StartseiteFreiheit durch GlaubenVernünftiger Glaube


In unserer heutigen Zeit gibt es das weitverbreitete Phänomen des Unglaubens.

Es ist nicht ein Unglaube im Sinne eines falschen Glaubens gemeint, sondern eine Weltsicht, welche die Nicht-Existenz von Gott postuliert.

Freilich gibt es da auch unterschiedliche "Färbungen": so sagen einige, sie können lediglich nicht an "Götter" glauben; andere wiederum sagen explizit, dass es keinen Gott gibt und dass Menschen, die gläubig sind, irrational - also unvernünftig - seien.

Was ist nun von diesem Vorwurf zu halten? Als bekennender Katholik halte ich natürlich wenig von dem Vorwurf, das der Glaube unvernünftig sei. Im katholischen Glauben gibt es eine harmonische Relation zwischen Glauben und Vernunft (Fides et Ratio). Es ist hier nicht meine Absicht, auf die vielen Argumente der Atheisten und Religionskritiker einzugehen. Es gibt natürlich viele dieser Argumente und auch Gegenargumente. Ich möchte aber auf den Grund der Sache gehen: ist es wirklich unvernünftig zu glauben?

Ich möchte die Vernünftigkeit des Glaubens am Beispiel eines sinnvollen und bedeutungsvollen Lebens darlegen. Doch zunächst verweise ich noch auf einen Auschnitt aus dem Alten Testament. Es handelt sich hierbei um Gedanken, die dem Einen oder dem Anderen vielleicht bekannt vorkommen:

Aus dem Buch der Weisheit, Kapitel 2,1-9:

"Sie tauschen ihre verkehrten Gedanken aus und sagen:
Kurz und traurig ist unser Leben; für das Ende des Menschen gibt es keine Arznei,
und man kennt keinen, der aus der Welt des Todes befreit.

Durch Zufall sind wir geworden, und danach werden wir sein, als wären wir nie gewesen.

Der Atem in unserer Nase ist Rauch, und das Denken ein Funke,
der vom Schlag des Herzens entfacht wird;
verlöscht er, dann zerfällt der Leib zu Asche,
und der Geist verweht wie dünne Luft.

Unser Name wird bald vergessen, niemand denkt mehr an unsere Taten.

Unser Leben geht vorüber wie die Spur einer Wolke und löst sich auf wie ein Nebel,
der von den Strahlen der Sonne verscheucht und von ihrer Wärme zu Boden gedrückt wird.

Unsere Zeit geht vorüber wie ein Schatten, unser Ende wiederholt sich nicht;
es ist versiegelt und keiner kommt zurück.

Auf, lasst uns die Güter des Lebens genießen und die Schöpfung auskosten, wie es der Jugend zusteht.

Erleserner Wein und Salböl sollen uns reichlich fließen, keine Blume des Frühlings darf uns entgehen.

Bekränzen wir uns mit Rosen, ehe sie verwelken;
keine Wiese bleibe unberührt von unseren ausgelassenen Treiben.

Überall wollen wir Zeichen der Fröhlichkeit zurücklassen;
das ist unser Anteil, das fällt uns zu.



Wer kennt die Aussage nicht, wir seien nur durch Zufall geworden? Das ist Dogma des Unglaubens: es gibt keinen Schöpfer. Eine Denkweise, die aber einen Schöpfer ausschließt, führt zu dem Schluss, dass das Leben bedeutungslos und somit sinnlos ist. Viele scheinen sich gar nicht darüber im Klaren zu sein, dass "Sinn" und "Bedeutung" Grund und Zweck voraussetzen. Alles, was Bedeutung und Sinn hat, muss also durch ein denkendes Wesen verursacht worden sein. Wenn etwas nur "zufällig" geschieht, so hat dieses Ereignis objektiv keine Bedeutung und auch keinen Sinn. So fragen wir nicht, was das zufällige Fallen einer Vase für einen "Sinn" oder eine "Bedeutung" hat: dieses Ereignis ist nicht bewusst verursacht worden und hat dementsprechend keinerlei Sinn oder Bedeutung. Es gibt aber Ereignisse, die uns als "zufällig" erscheinen, aber doch einen Grund haben und einen Zweck erfüllen (z.B. Regen). Bei diesen Ereignissen sehen Gläubige die von Gott eingesetzte und durch Ihn erhaltene Ordnung des Alls: also auch keine bloßen "Zufälle".
Wenn man also glaubt, alles sei nur durch "Zufall" geworden, so hat das Leben objektiv weder Sinn noch Bedeutung. Hierbei hilft es auch nicht zu sagen, dass man seinem eigenen Leben Sinn gibt: dies wäre lediglich eine Illusion, die mit dem Tode aufhört. Wenn alles tatsächlich nis Nichts führen würde, so wären all unsere Taten im Großen und Ganzen ohne Bedeutung und Sinn: das Ende bleibt das Gleiche für alle. Daher verstehe ich die Aussage die Denke der Frevler im Buch der Weisheit; sie haben erkannt, dass - nach ihrem Weltbild - es egal ist, was sie tun oder lassen, denn sie werden alle zu Nichts zerfallen. Was bleibt ihnen also übrig als der Versuch, das kurze Leben in vollen Zügen zu genießen? Aber auch dieses ist kein "sinnvolles" oder "bedeutungsvolles" Leben: es ist eine Lebensweise geboren aus der Sicht der eigenen Bedeutungslosigkeit und Sinnlosigkeit.
Was wären "gut" oder "böse"? Nichts. Denn am Ende gibt es keinen Unterschied: alles zerfällt zu nichts!

Nun kommt aber die entscheidende Frage? Leben wir unser Leben nach der Sicht der Frevler oder nach der Erkenntnis des Glaubens? Ich gehe davon aus, dass die meisten Menschen ihr Leben zielgerichtet führen: sie haben Wünsche, Träume, Ziele. Es existiert auch ein moralisches Bewusstsein: wir beurteilen bestimmte Handlungen als "gut" oder "böse". Wir können also sagen: wir leben als wäre das Leben an sich sinnvoll und bedeutungsvoll! Wir leben also als hätte das Leben tatsächlich Sinn und Bedeutung. Sind wir unvernünftig? Hätten die Frevler Recht, dann ja; denn wir würden eine Illusion leben; wir würden uns nicht nach der Wahrheit richten. Aber hier stellt sich die Frage, ob man sich denn überhaupt an die Wahrheit richten muss, wenn das Leben an sich keinen Sinn und keine Bedeutung hat? Das Ende wäre dasselbe für den illusorischen und den wahrheitsgetreuen Menschen. Wenn die Frevler also Recht behalten, so wäre auch die Illusion egal: sie wäre eine Art der sinnlosen Lebensführung unter anderen. Hätten die Frevler Recht und wir wären wirklich nur durch Zufall geworden, so wäre auch der Glaube nicht schlechter zu bewerten als der Unglaube: das Ende bleibt ja gleich - Glaube und Unglaube hätten beide keinen intrinsischen Wert. Was heißt das aber nun? Das heißt, dass der Gottlose keinerlei logische Basis für die Behauptung hat, der Glaube sei unvernünftig. Wenn etwas unvernünftig wäre, dann der Unglaube: die Weltsicht, die er postuliert führt alles ad absurdum: selbst die Wissenschaft wäre dann ein absurdes Unterfangen: vielleicht spaßig, aber objektiv sinnlos und bedeutungslos.

Nochmal die Ergebnisse:
Hätten die Frevler Recht, so ist es egal, ob man glaubt oder nicht: alles wäre gleich sinnlos.
Hätte der Glaubende Recht, so ist ein gläubiges Leben ein vernünftiges Leben. Der Unglaube wäre unvernünftig.

Wir sehen also:
In einem Fall ist es egal, im Anderen ist der Glaube vernünftig.
Wie wir also sehen: es ist vernünftig an Gott zu glauben.

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