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Das Altarsakrament (die Heilige Eucharistie)

Welchen Stellenwert sollte die Eucharistie bei einem Christen haben? Es gibt so viele verschiedene Meinungen – leider auch unter denen, die sich äußerlich zum katholischen Glauben bekennen. Die einen sagen, die Eucharistie sei wahrhaft Christus selbst in Leib, Blut, Seele und Gottheit, während manch andere behaupten, es handele sich bei der Eucharistie nur um eine „symbolhafte Erinnerung“ an das letzte Abendmahl und an das Kreuzesopfer.

Ich möchte hier eine leicht verständliche und nachvollziehbare Erklärung, die bestenfalls aber nur als eine kleine Einführung in das richtige Verständnis der Eucharistie dienen soll, zum Sakrament der Eucharistie wagen. Ich möchte in dieser Erklärung zeigen, dass die Eucharistie nicht nur für den einzelnen Christen, sondern auch für die Kirche als Ganze lebensnotwendig ist. Des Weiteren möchte ich darauf aufmerksam machen, dass man das allerheiligste Sakrament in würdiger Weise zu empfangen ist.

I) Die Eucharistie ist von Christus als notwendiges Sakrament eingesetzt worden:

Der Herr hält eine Rede in der Synagoge von Kafarnaum (Johannes 6,48-59):
„Ich bin das Brot des Lebens. Eure Väter haben in der Wüste das Manna gegessen und sind gestorben. Brot, das vom Himmel herabkommt, ist das, nach dessen Genuss man nicht mehr stirbt. Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, (das ich hingebe) für das Leben der Welt.“ (Joh 6, 48-51)

Soweit erklärt der Heiland, dass der Genuss Seines Fleisches ewiges Leben schenkt und dass Er dieses Sein Fleisch für das Leben der Welt hingeben wird. Dass eine solche Aussage nicht einfach anzunehmen ist, war auch der Fall in der damaligen Zeit. So zweifelten einige Juden an den Worten Christi:

„Da stritten die Juden untereinander und sagten: Wie kann er uns sein Fleisch zu essen geben?“ (Joh 6,52) Ist das nicht auch die Aussage derer, die da behaupten, die Eucharistie sei nur „symbolisch“ zu verstehen? Der Herr – sofern Er tatsächlich alles nur symbolisch gemeint hätte – könnte nun den Juden erklären, dass sie Ihn einfach falsch verstanden haben. Anhand Seiner Reaktion auf den Zweifel der Juden können wir erkennen, ob der Herr die Eucharistie nur als Symbol oder wirklich als Seinen Leib und Sein Blut verstanden hat:

„Da sagte Jesus zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tag. Denn mein Fleisch ist wahrhaft eine Speise und mein Blut ist wahrhaft ein Trank. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, bleibt in mir und ich in ihm. Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und wie ich durch den Vater lebe, so wird jeder, der mich isst, durch mich leben. Dies ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist; (es ist) nicht wie jenes, das eure Väter gegessen haben und (doch) gestorben sind. Wer dieses Brot isst, wird in Ewigkeit leben. Das sagte er, als er in der Synagoge zu Kafarnaum lehrte.“ (Joh 6,53-59)

Dem Herrn war der Zweifel der Juden an Seinen Worten klar: anstatt jedoch zu sagen, dass Er alles nur „symbolisch“ gemeint hätte, bekräftigte der Heiland Seine Worte und bestand darauf, dass Sein Fleisch „wahrhaft eine Speise“ und Sein Blut „wahrhaft ein Trank“ sind. Sein Fleisch und Sein Blut müssen also von demjenigen, der ewiges Leben erlangen möchte, eingenommen werden – als Speise und als Trank – nicht symbolisch, sondern wirklich. Und der Herr sagt ausdrücklich, dass derjenige, der Sein Fleisch nicht isst und Sein Blut nicht trinkt, nicht das Leben in sich hat. Einer aber, der das Leben in sich nicht hat, kann nicht gerettet sein: im Zusammenhang wird nämlich deutlich, dass Christus vom ewigen Leben spricht.

Dieses hochheilige Sakrament wird also vom Heiland selbst geboten und für heilsnotwendig erklärt. Wer kann sich da noch erdreisten, sich einen Christen zu nennen und zu behaupten, er liebe den Herrn, wenn er nicht das tut, was der Heiland aufgetragen hat? Christus sagte ja selbst, dass es die Ihm Gehorsamen sind, die ihn lieben:

„Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt.“ (Johannes 14,21)



II) Die Kirche lebt von der Eucharistie:

Die Kirche ist der mystische Leib Christi (Vgl.: Kolosser 1,24). Wie wird sie aber zum Leib des Herrn? Ist man als Getaufter sofort vollkommenes Mitglied der Kirche, des Leibes Christi? Die Fragen werden im Neuen Testament vom Heiligen Paulus in seinem ersten Brief an die Korinther beantwortet:

„Ist der Becher des Segens, über den wir den Segen sprechen, nicht Teilhabe am Blut Christi? Ist das Brot, das wir brechen, nicht Teilhabe am Leib Christi? Weil es ein Brot ist, sind wir viele ein Leib; denn wir alle haben Anteil an dem einen Brot.“ (I Korinther 10,16-17)

Teilhabe an der Eucharistie, am Blut und am Leib Christi, ist das, was aus vielen Getauften eine Kirche, den mystischen Leib Christi, macht. Wer also von diesem hochheiligen Sakrament getrennt ist, ist auch getrennt vom Leib Christi, von Seiner Kirche. Hier wird auch deutlich, dass die Eucharistie kein Symbol sein kann; denn wenn dem so wäre, so würde man nicht Teilhabe am Leib und am Blut Christi haben, sondern an gewöhnlichem Trank und Brot. Ohne das Sakrament der Eucharistie gibt es also keine Kirche – und ohne das sakramentale Priestertum gibt es auch kein gültiges Sakrament der Eucharistie. Wer also von Körperschaften ohne sakramentales Priestertum und sakramentale Eucharistie behauptet, diese seien „Kirchen“, der befindet sich im Widerspruch zum christlichen Glauben, wie er in der Hl. Schrift und in der Hl. Tradition der Kirche festgehalten und verkündet wird.

III) Das hochheilige Sakrament ist mit Würde und der größten Ehrfurcht zu empfangen:

Eigentlich erklärt sich dieser Punkt wie von selbst, nachdem schon gezeigt wurde, dass es sich bei der Eucharistie wirklich um Unseren Herrn handelt. Wie kann man anders als sich mit größter Ehrfurcht, Unterwürfigkeit und der tiefsten Dankbarkeit („Eucharistie“ heißt Danksagung) gegenüber Gott verhalten? Wo wir uns doch so respektvoll gewissen menschlichen Würdenträgern gegenüber verhalten und wie wir doch so sorgsam wertvolles Metall oder Edelsteine in den Händen halten, müssten wir nicht unendlich sorgsamer und respektvoller – ja ehrfurchtsvoll! – uns verhalten in der Gegenwart dessen, der alles geschaffen hat und erhält? Nichts auf Erden ist kostbarer als die Heilige Eucharistie! Und doch empfangen nicht wenige von uns sie als wäre sie nichts weiter als gewöhnliche Speise. Welch eine Tragödie!

Doch auch die Hl. Schrift sagt etwas zum Empfang der Eucharistie:

„Wer also unwürdig von dem Brot isst oder aus dem Becher trinkt, macht sich schuldig am Leib und Blut des Herrn. Jeder prüfe sich selbst aber selbst und dann esse er von dem Brot und trinke aus dem Becher. Denn wer davon isst und trinkt, der isst und trinkt sich das Gericht, wenn er den Leib des Herrn nicht unterscheidet.“ (I Korinther 11,27-29)

Es wird also gesagt, dass derjenige, der unwürdig an der Eucharistie teilnimmt, weil er den Leib des Herrn nicht mehr unterscheiden kann von gewöhnlicher Speie, sich selbst das Gericht hinzuzieht. Nicht das ewige Leben wird demjenigen zuteil, der unwürdig kommuniziert (zur Kommunion geht), sondern Verdammnis, weil er sich schuldig macht am Leib und am Blut des Herrn! Darum ist es sehr wichtig, dass man vorher zur Beichte geht, wenn man gesündigt hat, bevor man dann zur Kommunion geht. Leider prüfen sich aber nur noch wenige Katholiken vor der Kommunion. Fast jeder möchte das Fleisch Christi essen und Sein Blut trinken, aber die Wenigsten gehen noch zur Beichte, um Christus in würdiger Weise zu empfangen.

IV) Eucharistie(Danksagung)-Feier / Gottesdienst muss ehrfurchtsvoll sein:

Es gibt eine schlechte Entwicklung im Bereich der Liturgie (der Messe), welche die gebotene und angemessene Ehrfurcht vor Gott durch die verschiedenen rituellen Ausdrucksformen vielerorts durch Formen der „aktiven Teilnahme“ verdrängt. Bei der Eucharistie handelt es sich um Gott selbst! Würde ich also als Laie wagen, vor Gott stehen zu bleiben – als wäre ich ein Gleichgestellter? Nein. Vor Gott bin ich nichts. Ohne Gott bin ich nichts. Und weil Er mich, ein Nichts, trotzdem liebt, sodass Er sich für mich – wir für Andere – am Kalvarienberg freiwillig geopfert hat, bin ich aufs Tiefste bewegt und kann nicht anders als Ihm zu danken – trotz der Einsicht, dass der größte Dank, zu dem ich fähig bin, nie genug sein wird: so unendlich ist die Liebe Gottes! Aufgrund dieser Einsicht sind die Gläubigen seit frühester Zeit dazu bewegt worden, sich vor dem in der Eucharistie gegenwärtigen Allmächtigen hinzuknien. Die Mundkommunion bringt dabei noch zum Ausdruck, dass der Laie Empfänger der größten Gnade ist, die ihm unverdientermaßen zuteil wird. Allein der geweihte Priester, der „in persona Christi“ handelt, darf die Hostie anfassen und dem Laien geben. Die heutige Handkommunion bringt zum Ausdruck, dass der Laie selbst sich die Kommunion gibt; der Laie wagt es also, Macht über den in der Hostie gegenwärtigen Gott auszuüben. Dass man sich auch vielerorts nicht an die Bestimmungen der Kirche bezüglich der Handkommunion hält, ist eine Tatsache, die in vielen Fällen zum unwürdigen Empfang der Eucharistie führt.

Die Heilige Schrift fasst in einem Vers alles Gesagte zusammen:

„Darum lasst uns, da wir ein unerschütterliches Reich empfangen, dankbar sein und dadurch Gott so dienen, wie es ihm gefällt, mit Ehrfurcht und Scheu; denn unser Gott ist verzehrendes Feuer.“ (Hebräer 12,28)

Es steht in der Hl. Schrift, welcher Dienst Ihm gefällt: der mit Ehrfurcht und Scheu – nicht der, der so aussieht als würden sich eher die Menschen selbst feiern. Der Christ lebt nicht nach seinem eigenen Willen, sondern nach dem Willen Christi. Wer also in der Messe gegen Ausdrucksformen der Ehrfurcht und der Scheu (z.B. kniende Mundkommunion, Zeit für Stille, Knien bei der Wandlung, Verbeugung vor dem Namen Jesu, usw.) ist, der lehnt sich gegen den in der Hl. Schrift geoffenbarten Willen Gottes auf. Spätestens dann sollte man sich fragen, ob so ein Mensch noch „Gottesdienst“ oder eher Götzendienst feiert…

V) Abschließende Bemerkung:

Anhand der vorhergehenden vier Punkte hoffe ich, dass ich etwas von der Wichtigkeit der Eucharistie und der angemessenen Haltung ihr gegenüber vermitteln konnte. Manche Dinge mögen für einige vielleicht befremdlich klingen oder stark „konservativ“ oder „traditionalistisch“ – wie es einige gerne formulieren. Nun, im Grunde geht es doch darum, dass der Wille des Herrn geschehe: alles, was wir glauben und haben, haben wir von Gott durch die Kirche über die Jahre empfangen und überliefert bekommen:

Tradition. In der Eucharistie gibt uns der Herr nicht nur „etwas“, sondern sich selbst: sie ist das Herzstück echten christlichen Glaubens. In ihr entscheidet sich das Geschick der Welt. So möchte ich abschließen mit den Worten des Heiligen Pierre-Julien Eymard:

„Ein Jahrhundert schreitet voran oder zurück in dem Maß, in welchem das Allerheiligste Sakrament verehrt wird.“ (aus: „Handkommunion“ von P. Martin Lugmayr FSSP, S. 61)

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