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Christi Himmelfahrt

„Aufge­fahren in den Himmel, sitzet zur rechten Hand Gottes, des Vaters.“ So bekennen wir im Glaubensbe­kenntnis, das ist der Inhalt des Festes. Aufgefahren in den Himmel, sitzet zur rechten Hand Got­tes, des Vaters.

Mit die­sem Fest tun sich man­che schwer. Die ungläu­bige Mensch­heit hat an die Stelle der Him­mel­fahrt des Herrn den Vater­tag gesetzt, einen völ­li­gen Unsinn.

Aber auch die Gläu­bi­gen wer­den von Fra­gen gepei­nigt, was es mit der Him­mel­fahrt des Herrn, was es mit dem Him­mel auf sich hat, und wir müs­sen uns den Fra­gen stel­len.


Predigten zum Fest Christi Himmelfahrt

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Die Ver­kün­di­ge­rin der apos­to­li­schen Lehre

Im Namen des Vaters und des Soh­nes und des Hei­li­gen Geis­tes. Amen.

Geliebte im Herrn!

„Auch ihr wer­det Zeug­nis von mit able­gen, weil ihr von Anfang an bei mir waret.“ Und der Herr hat diese Ver­hei­ßung befes­tigt durch den Befehl: „Gehet hin und leh­ret alle Völ­ker!“ Die Apos­tel sind hin­ge­gan­gen, und sie haben alle Völ­ker gelehrt, soweit es in ihrer Kraft stand. Ihre Lehre, die apos­to­li­sche Lehre, ist die Grund­lage, auf der die Kir­che steht. Wir beken­nen unsere Kir­che als die apos­to­li­sche, und das heißt in ers­ter Linie, dass sie auf die Apos­tel zurück­geht, dass sie auf dem Grund ange­legt ist, den die Apos­tel gelegt haben, auch auf dem Glau­bens­grund. Die Kir­che hat immer gelehrt: Die Offen­ba­rung Christi ist mit dem Tode des letz­ten Apos­tels abge­schlos­sen. Was nach­her kommt, ist keine öffent­li­che Offen­ba­rung Christi mehr, keine ver­bind­li­che, keine für alle gel­tende. Die Offen­ba­rung Christi ist mit dem Tod des letz­ten Apos­tels abge­schlos­sen.

Als apos­to­li­sche Kir­che, als auf dem Grund der Apos­tel erbaute Kir­che ist die Kir­che in die Welt hin­ein­ge­schrit­ten und legt sie von Chris­tus Zeug­nis ab im apos­to­li­schen Geiste, im apos­to­li­schen Eifer, in apos­to­li­schem Todes­mut. „Wir haben den Herrn gese­hen“, sag­ten die Apos­tel nach den Erschei­nun­gen. „Wir haben den Herrn gese­hen.“ Das­selbe kann die katho­li­sche Kir­che sagen: „Ich habe den Herrn gese­hen.“ Denn sie war schon in den Apos­teln da, leben­dig, in sich voll­endet. Das Bild Christi, das die Apos­tel der Kir­che über­lie­fert haben, hat sich nicht geän­dert. Sie bekennt heute wie ges­tern: Chris­tus ist der leib­haf­tige Sohn Got­tes. Er ist der natür­li­che Sohn Got­tes, nicht der ange­nom­mene, wie der Adop­tia­nis­mus behaup­tete. Er ist einer aus der Drei­fal­tig­keit, nicht ein zwei­ter Gott, nicht ein min­de­rer Gott, wie der Aria­nis­mus wollte. Nein, die Kir­che hat gegen alle Irr­leh­ren die Wahr­heit von Chris­tus macht­voll ver­tei­digt, seine gott­men­sch­li­che Ehre hoch­ge­hal­ten. Jede Irr­lehre hat sie zur kla­re­ren Fest­stel­lung des Wesens Christi gezwun­gen. Das war die unge­wollte Folge der Irr­leh­ren.

Und nicht nur durch die Lehre hält sie das Gedächt­nis an Chris­tus wach, auch durch die Feste. Wir haben soeben das Fest der Him­mel­fahrt Christi began­gen. Die­ses Fest bewahrt die Kir­che mit eiser­ner Kon­se­quenz. Nicht alle, die sich Chris­ten nen­nen, tun das glei­che. Vor weni­gen Tagen hat der oberste Pro­tes­tant in Deutsch­land, der frü­here Vor­sit­zende des Rates der Evan­ge­li­schen Kir­che in Deutsch­land, Wolf­gang Huber, erklärt, die evan­ge­li­sche Kir­che ver­stehe sich als eine durch die Auf­klä­rung und Moderne hin­durch­ge­gan­gene Kir­che, wäh­rend die katho­li­sche Kir­che im Mit­tel­al­ter ste­hen geblie­ben sei. Was Huber über den Pro­tes­tan­tis­mus sagt, stimmt. Die evan­ge­li­sche Kir­che ist durch die Auf­klä­rung und durch die Moderne geprägt. Aber man muss dann gleich hin­zu­sa­gen: Und dar­über hat sie das Erbe der Apos­tel ver­lo­ren. Es ist dahin gekom­men, dass evan­ge­li­sche Theo­lo­gen grund­we­sent­li­che Inhalte des apos­to­li­schen Glau­bens leug­nen – wie die leib­haf­tige Auf­er­ste­hung und die glor­rei­che Him­mel­fahrt Jesu. Man fragt sich dann, wie sie noch am apos­to­li­schen Glau­bens­be­kennt­nis fest­hal­ten kön­nen. Diese Frage hat man ein­mal an einen der moder­nen, einen berühm­ten evan­ge­li­schen Theo­lo­gen gerich­tet: Wie kön­nen Sie noch das Glau­bens­be­kennt­nis, das apos­to­li­sche, fest­hal­ten? Sollte man es nicht abschaf­fen? „Nein“, sagte er, „nicht abschaf­fen, inter­pre­tie­ren!“ Das heißt umdeu­ten. Nicht abschaf­fen, son­dern inter­pre­tie­ren. Das heißt umdeu­ten! Den eigent­li­chen Inhalt ver­tau­schen durch einen Pseu­do­in­halt, der den Men­schen von heute ein­geht.

Der Ratio­na­lis­mus der Auf­klä­rung ver­warf die Him­mel­fahrt Christi und ließ sie nur als Dich­tung, als Legende, als mythi­sche Aus­sage gel­ten. Die libe­rale Theo­loge im Pro­tes­tan­tis­mus folgte die­ser Ein­schät­zung. Der viel­ge­rühmte evan­ge­li­sche Theo­loge Schlei­er­ma­cher, des­sen Werke ja jetzt neu auf­ge­legt wer­den, meinte – ich zitiere wört­lich: „Die Tat­sa­chen der Auf­er­ste­hung und der Him­mel­fahrt Christi sowie die Vor­her­sa­gung sei­ner Wie­der­kunft kön­nen nicht als eigent­li­che Bestand­teile der Lehre von sei­ner Per­son auf­ge­stellt wer­den.“ Ich wie­der­hole noch ein­mal die­sen Satz: „Die Tat­sa­chen der Auf­er­ste­hung und der Him­mel­fahrt Christi sowie die Vor­her­sa­gung sei­ner Wie­der­kunft kön­nen nicht als eigent­li­che Bestand­teile der Lehre von sei­ner Per­son auf­ge­stellt wer­den.“ Das heißt, man kann die Auf­er­ste­hung und die Him­mel­fahrt weg­fal­len las­sen, und es ändert sich dann nichts Ent­schei­den­des an dem Bild Christi.

Nach dem evan­ge­li­schen Theo­lo­gen Adolf von Har­nack, des­sen Bücher eben­falls immer wie­der auf­ge­legt wer­den, ste­hen Aus­sa­gen wie die Jung­frau­en­geburt und die Him­mel­fahrt Jesu mit der ursprüng­li­chen Ver­kün­di­gung des Evan­ge­li­ums in Wider­spruch. Es sind also unbe­acht­li­che Zusätze. Die evan­ge­li­schen Theo­lo­gen Gogar­ten und natür­lich Bult­mann schei­den die Him­mel­fahrt aus dem Glau­bens­be­kennt­nis aus.

Wahr­haf­tig, die evan­ge­li­sche Kir­che ist durch die Auf­klä­rung hin­durch­ge­gan­gen und hat sich von ihr bestim­men las­sen. Huber sagt wei­ter, die evan­ge­li­sche Kir­che sei auch durch die Moderne hin­durch­ge­gan­gen. Die Moderne hat eben­falls ihre Spu­ren hin­ter­las­sen. Die Moder­nen, nun, das ist der Athe­is­mus, das ist der Nihi­lis­mus. Sein Pro­phet heißt Fried­rich Nietz­sche. Theo­lo­gen grei­fen diese Ideo­lo­gien auf und ent­wer­fen die „Gott-ist-tot-Theo­lo­gie“. Gott-ist-tot-Theo­lo­gie. Der Got­test­he­is­mus mit sei­ner radi­ka­len Tran­szen­denz und sei­ner uner­fahr­ba­ren Welt­ferne sei über­holt und abge­tan. Nach dem Tode Got­tes sei nur noch eine Theo­lo­gie auf athe­is­ti­scher Grund­lage mög­lich, eine Theo­lo­gie auf athe­is­ti­scher Grund­lage. Die evan­ge­li­sche Theo­lo­gin Doro­thee Sölle erklärt – ich zitiere wört­lich: „Athe­is­tisch an Gott glau­ben heißt ohne die supra­na­tu­rale, über­welt­li­che Vor­stel­lung eine himm­li­schen Wesens aus­zu­kom­men. Gott ist eine bestimmte Art, da zu sein. Gott geschieht in dem, was zwi­schen Men­schen geschieht.“ Ich wie­der­hole noch ein­mal: „Gott ist eine bestimmte Art, da zu sein. Gott geschieht in dem, was zwi­schen Men­schen geschieht.“

Ich hatte einen Theo­lo­gen, einen Theo­lo­gen­kol­le­gen in der evan­ge­li­schen Fakul­tät in Mainz namens Her­bert Braun. Die­ser Her­bert Braun sagte wört­lich: „Gott ist eine bestimmte Art der Mit­mensch­lich­keit. Er ist das Woher mei­nes Gewor­den­seins und mei­nes Ver­pflich­tets­eins vom Mit­men­schen her.“ Ich wie­der­hole: „Gott ist eine bestimmte Art der Mit­mensch­lich­keit. Er ist das Woher mei­nes Gewor­den­seins und mei­nes Ver­pflich­tets­eins vom Mit­men­schen her.“ Wolf­gang Huber hat recht, wenn er sagt, dass die evan­ge­li­sche Kir­che durch die Auf­klä­rung und durch die Moderne hin­durch­ge­gan­gen ist. Er hat nicht recht, wenn er sagt, die katho­li­sche Kir­che sei im Mit­tel­al­ter ste­hen geblie­ben. Nein, sie ist nicht im Mit­tel­al­ter ste­hen geblie­ben, sie ist in der Zeit der Apos­tel ste­hen geblie­ben!

Die katho­li­sche Kir­che ist nicht ein Pro­dukt des Mit­tel­al­ters. Die katho­li­sche Kir­che ist die fort­le­bende Gemein­schaft der Apos­tel. Sie ist die apos­to­li­sche Kir­che. Sie bekennt Jesus als den Got­tes­sohn wie die Apos­tel. Sie bekennt sein hei­li­ges Leben, sein qual­vol­les Ster­ben, seine glor­rei­che Auf­er­ste­hung und seine Him­mel­fahrt. Die katho­li­sche Kir­che läßt nicht daran rüt­teln, und wenn sich noch so viele von ihr abwen­den. Das ist der Unter­schied zwi­schen einer Kir­che, die der Hei­lige Geist in alle Wahr­heit ein­führt, und einer Gemein­schaft, die es den Men­schen recht machen will. Das ist der Unter­schied.

Gewiß hat sich das Glau­bens­gut unse­rer Kir­che ange­rei­chert. Die Irr­leh­ren zwan­gen sie, die Inhalte des Glau­bens begriff­lich scharf zu fas­sen. In ihren Dog­ma­ti­sie­run­gen wahrte sie das apos­to­li­sche Erbe und wehrte sie die Ver­un­stal­tun­gen der Irr­lehre ab. Gleich­zei­tig schaute sie näher hin und ent­deckte im alten Glau­ben immer neue Wahr­hei­ten. Den­ken Sie an die Gestalt Mari­ens. Sie trat der Kir­che immer deut­li­cher vor Augen, und sie hat erkannt, was in die­ser wun­der­ba­ren Frau ein­ge­schlos­sen ist. Sie hat die Höhe ihrer Beru­fung begrif­fen und die Erha­ben­heit ihrer Aus­er­wäh­lung.

Die Kir­che hat auch die Macht und die Kraft des Petru­sam­tes immer bes­ser ver­stan­den. Gerade zur rech­ten Zeit, zur rech­ten Zeit, 1870, defi­nierte sie den Uni­ver­sal­pri­mat und die Unfehl­bar­keit des Nach­fol­gers Petri. Es war zur rech­ten Zeit, auch wenn die Alt­ka­tho­li­ken sich damals trenn­ten. Sie hat­ten unrecht. Die Kir­che hat nichts Neues erfun­den, sie hat ledig­lich ent­deckt, was immer in ihr war, frü­her ver­bor­gen, jetzt ent­hüllt, frü­her ein­ge­wi­ckelt, jetzt aus­ge­wi­ckelt, frü­her ent­hal­ten, jetzt ent­fal­tet. Das ist der Begriff der katho­li­schen Dog­men­ge­schichte.

Es sind immer im Laufe der Jahr­hun­derte Men­schen auf­ge­stan­den, die das Urchris­ten­tum, wie sie es ver­stan­den, wie­der­her­stel­len woll­ten. Sie ver­war­fen alles, was in spä­te­ren Peri­oden der Kir­chen­ge­schichte dazu­ge­kom­men ist. Sie woll­ten den Zusam­men­hang mit den Augen­zeu­gen her­stel­len, indem die den Zusam­men­hang mit dem Treu­hän­der der Augen­zeu­gen ver­war­fen. Die Vor­stel­lun­gen der Urkir­che, die mei­net­we­gen Joa­chim von Fiore oder die Anhän­ger der Kon­sti­tu­tio­nel­len in der Fran­zö­si­schen Revo­lu­tion hat­ten, diese Vor­stel­lun­gen kom­men aus vor­ge­faß­ten Begrif­fen, haben mit der Wirk­lich­keit der Urkir­che nichts zu tun. Die Lehre und die Gnade Christi lie­gen in der Hand der einen apos­to­li­schen Kir­che. Sie hat nichts Wesent­li­ches auf­ge­ge­ben, und sie hat nichts Wesent­li­ches hin­zu­ge­fügt. Sie hat auch nichts Wesent­li­ches ver­dor­ben, so dass ein Luther kom­men mußte. Nein. Durch den Bei­stand des Hei­li­gen Geis­tes blieb sie die apos­to­li­sche Kir­che. Die Urkir­che ist gegen­wär­tig in der katho­li­schen apos­to­li­schen Kir­che.

Als Jesus durch die Him­mel­fahrt den Sei­nen ent­rückt war, fan­den die Apos­tel Trost in der Gesell­schaft der Mut­ter des Herrn. Es wird immer erwähnt, dass jetzt Maria dabei ist im Ober­ge­mach und an Pfings­ten. Mit wel­cher Ver­eh­rung mögen die Zeit­ge­nos­sen auf Maria geblickt haben! Schon die Kir­che der Mär­ty­rer hat ihr Bild in den Kata­kom­ben ange­bracht. Als dann die Kir­che frei wurde, hat man gewal­tige Got­tes­häu­ser ihrem Namen, ihrer Per­son geweiht. Die­selbe Pie­tät gegen Maria beseelt uns heute noch. Maria ist die Köni­gin der Apos­tel, und sie ist auch zur Köni­gin der gan­zen Chris­ten­heit gewor­den.

„Wenn jemand mich liebt, so wird er meine Lehre hal­ten, und mein Vater wird ihn lie­ben, und wir wer­den kom­men und Woh­nung bei ihm neh­men.“ So hat der Herr in der Abschieds­stunde den Apos­teln ver­hei­ßen. Seine gna­den­volle Ein­kehr voll­zieht der Herr auch heute noch in sie­ben mäch­ti­gen Zei­chen. Die sie­ben hei­li­gen Sakra­mente sind das inner­li­che Wun­der der Gna­den­ei­ni­gung des Herrn mit der Seele. Zwei der sie­ben Sakra­mente waren der apos­to­li­schen Kir­che beson­ders hei­lig, die Taufe und die Eucha­ris­tie. Durch die Taufe wird heute genau wie ges­tern der Mensch von den Sün­den frei­ge­wa­schen und in die Gemein­schaft der Gehei­lig­ten in sei­ner Kir­che inte­griert. Er wird mit gött­li­chem Leben und mit gött­li­chen Tugend­kräf­ten beschenkt. Die Kir­che, die durch die Auf­klä­rung hin­durch­ge­gan­gen ist, glaubt bei man­chen ihrer Ver­tre­ter auf die Taufe ver­zich­ten zu kön­nen. In Schwe­den gibt es eine Kir­chen­glied­schaft in der evan­ge­li­schen Kir­che ohne Taufe. Der Getaufte, der sich des gött­li­chen Lebens freut, kommt zur Gemein­schaft des Brot­bre­chens am hei­li­gen Tisch des Herrn, am Altar des eucha­ris­ti­schen Opfers. Was uns am Altare gegen­wär­tig wird und was uns in der Kom­mu­nion mit­ge­teilt wird, meine Freunde, das ist der­selbe Chris­tus, der im Abend­mahls­saal sei­nen Jün­gern den Leib und das Blut zur Speise und zum Tranke gab. Die Kir­che, die durch die Auf­klä­rung hin­durch­ge­gan­gen ist, reicht ihren Anhän­gern ein halts­lee­res Sym­bol.

Jesus hat in sei­ner Kir­che auch die Grund­struk­tur einer Hier­ar­chie gelegt. Hier­ar­chie heißt hei­lige Herr­schaft. Er hat eine bestimmte Auto­ri­tät auf­ge­stellt: „Wer euch hört, hört mich. Wer euch ver­ach­tet, ver­ach­tet mich.“ Er hat einen Bevoll­mäch­tig­ten, einen höchs­ten Bevoll­mäch­tig­ten auf­ge­stellt, Petrus ist der Fel­sen­mann, auf dem er seine Kir­che erbaut hat. Soviel man sich auch mit gro­ßem Auf­wand von Gelehr­sam­keit bemüht hat, eine rom­freie, eine petrus­freie Kir­che aus­fin­dig zu machen, es ist bis auf den heu­ti­gen Tag immer neu bewie­sen wor­den, dass alle Gemein­den des Erd­krei­ses den Zusam­men­hang mit der Kir­che Petri, mit dem Bischofs­sitz des Ers­ten Apos­tels, mit sei­ner Kathe­dra, gesucht haben, und ebenso, dass die Inha­ber des Petru­sam­tes um ihre Ver­ant­wor­tung gegen­über der Gesamt­kir­che wuß­ten. Selbst die Irr­leh­rer der frü­hen christ­li­chen Jahr­hun­derte haben den Pri­mat des römi­schen Paps­tes bestä­tigt, indem sie näm­lich sein Ein­ver­ständ­nis mit ihren Mei­nun­gen zu gewin­nen such­ten.

In der Basi­lika des hei­li­gen Pau­lus in Rom sind die Medail­lons aller Päpste von Anfang an bis zur Gegen­wart an den Wän­den ange­bracht. Wir könn­ten auch für jeden Bischofs­stuhl eine sol­che Ahnen­reihe auf­stel­len, nur ist sie nicht so leicht auf­zu­fin­den und durch­zu­füh­ren wie für den Bischofs­stuhl von Rom. Aber jeder Bischof, jeder gül­tig geweihte Bischof geht in letz­ter Linie auf einen Apos­tel zurück. Auch dadurch ist die Kir­che die apos­to­li­sche Kir­che. Wer ohne Sen­dung, ohne Kon­ti­nui­tät mit der Urkir­che durch die Apos­tel die Bischofs­weihe emp­fan­gen hatte, der wurde stets als Kur­pfu­scher in geist­li­chen Din­gen ange­se­hen.

Das wahre Brot Got­tes, die wahre Speise Got­tes, die hei­lige Eucha­ris­tie, kann kei­ner wei­ter­ge­ben, der sie nicht aus den Hän­den der Vor­gän­ger emp­fan­gen hat. In der Kir­che gilt das Prin­zip der Tra­di­tion. Tra­di­tion besagt die Wei­ter­gabe des Emp­fan­ge­nen. Der Apos­tel Pau­lus mahnt die Gemeinde in Korinth, die Heils­bot­schaft, die er ihr ver­kün­det hat, genauso fest­zu­hal­ten, wie er sie ihr ver­kün­det hat. Seine eigene Ver­kün­di­gung aber hat er nicht erfun­den, son­dern emp­fan­gen. „Ich habe euch näm­lich vor allem vor­ge­tra­gen, was ich auch selbst über­kom­men habe. Ich habe euch vor­ge­tra­gen, was ich selbst über­kom­men habe, näm­lich dass Chris­tus für unsere Sün­den gestor­ben ist, dass er begra­ben wurde und am drit­ten Tage wie­der auf­er­stan­den ist.“

Diese Mah­nung, die der Apos­tel an die Korin­ther gerich­tet hat, ergeht auch an uns, meine lie­ben Freunde: „Ich mache euch, Brü­der, auf­merk­sam auf die Heils­bot­schaft, die ich euch ver­kün­det habe. Ihr habt sie ange­nom­men. Ihr steht in ihr fest. Durch sie wer­det ihr geret­tet, wenn ihr sie so fest­hal­tet, wie ich sie euch ver­kün­det habe, sonst wäret ihr ja ver­geb­lich zum Glau­ben gekom­men.“

Amen.

Mit freundlicher Genehmigung „Professor Georg May - Christi Himmelfahrt „ www.Glaubenswahrheit.org“

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