StartseiteJungfrau Maria - Gottesgebärerin

Maria – die „Mutter des Ja“ Maria, das Mädchen von Nazareth, ist für Papst Benedikt eine der wichtigsten und sympathischsten Gestalten der Heiligen Schrift: Sie steht für „den Neubeginn Gottes in einer vergreisten Welt“ und gibt dem Christentum ein junges und attraktives Gesicht. Darüber hinaus stellt sie eine Brücke dar vom Alten zum Neuen Testament – und auch (angesichts der vielen Muttergottheiten in antiken Religionen) eine Brücke zwischen „Naturreligion und Glaube“.

Marienverehrung scheint dem Papst durchaus „wichtig für einen gesunden Glauben“; und so wie sie nach den Worten des Evangelisten Lukas „alles in ihrem Herzen bewahrte“, ist sie uns heute Vorbild für das gläubige Betrachten (Kontemplation). Im „einseitig vermännlichten Christentum des Westens“, so kritisierte schon vor seiner Wahl auf den Stuhl Petri der Kardinal Ratzinger, ist nämlich die Kontemplation etwas ins Hintertreffen geraten; und „der Ausfall der Kontemplation ist mit dem Ausfall des Marianischen weitgehend identisch“.

Marias Haltung lehrt uns immer wieder von neuem, dass es nicht nur auf unser Können und unseren Aktivismus ankommt, sondern dass wir wie sie „heilige Erde“ werden sollen, in der das Wort Gottes „in der Tiefe des Betens, Sehnens und Glaubens“ wachsen kann. Maria macht die Kirche „feminin“ und persönlich, und Marienfrömmigkeit sorgt – so sagt es Papst Benedikt – für eine gläubige Emotion, die der „theologischen Rationalität“ die Waage hält.

Und wer ist das Mädchen von Nazareth“ für den Papst persönlich? Vor allem ist sie für ihn – und da spricht der lebenslange Gottsucher – „Ausdruck der Nähe Gottes“. Es sei schon „sehr bewegend“, dass „der Sohn Gottes eine menschliche Mutter hat“, der auch wir anvertraut sind. Auf die Frage, ob man den Begriff „Jungfrauengeburt“ wörtlich nehmen sollte, hat er einmal die kürzeste Antwort gegeben, die überhaupt möglich ist: „Ja“. An anderer Stelle erklärte er, dass die Mutterschaft Mariens und ihre Jungfräulichkeit zusammengehören: „Sie ergänzen und kennzeichnen sich gegenseitig“, und gerade ihr Zusammenspiel ergibt das „Geheimnis Marias, wie die Evangelien es uns vorlegen“. Unvergesslich ist für den jetzigen Papst „der Augenblick, in dem sich die Konzilsväter … spontan von ihren Sitzen erhoben und stehend applaudierten“, als Paul VI. Maria zur „Mutter der Kirche“ proklamierte. „Maria ist uns so nahe wir kein anderer Mensch“, sagt er, und sie, „die einfache Frau aus der Provinz“, das „demütige Mädchen aus Nazareth“, ist „Spiegelbild der Kirche“ und „ihre wahre Mitte, der wir vertrauen, auch wenn uns ihre Randbereiche so oft auf der Seele lasten“.

Sie ist, so formuliert es der Papst mit biblischen, sehr poetischen Worten, „das lebendige Haus Gottes, der nicht in steinernen Häusern wohnt, sondern im Herzen der lebendigen Menschen“; sie ist „die wahre Bundeslade“, das „Zelt Gottes“; „sie ist das heilige Israel, der lautere Rest“, der zeigt, dass Gottes Plan mit den Menschen „nicht gescheitert“ ist. „Ihr hat Gott sein Bild aufgeprägt“; „jeder kann es in seiner Schwachheit und Sünde wagen, sich … an diese Mutter zu wenden, denn sie hat Verständnis für alles“.

Der Papst besteht allerdings sehr deutlich darauf, dass die „wahre Marienverehrung“ in keiner Weise den Glauben an Christus, den „einzigen Mittler zwischen Gott und den Menschen“, beeinträchtigen kann – man lese: darf.

Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel
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3. Maria und die Eucharistie
5. Die Gottesmutterschaft Mariens
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