nicht ins Verderben gestürzt werden.

Was aber steckt hinter diesem Aufruhr? Die Geschichte vom Aufruhr des Korachs findet sich im Alten Testament, in Numeri 16:

"Korach, der Sohn Jizhars, des Sohnes Kehats, des Sohnes Levis, ferner Datan und Abiram, die Söhne Eliabs, und On, der Sohn Pallus, der Rubeniter, erhoben sich gegen Mose, zusammen mit zweihundertfünfzig führenden Männern aus der Gemeinde, angesehenen Abgeordneten der Versammlung. Sie rotteten sich gegen Mose und Aaron zusammen und sagten zu ihnen: Ihr nehmt euch zu viel heraus. Alle sind heilig, die ganze Gemeinde, und der Herr ist mitten unter ihnen. Warum erhebt ihr euch über die Gemeinde des Herrn?" (Numeri 16,1-3)

"Alle sind heilig, die ganze Gemeinde, und der Herr ist mitten unter ihnen. Warum erhebt ihr euch über die Gemeinde des Herrn?"

Sind das nicht die Worte, die wir oft von den Gegnern und Kritikern der heiligen katholischen Kirche hören? Sie weigern sich die hierarchische Ordnung der Kirche anzuerkennen - deshalb auch ihre Verbitterung gegen das von Gott eingerichtete Papstamt. Anhand der Entwicklung der Geschichte im Alten Testament können wir Schlüsse auf die Situation der Christenheit unserer Tage schließen. Wie geht es nun weiter? Mose reagiert:

"Als Mose das hörte, warf er sich auf sein Gesicht nieder, und er sagte zu Korach und seinem ganzen Anhang: Morgen früh wird der Herr zeigen, wer zu ihm gehört, wer der Heilige ist und wer sich ihm nähern darf. Wen der Herr erwählt, der darf sich ihm nähern" (Numeri 16,4-5).

Korach und seine Anhänger sollten Räucherpfannen nehmen und am nächsten Tag Weihrauch für den Herrn hineinlegen; an der Reaktion Gottes wird sich zeigen, wer zu Ihn gehört und wen Gott als Aufrührer verstößt.

Ferner sagte Mose zu Korach und seinen Anhängern (sie waren Leviten):

"Dann sagte Mose zu Korach: Hört, ihr Leviten! Ist es euch noch zu wenig, dass euch der Gott Israels aus der Gemeinde Israels herausgehoben hat, um euch in seine Nähe zu holen, damit ihr an der Wohnstätte des Herrn Dienst tut, vor die Gemeinde tretet und für sie euren Dienst verrichtet?

Er hat dich und alle deine Brüder, die Leviten, die bei dir sind, in seine Nähe geholt, doch nun wollt ihr auch noch das Priesteramt. Deshalb rottet ihr, du und dein ganzer Anhang, euch gegen den Herrn zusammen. Über ihn, nicht über Aaron, murrt ihr" (Numeri 16,8-11).

Hier zeigt sich etwas Entscheidendes: Mose und Aaron, Korach und die übrigen Leviten: sie alle waren Teil der einen Gemeinde - dennoch hatte nicht jeder die gleiche Stellung; es hatte nicht jeder die gleichen Pflichten und die gleichen Vorrechte: die Gemeinde war hierarchisch geordnet. Nun kamen Korach und sein Anhang und wollten sich gegen die übergeordnete Stellung des Aaron, gegen das Priesteramt, auflehnen und diese auch für sich beanspruchen, sodass Gleichheit herrsche (diese falsch verstandene "Gleichheit" ist geboren aus Neid). Wie nun reagiert Mose? Er wirft ihnen ihre Undankbarkeit und mangelnde Ehrfurcht vor Gott vor. Wer tut nun Gottes Willen: Mose und Aaron, die auf die hierarchische Ordnung der Gemeinde beharrten oder Korach und sein Anhang? Am Tag nach dem Aufruhr versammelten sich Korach und seine Anhänger, um ihr Opfer Gott darzubringen. Da sagte Mose:

"Wenn diese Leute sterben [Korach und die anderen Aufrüher], wie jeder Mensch stirbt, und wenn sie nur so wie jeder andere Mensch Rechenschaft ablegen müssen, dann hat der Herr mich nicht gesandt. Wenn aber der Herr etwas ganz Ungewöhnliches tut, wenn die Erde ihren Rachen aufreißt und sie verschlingt zusammen mit allem, was ihnen gehört, wenn sie also lebend in die Unterwelt hinabstürzen, dann werdet ihr erkennen, dass diese Leute den Herrn beleidigt haben" (Numeri 16,29-30).

"Kaum hatte er das gesagt, da spaltete sich der Boden unter ihnen, die Erde öffnete ihren Rachen und verschlang sie samt ihrem Haus, mit allen Menschen, die zu Korach gehörten, und mit ihrem ganzen Besitz. Sie und alles, was zu ihnen gehörte, stürzten lebend in die Unterwelt hinab. Die erde deckte sich zu, und sie waren aus der Gemeinde verschwunden" (Numeri 16,31-33).

Später heißt es in Numeri 26,8-10: "Der Sohn Pallus war Eliab; die Söhne Eliabs: Nemuel, Datan und Abiram. Datan und Abiram waren die Abgeordneten der Gemeinde, die mit Mose und Aaron in Streit geraten waren, zusammen mit den Anhängern Korachs, als diese mit dem Herrn in Streit geraten waren. Die Erde tat ihren Rachen auf und verschlang sie und Korach, als seine Anhänger ums Leben kamen; das Feuer fraß die zweihundertfünfzig Mann, und sie wurden zu einem warnenden Zeichen."

Wie hat also Gott reagiert? Er vernichtete die Aufrührer. In Numeri 26 wird auch deutlich, dass der Aufstand gegen Mose und Aaron (der Streit) gleich beudetete mit einem Aufstand gegen Gott; auf den Neuen Bund bezogen hieße das, dass der Aufstand gegen die kirchliche Hierarchie gleich bedeutet mit einem Aufstand gegen Gott. Darum heißt es im Hebräerbrief 13,17: "Gehorcht euren Vorstehern und ordnet euch ihnen unter, denn sie wachen über euch und müssen Rechenschaft darüber ablegen; sie sollen das mit Freude tun können, nicht mit Seufzen, denn das wäre zu eurem Schaden".

Punkt 1B: der Stellvertreter Christi, der Papst

Wir Katholiken unterscheiden uns von den Orthodoxen Kirchen und den protestantischen Gemeinschaften in einem wesentlichen Punkt: wir halten uns an den Stellvertreter Christi auf Erden, den Papst, während diese sich von der Gemeinschaft mit ihm getrennt haben.

Es ist natürlich legitim, die Frage zu stellen, ob denn Christus tatsächlich einem einzelnen Menschen eine solche Autorität über Seine Kirche gegeben hat. Für uns Katholiken kann es nur eine Antwort geben: Christus hat Petrus zu Seinem Stellvertreter und somit zur höchsten irdischen Autorität gemacht - Petrus wurde somit zum ersten Papst der katholischen Kirche. Kann es denn nun wirklich sein: ein oberster Hirte der Kirche auf Erden?

Im Johannes-Evangelium (21,15-17) heißt es:

"Als sie gegessen hatten, sagte Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr als diese? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide (griechisch: "bosko") meine Lämmer!


Zum zweitenmal fragte er ihn: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: weide (griechisch: "poimano"!) meine Schafe! Zum drittenmal fragte er ihn: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Da wurde Petrus traurig, weil Jesus ihn zum drittenmal gefragt hatte: Hast du mich lieb? Er gab ihm zur Antwort: Herr, du weißt alles; du weißt, dass ich dich lieb habe. Jesus sagte zu ihm: Weide (griechisch: bosko) meine Schafe!"

Drei Mal sagte Christus zu Petrus, dieser solle Seine Schafe weiden. Wer sind nun die Schafe? Das sind alle jene, die zu Christus gehören: Seine Nachfolger; Christus vertraut Petrus also Seine Herde an (Christus ist der gute Hirte: Vgl.: Johannes 10,11; 10,14-15).

Was einem im deutschen Text aber nicht auffällt, wird im griechischen Original offenbar: es werden zwei Verben für das deutsche "weiden" gebraucht: "bosko" und "poimano". "Bosko" bedeutet einfach weiden, während "poimano" einen gewissen Unterton hat: den der juridischen Herrschaft. So wird dasselbe Verbum bei Christus in der Offenbarung des Johannes mit der Bedeutung des Herrschens verwendet:

"Wer siegt und bis zum Ende an den Werken festhält, die ich gebiete, dem werde ich Macht über die Völker geben. Er wird über sie HERRSCHEN ("poimanei") mit eisernem Zepter und sie zerschlagen wie Tongeschirr..." (Offenbarung 2,26-27).

Dass an dieser Stelle Petrus eine eigenartige Autorität verliehen wird, kann man nicht bezweifeln. Umso deutlicher wird die Tragweite dieser Autorität, wenn man bedenkt, wem das "Weiden der Schafe" sonst in der Bibel zugesprochen wird:

"Ich werde meine Schafe auf die Weide führen [eigentlich: ich werde meine Schafe weiden], ich werde sie ruhen lassen - Spruch Gottes, des Herrn" (Ezechiel 34,15).
und:

"Ich setze für sie einen einzigen Hirten ein, der sie auf die Weide führt, meinen Knecht David. Er wird sie weiden, und er wird ihr Hirte sein" (Ezechiel 34,23).

David ist ein "Vorbild" eine "Vorrauschau" auf den Heiland: der wahre Hirte, das Haupt der Kirche, ist Christus Jesus. Und Er selbst - wie König David im Alten Bund - hat auch einen Stellvertreter: den Papst.

Wer soll sich nun weigern, sich dem Papst unterzuordnen (siehe Hebräer 13,17)? Tut dieser den Willen Gottes? Der Herr hat alle Seine Schafe Petrus anvertraut: zur spirituellen Leitung und zur juridischen Herrschaft. Dass es wirklich nur eine Kirche gibt - und zwar die katholische Kirche unter dem Heiligen Vater - ergibt sich einfach aus folgenden Gründen:

1) die Kirche ist der Leib Christi (Vgl.: Epheser 5,23; Kolosser 1,24; Kolosser 1,18; I Korinther 10,16-17)

2) der Herr hat eine Herde: "Ich habe noch andere Schafe, die nicht aus diesem Stall sind auch sie muss ich führen; dann wird es nur eine Herde geben und einen Hirten" (Johannes 10,16).

3) die Kirche kann nicht in sich gespalten sein:
"Ich aber sage dir: Du bist Petrus [Kepha], und auf diesen Felsen [Kepha] werde ich meine Kirche bauen, und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen" (Matthäus 16,18).

"Doch Jesus wusste, was sie dachten, und sagte zu ihnen: Jedes Reich, das in sich gespalten ist, geht zugrunde, und keine Stadt und keine Familie, die in sich gespalten ist, wird Bestand haben" (Matthäus 12,25).

"Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern ein Gott des Friedens" (I Korinther 14,33).

Es gibt also nur eine Kirche Christi, die Er selbst einem sichtbaren obersten Hirten, dem Papst, anvertraut hat.

Zusammenfassend haben wir also Folgendes ermittelt:

1) Die Kirche Christi ist hierarchisch.
2) Ungehorsam gegenüber den kirchlichen Amtsträgern ist gleichbedeutend mit Ungehorsam gegenüber Gott.
3) Die Kirche Christi ist einem einzelnen obersten Hirten, dem Papst (Petrus war der erste Papst), anvertraut worden.

Ist denn nun die Zugehörigkeit zu dieser Kirche heilsnotwendig?

Gott hat die Kirche errichtet und ihr ihre Ordnung gegeben. Er selbst war es auch, der Seine Kirche Petrus anvertraut hat. Es wäre also Ungehorsam, sich von diesem Weg zu entfernen, und ohne Gehorsam kann man nicht gerettet werden, denn Gehorsam ist der Ausdruck der Gottesliebe ohne die man nicht gerettet werden kann (Vgl. I Korinther 13): Das höchste Gebot ist das doppelte Liebesgebot:

Foto: vatican.va -

"Jesus antwortete ihm: Wenn jemand mich liebt, wird er an meinem Wort festhalten; mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen." (Johannes 14,23)

"Wer mich nicht liebt, hält an meinen Worten nicht fest." (Johannes 14,24a)

Dass der Gehorsam heilsnotwendig ist, wird besonders anhand der folgenden Passage aus dem Matthäus-Evangelium deutlich:


"Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr! Herr! wird in das Himmelreich kommen, sondern nur, wer den Willen meines Vaters im Himmel erfüllt." (Matthäus 7,21)

Es gibt viele, die sich Christen nennen und zu Christus "Herr! Herr!" sagen, aber es sind nicht alle Christen Seine wahren Nachfolger.

So sei zum Schluss gewarnt vor denen, die "beteuern, Gott zu kennen, durch ihr Tun aber verleugnen sie ihn" (Titus 1,16).

 


Gebet um Bekehrung der Irrgläubigen und Schismatiker

O Maria, Mutter der Barmherzigkeit und Zuflucht der Sünder, wir bitten dich, du wollest mit einem barmherzigen Auge auf die Völker herabblicken, welche in die Ketzerei und in das Schisma gefallen sind.

Du bist der Sitz der Weisheit; erleuchte also ihren Verstand, der elend in die Finsternisse der Unwissenheit und der Sünde verstrickt ist, damit sie klar einsehen, daß die heilige, katholische, apostolische und Römische Kirche die einzig wahre Kirche Jesu Christi ist, außerhalb welcher es weder Heiligkeit noch Seligkeit gibt. Bewirke endlich ihre Bekehrung, indem du ihnen die Gnade erlangst, alle Wahrheiten unseres Glaubens anzunehmen, und sich dem Römischen Papste, dem Stellvertreter Jesu Christi auf Erden zu unterwerfen, so dass, wenn sie mit uns recht innig durch die süßen Bande der göttlichen Liebe vereinigt sind, es nur eine Herde gebe unter demselben Einen Hirten, und dass wir alle mit einander, o glorreiche Jungfrau, in der Freude unseres Herzens ewig singen können:

Freue dich, o Jungfrau Maria, denn alle Ketzereien auf der ganzen Welt hast du allein vernichtet. Amen.

**Ablaß (Raccolta S. 366): Durch ein Rescript der h. Congregation der Propaganda vom 30. December 1868 verlieh Papst Pius IX. einen Ablaß von 300 Tagen einmal im Tage allen Gläubigen, welche vorstehendes Gebet nebst drei Gegrüßet seist du für die Bekehrung der Irrgläubigen und Schismatiker mit wenigstens reumütigem Herzen und andächtig verrichten.**

Drei Gegrüßet seist du Maria.

Empfehlen sie uns weiter!GlaubensnetzwerkDankeCopyright / UrheberrechtImpressum