StartseiteFreiheit durch GlaubenMaria die Mutter Gottes


Mutter Gottes - Jungfrau Maria - Gottesgebärerin

Woran erkennt man, ob ein Christ wirklich auf dem Weg der Nachfolge Christi ist? Man erkennt es an seinem Verhältnis zur Gottesgebärerin Maria!

Es gibt den lateinischen Ausspruch: "ad Jesum per Mariam": zu Jesus durch Maria. Ich bin fest davon überzeugt, dass es keinen Weg zum Vater gibt außer durch Christus und dass es keinen Weg zu Christus gibt außer durch Maria. Kurz gesagt: es gibt kein Heil ohne Maria! Jenen, die diese Aussage nicht verstehen können oder wollen, möchte ich "Das goldene Buch" des Heiligen Ludwig Maria Grignion von Montfort zur Lektüre vorschlagen.

Dass die besondere Marienverehrung den katholischen Glauben auszeichnet, kann manchmal auch als "Hindernis" in der Ökumene gesehen werden.

Die Frage wird oft gestellt, warum wir Katholiken denn Maria "so sehr verehren". Aber die Frage ist falsch: vielmehr müssten wir die von der Kirche getrennten protestantischen Christen fragen, warum sie der Gottesmutter nicht die Verehrung zukommen lassen, die ihr zusteht?

In dieser Situation halte ich es für das Beste, die besondere Rolle Mariens anhand der Heiligen Schrift zu demonstrieren. Ich möchte den Leser schon darauf hinweisen, dass ich mit diesem text nur an der Oberfläche der Mariologie etwas kratze: es gibt freilich viel mehr über die Gottesmutter zu sagen.

Ich möchte auf drei Rollen Mariens verweisen: die der "Neuen Eva", die der Bundeslade des Neuen Bundes, und die der Mutter all jener, die sich an Gottes Wort halten.

Es ist hier wichtig zu verstehen, dass es Dinge gibt im Alten Testament, deren Vollkommenheit erst im Neuen Testament offenbar wird: das Alte Testament ist so gesehen eine "Vorausschau" des Neuen.

Ein Beispiel: Mit Genesis 1, einem Schöpfungsbericht, fängt die Bibel an. Einen Schöpfungsbericht finden wir aber auch im Neuen Testament: Johannes 1. Beide Bücher fangen sogar mit denselben Worten an:
Genesis 1,1: "Im Anfang..."
Johannes 1,1: "Im Anfang..."

Welche Typologien finden wir denn über Maria?

Wenn manche Christen lesen, dass Christus Seine eigene Mutter "Frau" genannt hat, denken sie, dass Er sie dadurch gering achtete. Was einem aber nicht sofort auffällt, ist die wahre Botschaft der Aussage des Herrn, die nur durch die Typologie erkannt werden kann:

Genesis 2,23: "Da sprach der Mensch (Adam): Das ist endlich Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch! Diese soll Frau heißen, weil sie vom Mann genommen ist."
Johannes 2,4: "Jesus erwiderte ihr: Was willst du von mir, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen."

Indem Christus Seine Mutter "Frau" nannte, stellte Er die Verbindung zum ersten Menschenpaar her: zugleich bezeugte Er damit, dass Er die menschliche Natur Seiner Mutter teilte: sie sind vomselben Fleisch und vomselben Blut. Die menschliche Natur Christi kommt von Seiner Mutter.
Diese Verbindung sollte verdeutlichen, dass Christus der neue Adam ist und Seine Mutter die neue Eva. Christus und Maria sind der Beginn der neuen Schöpfung: deshalb der Vergleich von Genesis 1,1 mit Johannes 1,1.
Wenn die Theorie über die Typologien also stimmt, dann müsste es mehrere Verbindungen zwischen Eva und Maria geben - und diese gibt es! Hierbei müssen wir bedenken, dass die Maria als neue Eva ein gewisses Gegenstück zu Eva darstellt:
So glaubte Eva der Schlange, einem abgefallenen Engel, und leitete somit den Eingang der Sünde und des Todes in die Welt ein. Maria hingegen glaubte dem guten Engel: durch sie kamen Gnade und Heil in die Welt.

Wir nennen Maria oft auch unsere Mutter. Wieso? Wir tun es, weil Christus sie und zur Mutter gegeben hat. Am Fuße des Kreuzes war Johannes der einzige der Aposteln, der beim Herrn geblieben ist. Dort war Johannes - stellvertretend für alle Jünger Christi - mit der Mutter unseres Herrn bei dem Gekreuzigten:
"Als Jesus die Mutter und den Jünger, den er liebte, dastehen sah, sagte er zur Mutter: Frau, das ist dein Sohn! Dann sagte er zu dem Jünger: Das ist deine Mutter! Und von jener Stunde an nahm sie der Jünger zu sich." (Johannes 19,26-27)

Man müsse sich das vorstellen: der gekreuzigte Heiland, der um jeden Atemzug schwer kämpfen muss, wendet Seine Kraft dafür auf, um Seine Mutter Seinem Jünger zur Mutter zu geben, und um Seinen Jünger der Mutterschaft Mariens anzuvertrauen. Dies ist ein sehr wichtiger Akt: denn in diesem Akt gab Christus der Kirche Maria zur Mutter. Maria wurde unsere Mutter durch einen Gnadenakt Christi!

Eva ist die Mutter aller Menschen, Maria aber die Mutter aller Nachfolger Christi:
Genesis 3,20: "Adam gab seiner Frau den Namen Eva (Leben); denn sie wurde die Mutter aller Lebendigen."
Vgl.: Joh 19,26-27: am "Baum des Lebens" (Kreuz) wurde Maria zur Mutter aller Jünger, die in Christus leben.

Dass dies stimmt, sehen wir auch noch anhand eines anderen Beispiels der Typologie:
Genesis 3,15: "Feindschaft will ich setzen zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Spross und ihrem Spross. Er wird dir den Kopf zermalmen und du wirst ihn an der Ferse treffen."
Offenbarung 12,17: "Da geriet der Drache in Zorn über die Frau und ging weg, um Krieg zu führen mit den übrigen Nachkommen, die die Gebote Gottes bewahren und am Zeugnis Jesu festhalten."

Genesis 3 handelt von Eva, Kapitel 12 der Offenbarung aber - u.A. - von Maria. Wie kann man das sagen?
In Offenbarung 12,5 steht nämlich: "Und sie gebar ein Kind, einen Sohn, der über alle Völker mit eisernem Zepter herrschen wird."
Um welches Kind handelt es sich? In Kapitel 19 der Offenbarung finden sich folgende Worte:
"Bekleidet war er mit einem blutgetränkten Gewand und sein Name heißt 'Das Wort Gottes'. Ihm folgten auf weißen Pferden in weißes, reines Leinen gekleidet, die Heerscharen im Himmel. Aus seinem Mund kam ein scharfes Schwert, um damit die Völker zu schlagen. Und er herrscht über sie mit eisernem Zepter und er tritt die Kelter des Weines des grimmigen Zornes Gottes, des Allherrschers."
Es dürfte klar sein, dass es sich um "Das Wort Gottes" um Christus handelt, der mit "eisernem Zepter" über alle Völker herrscht. Wenn er also der Sohn der Frau ist, dann ist die Frau Maria. Es steht also biblisch fest, dass Maria unsere Mutter ist. Als unsere Mutter sind wir verpflichtet, sie zu ehren - gemäß dem Vierten Gebot.

Können wir also sagen, dass Maria die neue Eva ist?
Lasst uns einen Vergleich zwischen den beiden machen:

Eva:
1) Adam nannte Eva "Frau"
2) glaubte einem abgefallen Engel (Schlange)
3) verleitete Adam zu einer bösen Tat
4) verflucht wegen ihres Unglaubens und Ungehorsams
5) durch sie kamen Sünde und Tod in die Welt
6) Mutter aller Lebenden
7) Frau und Nachkommen haben Feindschaft mit Satan

Maria:
1) Jesus nannte Maria "Frau"
2) glaubte einem guten Engel (Erzengel Gabriel)
3) verleitete Christus zur ersten glorreichen Tat (Hochzeit zu Kana)
4) Gehorsam: "Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe nach deinem Wort." (Lukas 1,38)
Glaube: "Selig, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was ihr vom Herrn gesagt wurde." (Lukas 1,45)
5) Durch sie kamen Gnade und Heil in die Welt
6) Mutter derer, die die Gebote Gottes bewahren und am Zeugnis Jesu festhalten
7) Drache bekriegt die Frau und ihre Nachkommen



Wie steht es nun mit Maria als "Bundeslade des Neuen Bundes"?

Die Bundeslade bedeutete die Gegenwart Gottes bei den Israeliten - ihr Verlust Seine Abwesenheit (die Abwesenheit Seiner Huld). So steht in 1 Samuel 6, 22: "Sie sagte: Fort ist die Herrlichkeit aus Israel, denn die Lade Gottes ist erbeutet worden". Die Abwesenheit der Lade ist also die Abwesenheit der "Herrlichkeit" - also die Abwesenheit Gottes. Wenn Maria die Lade des Neuen Bundes ist, so ist Gott auch nur bei denen, die sich an Maria halten.

Ich möchte folgende typologischen Beispiele anführen:

Die Herrlichkeit des Herrn lässt sich auf die Wohnung nieder, die die Bundeslade enthält (Vgl.: Exodus 40,34-35)
Lukas 1,35: "Der Engel antwortete ihr: Heiliger Geist wird über dich kommen und Kraft des Höchsten wird dich überschatten."

2 Samuel 6,9: "An jenem Tag fürchtete sich David vor dem Herrn und sagte sich: Wie kann die Lade des Herrn zu mir kommen?"
Lukas 1,43: "Woher wird mir dies zuteil, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?"

2 Samuel 6,16: "Wie sie nun den König David vor dem Herrn springen und tanzen sah,..."
Lukas 1,44: "Denn als der Klang deines Grußes in mein Ohr drang, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib."

2 Samuel 6,11: "Die Lade des Herrn blieb drei Monate im Haus Obed-Edoms aus Gat und der Herr segnete Obed-Edom samt seinem ganzen Haus."
Lukas 1,56: "Und Maria blieb ungefähr drei Monate bei ihr und kehrte dann in ihr Haus zurück."

Ferner ist die Vision des Johannes von der himmlischen Lade in Offenbarung 11,19, worauf sofort die Vision von der Frau (Maria, Mutter des Herrschers aller Völker) in Offenbarung 20,1 folgt.

Was lässt sich also noch über Maria anhand der Bundeslade sagen?

Nach Exodus 25,11-21 wurde die Bundeslade - von Gott angeordnet - aus feinstem Material, aus purstem Gold gemacht, da sie die heiligsten Artefakte des Volkes Israel beinhalten sollte - und damit auch die Herrlichkeit Gottes. Es durfte also nicht der geringste Makel an der Lade zu finden sein und nur geheiligte und reine Menschen durften sich ihr nähern (Vgl.: Levitikus 16,2-3).

Die Lade enthielt unter Anderem auch Manna (Exodus 16,32): das Brot, das die Israeliten nach der Befreiung von den Ägyptern zu essen bekamen. Die neue Lade enthält das wahre Brot des Lebens: Christus selbst:
"Ich bin das Brot des Lebens. Eure Väter haben in der Wüste das Manna gegessen und sind gestorben. Brot, das vom Himmel herabkommt, ist das, nach dessen Genuss man nicht mehr stirbt. Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, (das ich hingebe) für das Leben der Welt" (Johannes 6,48-51)
In der alten lade das Manna, in der neuen Christus: Maria ist also die neue Lade des Neuen Bundes.

Trifft dies zu, so muss sie auch - wie die Lade des Alten Bundes rein sein. Ihre Reinheit muss aber mehr sein als die Reinheit der Alten Bundeslade, denn sie trug in sich Gott selbst, der im Fleische vom Himmel zu unserer Erlösung herabgekommen war. Die Bundeslade hat Gott durch Menschen machen lassen und enthielt Gegenstände. Maria aber wurde von Gott selbst auserwählt und rein gehalten, um Seinen Mensch-gewordenen Sohn zu tragen. Maria trug Gott in sich: darum musste sie frei sein von jeglicher Sünde. Auch dies geschah analog zu Adam und Eva:
So wie Adam und Eva ursprünglich frei von der Erbsünde waren, so waren Maria und Christus frei von der Erbsünde: Christus, weil Er Gott selbst ist, und Maria, weil sie Christus hat in sich tragen dürfen.

Wie muss man sich also Maria, der Lade des Neuen Bundes, gegenüber verhalten? Mann muss sie verehren, denn ihre Nähe ist die Nähe Christi. Ihre So wie die Israeliten die Bundeslade geehrt haben (Vgl.: 1 Chronik 15 und 16), müssen auch wir Maria verehren: weil dies der Wille Gottes ist.
Wer Maria vergisst und sie nicht selig preist, der vergisst, dass er dadurch Gott missachtet. Marienverehrung ist keinesfalls ein "Luxus" des christlich-katholischen Glaubens, den man als Christ nicht unbedingt schätzen muss - nein, Marienverehrung ist ein zentraler Punkt wahren christlichen Lebens.

"Denn er hat geschaut auf die Niedrigkeit seiner Magd. Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter" (Lukas 1,48).

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