StartseiteFreiheit durch GlaubenVom Sinn des lebens

Wenn ich mit jemandem das erste Mal spreche, so stelle ich oft zwei Fragen:

„Wofür lebst du hauptsächlich?" und Bist du glücklich?"


Die Antworten, die Menschen auf diese beiden Fragen geben, sagen meiner Meinung nach viel über sie aus. Es sind Antworten, die offenbaren, wonach man das eigene Leben orientiert: es sind also Aussagen über die eigene Überzeugung über den Sinn des Lebens, denn das, was ich als oberstes Prinzip über alle anderen Aspekte im Leben stelle und gemäß dem ich mein Glück messe, ist genau das, welches ich für den Sinn meines Lebens halte. Also ist das primäre und höchste Ziel, der Sinn meines Lebens, und meine Glückseligkeit entscheidet sich an der meiner Entfernung davon und an meiner Bewegung hin zu diesem Ziel oder von ihm Weg.

Aber wer weiß denn schon, was der Sinn des Lebens ist? Man geht zur Schule, studiert, arbeitet, man wird alt und stirbt irgendwann – dazwischen gibt es einige Höhen und Tiefen. Ist denn nicht das Überleben an sich der Sinn des Lebens?

Freilich gehört der Wille zum Überleben zum Leben selbst. Im Normalfall sehen wir, dass alles, was lebt, danach strebt, weiter zu leben und nicht zu sterben: wir erkennen also einen natürlichen Hang zum Leben.

Warum dies, wenn das eigentliche Ende allen Lebens das absolute „nichts" sein sollte? Als Katholik glaube ich natürlich, dass wir nicht für das „nichts" geschaffen wurden, sondern für die Ewigkeit: ewiges Leben. Aber ist das auch schon alles? Wir sollten einfach „ewig existieren"? Natürlich nicht.

Jeder Mensch möchte glücklich sein: wir empfinden alle Leid als etwas Negatives, etwas Unerwünschtes.

Wir haben demnach also eine Grundorientierung an einem Leben in Freude, eine Grundorientierung am Guten. Was ist aber die Quelle der Freude? Finde ich es in mir? Wenn ja, dann müsste ich mir selbst genügen um glücklich zu sein – ich bräuchte keine Umwelt, keine Nächsten. Aber so sind wir Menschen nicht. Man sagt, dass wir soziale Geschöpfe sind. Wie wahr! Was heißt es denn, ein „soziales Geschöpf" zu sein? Das heißt, dass wir Menschen von Natur aus im Kontext einer Relation, einer Beziehung, leben müssen.

Und warum ist es wichtig, diesen Aspekt unserer Natur hervorzuheben? Es ist wichtig, weil wir genau im Kontext der Relation die Quelle der Freude finden: sie ist nämlich die Liebe. Wir komme ich nun darauf, die Liebe als Quelle der Freude zu identifizieren? Nun, ich spreche nicht von Freude im Sinne von „Spaß", nein, ich sprechen von Freude im Sinne der Erfüllung und der Glückseligkeit: im Sinne eines anhaltenden inneren Friedens und Zufriedenheit.

Ist es nicht die Liebe, die das Innerste eines Menschen am stärksten bewegen kann? Alles, was gut ist, kommt von der Liebe. Und es ist die Liebe, wonach wir alle streben, denn ohne die Liebe gibt es keine Freude, keine Erfüllung, keine Glückseligkeit – letztendlich kein Leben. Dass wir nach ebendiesen Dingen streben, können wir auch an unserem Verhalten erkennen: viele von uns suchen das Glück in materiellen Dingen: man braucht immer neue Autos, neue Schuhe, neue PCs, etc. Bei Einigen geht es sogar soweit, dass die Mitmenschen zu solchen „Ersatzbefriedigungen" degradiert werden, sodass man recht häufig die Partner wechselt – immer auf der Suche nach „Spaß" – eigentlich nach Freude…

Wir haben Wünsche und Sehnsüchte: das zeigt, dass wir nach etwas suchen, was uns erfüllen sollte. Solange wie wir es noch nicht haben, werden wir weiter suchen – wir können eben nicht anders. Wo ist aber die Antwort auf unsere tiefsten Sehnsüchte zu finden?

Ich habe es schon gesagt: in der Liebe. Und was ist die Liebe?
Und warum sind wir so, dass wir nach der Liebe streben?

Es scheint so, dass wir Menschen „programmiert" worden sind, um nach Liebe zu streben. Eine solche „Vorprogrammierung" wäre gewiss keine Sache des „Zufalls" – ebenso wenig wie die rundorientierung am Leben. Wäre dies der Fall, so müsste man davon ausgehen, dass das ganze Leben an sich absurd ist.

Was aber ist die Antwort des katholischen Glaubens? Ich finde, dass der Kirchenvater St. Augustinus die Antwort auf diese Frage nicht hätte besser formulieren können:

„Du hast uns, o Gott, für dich erschaffen; und unser Herz ist unruhig, bis es ruhet in dir, o Gott."

Für Gott sind wir also geschaffen. Was aber hat Gott mit der Freude, mit der Liebe zu tun? „Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott, und Gott bleibt in ihm." (I Johannes 4, 16)

Gott ist die Liebe!

Diese Behauptung ist eine Eigenart des christlichen Glaubens: wir haben Gott nicht nur als einen Liebenden erkannt, sondern als die Liebe selbst. Und genau hierin zeigt sich die große Bedeutung eines der größten Mysterien des christlichen Glaubens:
das Mysterium der Dreieinigkeit. Der eine Gott ist in sich Relation, Beziehung – Er ist in sich die vollkommene und unendliche Liebesbeziehung: Vater und Sohn, die sich gegenseitig für alle Ewigkeit lieben, und die Liebe, die sie teilen, ist der Heilige Geist: drei Personen und doch nur ein Gott: das ist die Vollkommenheit der Liebe: unauflösliche Einheit und Beziehung zugleich.

Dieses Geheimnis wurde uns durch unseren Herrn Jesus Christus geoffenbart: in Gott sehen wir nicht nur die Wahrheit über unser Dasein, sondern auch das Leben selbst. Gott ist die Quelle unseres Lebens und unserer Freude: Er ist die Wahrheit.

Was also ist zu tun, wenn ich wahrlich leben möchte in Wahrheit und Liebe?
Was also ist zu tun, nachdem ich den Sinn des Lebens erkannt habe?
Man muss sich also entscheiden: für das Leben oder dagegen – für die Liebe oder dagegen – für die Wahrheit oder dagegen – für Gott oder gegen Ihn.

Man kann nicht beide Wege gehen, man muss sich für einen entscheiden.

„Leben und Tod lege ich dir vor, Segen und Fluch. Wähle also das Leben,
damit du lebst, du und deine Nachkommen. Liebe den Herrn, deinen Gott, höre
auf seine Stimme, und halte dich an ihm fest; denn er ist dein Leben."
(Deuteronomium 30, 19 – 20)

Wer sich für die Liebe, die Wahrheit und das Leben – also für Gott – entscheidet, der wählt nicht irgendeine Ideologie oder eine Theorie als seinen Weg, sondern eine Person: Christus Jesus. Der Weg des katholischen Christen ist der Weg der Liebe in Wahrheit: der Weg des In- Beziehung - Tretens mit unserem Erlöser, Christus Jesus, der einst sagte, was heute noch gilt und immer geltend bleibt:

„Ich bin der Weg, und die Wahrheit, und das Leben." (Johannes 14, 6)

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