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„Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater außer durch mich!”

Er sagte nicht: „Ich bin ein möglicher Weg...”, sondern: „Ich bin der Weg...” Es hat nichts mit Arroganz zu tun, wenn wir davon überzeugt sind, daß das Christentum die einzig wahre Religion und darüber hinaus die katholische Kirche der „mystische Leib Chrsti” ist.

Zeigt den Menschen Christus "Ihr sollt meine Zeugen sein"!

"Ihr sollt meine Zeugen sein", hat Jesus Christus den Aposteln gesagt. Er sagt es auch zu uns. Viele Menschen in Deutschland kennen Christus nur oberflächlich oder noch gar nicht. Wir sind berufen, ihnen Christus zu zeigen. Wir begegnen ihm, wenn wir tief eintauchen in die Heilige Schrift, in das Gebet und in die Feier der Liturgie. Dazu brauchen wir eine konsequente Einübung. In den letzten Jahren ist dies leider oft versäumt worden. Wenn wir Christus wirklich gefunden haben, dann wird er uns drängen, die Freude darüber mit möglichst vielen anderen Menschen zu teilen.

Dem Herrn die Wege bereiten

Die Ereig­nisse, die uns im Neuen Tes­ta­ment im Vor­feld des Weih­nachts­fes­tes berich­tet wer­den, sind ein­ma­lig. Sie sind in die Ver­gan­gen­heit ver­sun­ken; aber ihre Bedeu­tung ist blei­bend. Was ein­mal nach Got­tes Wil­len in der Heils­ge­schichte gesche­hen ist, das ist für alle Men­schen aller Zei­ten von untrüg­li­cher Wich­tig­keit und unab­ding­ba­rer Not­wen­dig­keit.

Die Gestal­ten, wel­che uns die Lit­ur­gie im Advents­sonn­tags vor­führt, sind drei: Isaias, der Pro­phet, Johan­nes, der Vor­läu­fer, und Maria, die Mut­ter des Herrn. Sie ver­kör­pern je eine beson­dere Wahr­heit der Men­schwer­dung Jesu.

Isaias gilt als der Evan­ge­list des Alten Bun­des. Er ver­kör­pert die Erlö­sungs­sehn­sucht: „Siehe, der Herr wird kom­men und sein Volk erlö­sen.“ Und so heißt es heute im Ein­gangs­lied der hei­li­gen Messe mit Wor­ten aus dem Buch des Pro­phe­ten Isaias: „Tauet, ihr Him­mel, von oben, ihr Wol­ken, reg­net herab den Gerech­ten. Tu dich auf, o Erde, und sprosse den Hei­land her­vor.“ Johan­nes, der Vor­läu­fer, steht eigent­lich in den gesam­ten Wochen des Advents als Buß­pre­di­ger vor uns. Er ist die beherr­schende, ja, man kann sagen, er ist die zen­trale Gestalt der Vor­be­rei­tung auf das Weih­nachts­fest, und zwar mit einer Ver­kün­di­gung, die unbe­quem ist, näm­lich mit der Ver­kün­di­gung, die zur Buße ruft. Er ist der Buß­pre­di­ger, der gewal­tigste Buß­pre­di­ger, den es je gege­ben hat. „Berei­tet den Weg des Herrn!“ Er ver­kör­pert die Bereit­schaft auf das Kom­men des Herrn. Und Maria, von der im Opfe­rungs­lied die Rede ist, ist die Erfül­lung der Ver­hei­ßun­gen. „Gegrü­ßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Du bist gebend­eit unter den Frauen und gebe­ne­deit ist die Frucht dei­nes Lei­bes.“

Die Bot­schaft des Vor­läu­fers läßt sich zusam­men­fas­sen in dem Wort „Berei­tet den Weg des Herrn!“ Aber diese große Gesamt­bot­schaft ent­hält drei Glie­der, näm­lich ers­tens: „Machet gerade die Pfade!“, zwei­tens: „Fül­let aus die Täler!“ und drit­tens: „Tra­get ab die Berge!“ Selbst­ver­ständ­lich will der Vor­läu­fer Johan­nes hier nicht von Tief­bau­ar­bei­ten reden; das ist natür­lich im über­tra­ge­nen Sinne zu ver­ste­hen, wenn er sagt: „Machet gerade die Pfade, tra­get ab die Hügel und fül­let die Täler aus!“ Es ist das auf das see­li­sche Feld zu bezie­hen, auf die Arbeit an der Seele, was uns hier vom Vor­läu­fer auf­ge­tra­gen und ver­kün­det wird.

Machet gerade seine Pfade. Das heißt: Rich­tet euer Leben aus auf Gott. Macht keine Umwege und keine Abwege und schon gar keine Irr­wege, son­dern geht einen gera­den Weg zu Gott, zu eurem Ziel. Alles andere ist vom Übel, führt euch nicht in die Ewig­keit zu Gott, son­dern in das Ver­damm­nis­ge­sche­hen der Hölle. Machte gerade seine Pfade, das heißt: Hört auf mit euren krum­men Wegen. Hört auf, krumme Din­ger zu dre­hen. Hört auf damit, Abwei­chun­gen vom Wege Got­tes zu bege­hen.

Die zweite Mah­nung lau­tet: „Tra­get ab die Hügel!“ Mit die­sen Hügeln sind unsere Schwä­chen, unsere sitt­li­chen Schwä­chen, unsere sinn­li­chen und geis­ti­gen Lei­den­schaf­ten, unsere schlech­ten Nei­gun­gen gemeint. Die müs­sen besei­tigt wer­den; die müs­sen abge­tra­gen wer­den; die müs­sen aus der Seele fort­ge­schafft wer­den. Abtra­gen von Ber­gen und Hügeln ist einem jeden auf­ge­ge­ben, und es ist kei­ner unter uns, der diese Auf­gabe schon bewäl­tigt hätte. Wir müs­sen daran gehen, unsere Schwä­chen, Lei­den­schaf­ten und üblen Gewohn­hei­ten zu ändern, zu bes­sern, um den Weg zu berei­ten für den Herrn. Er kann nur Ein­zug hal­ten, wenn der Weg gerade ist und wenn die Hügel und Berge abge­tra­gen sind.

Die dritte For­de­rung lau­tet: „Jedes Tal soll aus­ge­füllt wer­den.“ Jeder Mensch hat Untie­fen in sich, Untie­fen, das heißt, es fehlt noch zu viel bei ihm. Es feh­len die Tugen­den, die er bewei­sen sollte, die er erbrin­gen sollte, die er nach Got­tes Wil­len sich ange­eig­net haben sollte. Für jeden von uns gilt ja das erschüt­ternde Wort des Dich­ters Heb­bel: „Der, der ich bin, grüßt trau­rig den, der ich sein sollte.“ Der, der ich bin, grüßt trau­rig den, der ich sein sollte. Uns feh­len noch viele Fer­tig­kei­ten im Guten. Wir haben uns noch nicht genü­gend gemüht, wir haben noch nicht hin­rei­chend gear­bei­tet, um die Tugen­den zu erwer­ben, die Gott an uns sehen will: Wahr­haf­tig­keit, Demut, Selbst­lo­sig­keit, Rein­heit, Treue, Zuver­läs­sig­keit, Hilfs­be­reit­schaft, Nächs­ten­liebe. Wie kön­nen wir dem Lie­bes­bo­ten ent­ge­gen­ge­hen, ohne daß wir Men­schen der Nächs­ten­liebe sind? Wie kön­nen wir die Lie­be­s­tat Got­tes fei­ern, wenn es an der Opfer­tat in unse­rem Leben fehlt? Wie kön­nen wir jubeln am Weih­nachts­feste: „Jetzt ist er da und jetzt ist die Erlö­sung gekom­men“, wenn unsere Her­zen nicht erlö­sungs­be­reit und erlö­sungs­ge­öff­net sind?

„Berei­tet den Weg des Herrn“, so mahnt der Vor­läu­fer des Hei­lands. Machet gerade seine Pfade, das heißt: Schlagt end­lich den Weg zum letz­ten Ziele ein! Tra­get ab die Berge und Hügel, eure sinn­li­chen und geis­ti­gen Lei­den­schaf­ten, eure schlech­ten Nei­gun­gen und eure Las­ter! Fül­let alle Täler auf, das heißt: Erwerbt die Tugen­den, mit denen ihr euch selbst und eure Kir­che und euren Hei­land schmü­cken sollt!



Mit freundlicher Genehmigung „Professor Georg May - www.Glaubenswahrheit.org“

Dem Herrn die Wege bereiten
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