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Die Heilige Schrift mit Kommentare zur Hl. Schrift mit Papst Benedikt XVI & Papst Franziskus

Hier erfahren sie einige Gedanken - Kommentare zum neuen Testament durch den Heiligen Vaters Papst Benedikt XVI & Papst Franziskus (© Liberia Editrice Vaticana / © St. Benno-Verlag) / ©Evangelizo.org 2001-2013

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Jesu Tod am Kreuz

23 Sie schrien und forderten immer lauter, er solle Jesus kreuzigen lassen, und mit ihrem Geschrei setzten sie sich durch:
24 Pilatus entschied, dass ihre Forderung erfüllt werden solle.
25 Er ließ den Mann frei, der wegen Aufruhr und und Mord im Gefängnis saß und den sie gefordert hatten. Jesus aber lieferte er ihnen aus, wie sie es verlangten.
26 Als sie Jesus hinausführten, ergriffen sie einen Mann aus Zyrene namens Simon, der gerade vom Feld kam. Ihm luden sie das Kreuz auf, damit er es hinter Jesus hertrage.
27 Es folgte eine große Menschenmenge, darunter auch Frauen, die um ihn klagten und weinten.
28 Jesus wandte sich zu ihnen um und sagte: Ihr Frauen von Jerusalem, weint nicht über mich; weint über euch und eure Kinder!
29 Denn es kommen Tage, da wird man sagen: Wohl den Frauen, die unfruchtbar sind, die nicht geboren und nicht gestillt haben.
30 Dann wird man zu den Bergen sagen: Fallt auf uns!, und zu den Hügeln: Deckt uns zu!
31 Denn wenn das mit dem grünen Holz geschieht, was wird dann erst mit dem dürren werden?
32 Zusammen mit Jesus wurden auch zwei Verbrecher zur Hinrichtung geführt.
33 Sie kamen zur Schädelhöhe; dort kreuzigten sie ihn und die Verbrecher, den einen rechts von ihm, den andern links.
34 Jesus aber betete: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun. Dann warfen sie das Los und verteilten seine Kleider unter sich.
34 Die Leute standen dabei und schauten zu; auch die führenden Männer des Volkes verlachten ihn und sagten: Anderen hat er geholfen, nun soll er sich selbst helfen, wenn er der erwählte Messias Gottes ist.
36 Auch die Soldaten verspotteten ihn; sie traten vor ihn hin, reichten ihm Essig
37 und sagten: Wenn du der König der Juden bist, dann hilf dir selbst!
38 Über ihm war eine Tafel angebracht; auf ihr stand: Das ist der König der Juden.
39 Einer der Verbrecher, die neben ihm hingen, verhöhnte ihn: Bist du denn nicht der Messias? Dann hilf dir selbst und auch uns!
40 Der andere aber wies ihn zurecht und sagte: Nicht einmal du fürchtest Gott? Dich hat doch das gleiche Urteil getroffen.
41 Uns geschieht recht, wir erhalten Lohn für unsere Taten; dieser aber hat nichts Unrechtes getan.
42 Dann sagte er: Jesus, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst.
43 Jesus antwortete ihm: Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.
44 Es war etwa um die sechste Stunde, als eine Finsternis über das ganze Land hereinbrach. Sie dauerte bis zur neunten Stunde.
45 Die Sonne verdunkelte sich. Der Vorhang im Tempel riss mitten entzwei,
46 und Jesus rief laut: Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist. Nach diesen Worten hauchte er den Geist aus.
47 Als der Hauptmann sah, was geschehen war, pries er Gott an und sagte: Das war wirklich ein gerechter Mensch.
48 Und alle, die zu diesem Schauspiel herbeigeströmt waren und sahen, was sich ereignet hatte, schlugen sich an die Brust und gingen betroffen weg.
49 Alle seine Bekannten aber standen in einiger Entfernung (vom Kreuz), auch die Frauen, die ihm seit der Zeit in Galiläa nachgefolgt waren und die alles mit ansahen.
50 []
51 Damals gehörte zu den Mitgliedern des Hohen Rates ein Mann namens Josef, der aus der jüdischen Stadt Arimathäa stammte. Er wartete auf das Reich Gottes und hatte dem, was die anderen beschlossen und taten, nicht zugestimmt, weil er gut und gerecht war.
52 Er ging zu Pilatus und bat um den Leichnam Jesu.
53 Und er nahm ihn vom Kreuz, hüllte ihn in ein Leinentuch und legten ihn in ein Felsengrab, in dem noch niemand bestattet worden war.
54 Das war am Rüsttag, kurz bevor der Sabbat anbrach.
55 Die Frauen, die mit Jesus aus Galiläa gekommen waren, gaben ihm das Geleit und sahen zu, wie der Leichnam in das Grab gelegt wurde.
56 Dann kehrten sie heim und bereiteten wohlriechende Öle und Salben zu. Am Sabbat aber hielten sie die vom Gesetz vorgeschriebene Ruhe ein. Lukas 23

Der Augenblick der Wahrheit

Wir müssen vom zentralen Ereignis ausgehen: dem Kreuz. Hier offenbart Christus sein einzigartiges Königtum. Auf Golgota stoßen zwei entgegengesetzte Haltungen aufeinander. Einige Menschen zu Füßen des Kreuzes und auch einer der beiden Verbrecher wenden sich voll Verachtung an den Gekreuzigten: Wenn du der Christus bis, der König und Messias – sagen sie –, so rette dich selbst und steige von der Hinrichtungsstätte herab. Jesus hingegen offenbart seine Herrlichkeit, indem er dort am Kreuz als Opferlamm bleibt. Auf seine Seite stellt sich unerwartet der andere Verbrecher, der implizit das Königtum des unschuldigen Gerechten bekennt und fleht: »Denk an mich, wenn du in dein Reich kommst« (Lk 23,42). Der hl. Cyrill von Alexandrien kommentiert: »Du siehst ihn als Gekreuzigten und rufst ihn als König an. Du glaubst, dass der, der Schmach und Leid erträgt zur göttlichen Herrlichkeit gelangen wird« (Commentarii in Lucam, Predigt 153). Nach dem Evangelisten Johannes ist die göttliche Herrlichkeit schon gegenwärtig, wenn auch verborgen durch die Entstellung des Kreuzes. Aber auch die Sprache des Lukas wird die Zukunft in der Gegenwart vorweggenommen, als Jesus dem guten Schächer verheißt: »Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein« (Lk 23,43). Der hl. Ambrosius merkt an: »Dieser bat, dass der Herr seiner gedenke, wenn er in sein Reich kommt, der Herr aber antwortete ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein. Leben heißt bei Christus sein, denn wo Christus ist, da ist das Reich« (Expositio in Lucam, 10,121). Die Anklage: »Das ist der König der Juden«, die auf einer über dem Haupt Jesu festgenagelten Tafel geschrieben stand, wird so zur Verkündigung der Wahrheit. Der hl. Ambrosius merkt weiter an »Richtigerweise befindet sich die Inschrift über dem Kreuz, denn: Obwohl Jesus, der Herr, am Kreuz hing, erstrahlte er doch von der Höhe des Kreuzes in königlicher Majestät« (ebd., 10,113).

Die Szene der Kreuzigung bildet in den vier Evangelien den Augenblick der Wahrheit, in dem der »Vorhang im Tempel« mitten entzwei reißt und der Heilige der Heiligen in Erscheinung tritt. In Jesus, dem Gekreuzigten, vollzieht sich die höchste Offenbarung Gottes, die in dieser Welt möglich ist, da Gott die Liebe ist, und Jesu Tod am Kreuz der größte Akt der Liebe der ganzen Geschichte ist. (Denkt immer daran,) welchem König ihr dient, auf welchen Thron er erhoben worden ist und wie er bis zum Ende treu war, um die Sünde und den Tod mit der Kraft der göttlichen Barmherzigkeit zu besiegen.

Der Tod eines Gottes – Meditation am Karfreitag

Auch in diesem Jahr haben wir wieder den Kreuzweg, die Via Crucis, zurückgelegt und dabei der Stationen der Passion Christi im Glauben gedacht. Unsere Augen haben wieder das Leiden und die Todesangst gesehen, die unser Erlöser in der Stunde des großen Schmerzes ertragen musste, die den Höhepunkt seiner irdischen Sendung anzeigte. Jesus stirbt am Kreuz und ruht im Grab. Der Karfreitag, der so sehr von menschlicher Trauer und religiösem Schweigen erfüllt ist, endet in der Stille der Betrachtung und des Gebets. Wenn wir nach Hause gehen, wollen auch »wir uns an die Brust schlagen«, wie diejenigen, die beim Opfertod Jesu zugegen waren, und über alles Vorgefallene nachdenken (vgl. Lk 23,48). Kann man etwa gleichgültig bleiben angesichts des Todes eines Gottes? Für uns, für unser Heil ist er Mensch geworden und am Kreuz gestorben.


 


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