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Zur Demokratisierung der Kirche...

Nicht wenige Menschen, die sich selbst als „Vertreter der Katholiken“ explizit darstellen oder sehen, stellen eine in deutschen Landen längst bekannte Forderung an die Kirche Christi: ihre Demokratisierung.

Doch was ist von solch einer Forderung überhaupt zu halten? Würde die Demokratisierung der Kirche nicht helfen, an „Vitalität“ und „Überzeugungskraft“ zu gewinnen? Würde sie nicht zur Lösung der Probleme führen, die die Kirche befallen?
Mit diesem kurzen Traktat möchte ich zeigen, dass die geforderte Demokratisierung der Kirche nicht zur Lösung irgendwelcher Probleme führen kann, da sie selbst ein Problem darstellt, welches es zu lösen gilt.

  • WIR BRAUCHEN KEINE DEMOKRATISIERUNG - SONDERN DIE EINHEIT DER CHRISTEN
    "Damit sie eins werden in deiner Hand" (Ez 37, 17)


Um diese Position zu verstehen, müssen wir uns zunächst vergegenwärtigen, was „Demokratie“ überhaupt heißt. „Demokratie“ ist ein Kompositum aus zwei griechischen Nomina: „demos“ („Volk“) und „kratos“ („Herrschaft“). „Demokratie“ bedeutet also Volksherrschaft.

Die Forderung nach der Demokratisierung der Kirche ist demnach die Forderung, sie und ihre Lehre unter die Herrschaft der Mehrheit zu stellen

(Ich habe an dieser Stelle bewusst von „Mehrheit“ gesprochen, weil eine Demokratie faktisch die Herrschaft nicht des ganzen Volkes, sondern der Mehrheit des Volkes ist.). Die Gültigkeit der Glaubenslehre sowie der Disziplin würde nun abhängig gemacht werden vom Willen der Mehrheit – nicht mehr vom Willen Gottes. Glaubenslehren wären demnach nicht mehr Wahrheiten, die Gott den Menschen durch Seine Kirche direkt oder indirekt offenbart, sondern Ausdrücke der Mehrheitsmeinung zu je einem bestimmten Zeitalter.

Die Wahrheit wäre also nicht mehr etwas, was Menschen herausfinden können und sollen, sondern etwas, was (manche) Menschen machen. Doch nicht nur der Begriff der Wahrheit wird wesenhaft geändert, sondern auch der des „Guten“: moralische Gesetze (z.B. das gegen homosexuelle Praktiken und Ehebruch) würden nun nicht mehr als absolute Gesetze fortbestehen. „Gut“ ist das, was die Mehrheit für „gut“ erklärt – und das kann sich je nach Zeitgeist ändern.

Sobald der Mensch die Wahrheit und das Gute von der Verankerung in Gott versucht loszulösen, wird der Mensch mit einer Situation konfrontiert, in der die Wahrheit und das Gute als absolute Instanzen, die unabhängig von jeglicher Willkür und Irrtum sind, nicht mehr erkennbar sein können.

Da aber Gott sowohl die Wahrheit als auch das schlechthin Gute ist, hieße die Forderung nach der Demokratisierung der Kirche in letzter Konsequenz die Verbannung Gottes aus Seiner eigenen Kirche! Einige Mitglieder der Kirche verlangen also die Enthauptung des mystischen Leibes Christi, der die Kirche ist und Christus selbst zum Haupt hat (Vgl. Kolosser 1,18). Ein enthaupteter Leib kann aber nicht leben: er wird sterben und verfallen.

Ich komme nicht umhin, in einer solch rebellischen und autonomiesüchtigen Haltung eine klare Parallele zu dem Stolz und dem Ungehorsam der ersten Menschen zu sehen, die ihren eigenen Willen über den Gottes gestellt haben.

Eine solche Demokratisierung, welche faktisch der Leugnung Gottes gleichbedeutet, würde als Perversion dessen, was den Katholizismus im Kern ausmacht, nicht die Lösung der Probleme der Kirche herbeiführen, sondern ihren sicheren Tod! Somit wird deutlich, dass diejenigen, die nach der Demokratisierung der Kirche rufen, sich von dem, was der katholische Glaube ist, entfernt haben.

Was die Kirche braucht sind nicht Revoluzzer, die Gott vergessen und Ihn aus Seiner eigenen Kirche verbannen wollen, sondern Katholiken, die mit der allerseligsten Mutter Maria zu Gott stets in ehrlicher Weise folgende Worte sagen: „fiat Voluntas TUA“ – DEIN Wille geschehe!

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