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Die Heilige Schrift mit Kommentare zur Hl. Schrift mit Papst Benedikt XVI & Papst Franziskus

Hier erfahren sie einige Gedanken - Kommentare zum neuen Testament durch den Heiligen Vaters Papst Benedikt XVI & Papst Franziskus (© Liberia Editrice Vaticana / © St. Benno-Verlag) / ©Evangelizo.org 2001-2013

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»Ich bin der gute Hirt«

11 Ich bin der gute Hirt. Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe.
12 Der bezahlte Knecht aber, der nicht Hirt ist und dem die Schafe nicht gehören, lässt die Schafe im Stich und flieht, wenn er den Wolf kommen sieht; und der Wolf reißt sie uns jagt sie auseinander. Er flieht,
13 weil er nur ein bezahlter Knecht ist und ihm an den Schafen nichts liegt.
14 Ich bin der gute Hirt; ich kenne die Meinen und die Meinen kennen mich,
15 wie mich der Vater kennt und ich den Vater kenne; und ich gebe mein Leben hin für die Schafe.
16 Ich habe noch andere Schafe, die nicht aus diesem Stall sind; auch sie muss ich führen und sie werden auf meine Stimme hören; dann wird es nur eine Herde geben und einen Hirten.
17 Deshalb liebt mich der Vater, weil ich mein Leben hingebe, um es wieder zu nehmen.
18 Niemand entreißt es mir, sondern ich gebe es aus freiem Willen hin. Ich habe Macht, es hinzugeben, und ich habe Macht, es wieder zu nehmen. Diesen Auftrag habe ich von meinem Vater empfangen.Aus Johannes 10

Jesus spricht über sich als den guten Hirten, der seinen Schafen ewiges Leben gibt (vgl. Joh 10,28). Das Bild des Hirten ist tief im Alten Testament verwurzelt und liegt der christlichen Überlieferung sehr am Herzen. Der Titel »Hirte Israels« wird von den Propheten dem künftigen Nachkommen Davids zuerkannt, und daher besitzt er zweifellos messianische Bedeutung (vgl. Ez 34,23). Jesus ist der wahre Hirte Israels, weil er der Menschensohn ist, der die Natur des Menschen annehmen wollte, um ihnen das neue Leben zu schenken und sie zum Heil zu führen. Bedeutsamerweise fügt der Evangelist dem Begriff »Hirt« das Adjektiv »kalós« – gut – hinzu, das er einzig und allein mit Bezug auf Jesus und seine Sendung verwendet. Auch im Bericht von der Hochzeit in Kana wird das Adjektiv »kalós« zweimal gebraucht, um den von Jesus dargebrachten Wein zu bezeichnen, und man erkennt darin unschwer das Symbol des »guten« Weines der messianischen Zeit (vgl. Joh 2,10).

»Ich gebe ihnen (nämlich meinen Schafen) ewiges Leben, und sie werden niemals zugrunde gehen« (Joh 10,28). Diese Worte spricht Jesus, der kurz zuvor gesagt hatte: »Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe« (Joh 10,11). Johannes benutzt das Verb »tithénai« – hingeben, das er in den darauffolgenden Versen wiederholt; dasselbe Verb finden wir im Bericht vom Letzten Abendmahl, als Jesus sein Gewand »ablegte«, um es dann »wieder anzulegen« (Joh 13,4.12). Es ist deutlich, dass auf diese Weise ausgesagt werden soll, dass der Erlöser mit absoluter Freiheit über sein eigenes Leben verfügt, so dass er es hingeben und dann wieder nehmen kann. Christus ist der wahre gute Hirt, der sein Leben für seine Schafe – für uns – hingegeben hat, indem er sich am Kreuz geopfert hat. Er kennt seine Schafe, und seine Schafe kennen ihn, wie ihn der Vater kennt, und er den Vater kennt (vgl. Joh 10,14–15). Es handelt sich nicht um ein rein verstandesmäßiges Kennen, sondern um eine tiefe persönliche Beziehung; ein Kennen vom Herzen her, das demjenigen zu eigen ist, der liebt und der geliebt wird, der treu ist und der weiß, dass er seinerseits dem anderen vertrauen kann; ein Kennen aus Liebe, kraft dessen der Hirt die Seinen einlädt, ihm zu folgen, und das in Fülle offenbar wird im Geschenk des ewigen Lebens, das er ihnen macht (vgl. Joh 10,27– 28).

 


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