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Beten ist die Kraft, die rettet. Beten ist die Stärke, die Ausdauer ver­eiht. Beten ist die Brücke, die über dem Abgrund die Seele mit Gott vereint.

Zeigt den Menschen Christus "Ihr sollt meine Zeugen sein"!

"Ihr sollt meine Zeugen sein", hat Jesus Christus den Aposteln gesagt. Er sagt es auch zu uns. Viele Menschen in Deutschland kennen Christus nur oberflächlich oder noch gar nicht. Wir sind berufen, ihnen Christus zu zeigen. Wir begegnen ihm, wenn wir tief eintauchen in die Heilige Schrift, in das Gebet und in die Feier der Liturgie. Dazu brauchen wir eine konsequente Einübung. In den letzten Jahren ist dies leider oft versäumt worden. Wenn wir Christus wirklich gefunden haben, dann wird er uns drängen, die Freude darüber mit möglichst vielen anderen Menschen zu teilen.

Johannes, Rufer zur Umkehr

„Es trat ein Mann auf, der war von Gott gesandt. Er kam als Zeuge, um Zeug­nis abzu­le­gen für das Licht, damit alle zum Glau­ben kom­men.“ So beschreibt der Evan­ge­list Johan­nes den Täu­fer Johan­nes. Johan­nes kam als Buß­pre­di­ger und Vor­läu­fer des Mes­sias. Er hatte sich nicht selbst dazu gemacht, son­dern er war von Gott bestellt wor­den. Es trat ein Mann auf, der war von Gott gesandt.

Johan­nes war ein Beru­fe­ner. Die Sen­dung durch Gott gab ihm die Kraft, vor den König und vor das Volk zu tre­ten; dem König zu sagen: „Es ist dir nicht erlaubt, die Frau dei­nes Bru­ders zu haben!“ und dem Volke zu ver­kün­di­gen: „Ihr Schlan­gen­brut, wer hat euch gelehrt, dem Gerichte zu ent­ge­hen?“

Johan­nes kannte die Gren­zen sei­ner Beru­fung. Das Volk, die Pries­ter und die Levi­ten forsch­ten ihn aus. Sie hat­ten ihre Ver­mu­tun­gen, wer er sein könnte. „Bist du der Mes­sias?“ „Ich bin es nicht,“ ent­geg­nete Johan­nes. Sie forsch­ten wei­ter. Nach ihrer Zukunfts­er­war­tung sollte dem Mes­sias der wie­der­kom­mende Elias vor­aus­ge­hen. „Bist du Elias?“ „Ich bin es nicht.“ Die Abge­sand­ten frag­ten wei­ter, ob er der Pro­phet sei. Der hier gemeinte Pro­phet ist ein bestimm­ter Pro­phet, der nach der Zukunfts­er­war­tung der Juden dem Mes­sias und dem Elias vor­aus­ge­hen sollte. Johan­nes ant­wor­tete: „Ich bin es nicht.“ „Ja, wer bist du denn dann?“ „Ich bin ein Rufer in der Wüste. Machet gerade die Wege des Herrn, fül­let aus jedes Tal, tra­get ab jeden Berg!“ Johan­nes will nicht mehr sein als das, wofür ihn Gott beru­fen hat: ein Rufer in der Wüste. Er sieht ein Volk vor sich, das sich im Heil zu befin­den meint, in Wahr­heit aber vom Gericht bedroht ist. In sei­ner Selbst­ge­fäl­lig­keit, in sei­ner Selbst­ge­rech­tig­keit droht ihm das Gericht. Und des­we­gen for­dert er auf zur Bekeh­rung: „Bekeh­ret euch!“ Er erin­nert an den rich­ten­den und den rächen­den Gott, nicht aus Sadis­mus, son­dern um den Weg zum ret­ten­den Gott zu wei­sen. Nur wirk­li­che Umkehr, nur Abkehr von den bis­he­ri­gen Wegen, nur Hin­wen­dung zu Gott kann vor dem Gericht bewah­ren.

Diese Auf­gabe und auch seine Her­kunft mach­ten Johan­nes tat­säch­lich zu einem Pro­phe­ten. Der Herr sagt es ja: „Er ist ein Pro­phet, aber noch mehr als ein Pro­phet.“ Er ist der Vor­läu­fer­pro­phet. Die Pro­phe­ten haben, ähn­lich wie Johan­nes, dem Volke das Gericht ver­kün­det, wenn es nicht umkehrt, wenn es sich nicht abwen­det von fal­schen Göt­tern, wenn es sich nicht hin­wen­det zum wah­ren Gott. Johan­nes for­dert zur Umkehr auf. Auch der Mes­sias Jesus Chris­tus ruft zur Umkehr. Mar­kus berich­tet am Beginn sei­nes Evan­ge­li­ums, dass Jesus nach der Gefan­gen­nahme des Johan­nes nach Gali­läa kam und die Frohe Bot­schaft vom Rei­che Got­tes pre­digte. Er sprach: „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Got­tes hat sich genaht. Kehrt um, bekeh­ret euch!“ Die Auf­for­de­rung zur Bekeh­rung bleibt ein grund­le­gen­der Bestand­teil der Ver­kün­di­gung Jesu. Die Jün­ger frag­ten ein­mal Jesus, wer der Größte sei im Him­mel­reich. Da stellte er ein Kind unter sie und sagte: „Wenn ihr nicht umkehrt und wer­det wie ein Kind, könnt ihr in das Him­mel­reich nicht ein­ge­hen.“

Einige kamen zu Jesus und erzähl­ten ihm, dass Pila­tus eine Reihe von Gali­lä­ern beim Opfer getö­tet hatte. Pila­tus war ein grau­sa­mer Mann. Er haßte die Juden. Und so hat er Gali­lä­ern, denen er oft­mals miß­traute, beim Opfer den Tod berei­tet. Jesus ant­wor­tete denen, die ihm das berich­te­ten: „Wenn ihr euch nicht bekehrt, wer­det ihr genauso umkom­men.“ Wie­der andere erzähl­ten ihm, dass ein Turm in Siloah umge­stürzt sei und 18 Men­schen begra­ben hätte. Sie frag­ten, ob sie schul­di­ger seien als die ande­ren Men­schen. „O nein“, sagt Jesus, „wenn ihr nicht umkehrt, wer­det ihr genauso zugrunde gehen.“

Umkehr, Bekeh­rung ist es, was der Mes­sias erwar­tet. Diese Umkehr wird, wenn sie die Men­schen und die Ein­rich­tun­gen ergreift, Reform genannt. Reform ist die Ver­än­de­rung eines Zustan­des von Ein­stel­lun­gen und Ein­rich­tun­gen, der als man­gel­haft und unge­nü­gend erkannt ist. Reform ist etwas ande­res als Revo­lu­tion oder als Restau­ra­tion. Revo­lu­tion ist Bruch mit der Ver­gan­gen­heit, Bruch mit dem Beste­hen­den; Restau­ra­tion besagt Wie­der­her­stel­lung des Ver­gan­ge­nen, eines frü­he­ren Zustan­des. Reform dage­gen beruht auf dem Wil­len zu Ver­än­de­rung, der bewußt an Beste­hen­des anknüpft, auf Kon­ti­nui­tät bedacht ist und den Tra­di­ti­ons­bruch ver­mei­det. Refor­men bewah­ren die Iden­ti­tät der sich refor­mie­ren­den Gesell­schaft und erneu­ern sie aus ihren eige­nen Wur­zeln. Reform in der Reli­gion besagt Umkehr, Abwen­dung von fal­schen Wegen, Wan­del und Wen­dung hin zum leben­di­gen Gott. Reform in der Kir­che besagt Umkehr zur wirk­li­chen und wirk­sa­men Nach­folge Christi.

Refor­men bedür­fen des Ansto­ßes. Sie bedür­fen der Män­ner und Frauen, die vom Hei­li­gen Geist erweckt sind und von Gott gesandt wer­den wie Johan­nes, die aus hei­li­gem Eifer für Got­tes Sache die Umkehr ande­rer in Angriff neh­men. Jede Reform setzt die Erneue­rung bei sich selbst vor­aus. Johan­nes war ein sol­cher Refor­mer. Er begann die Reform bei sich selbst. Sein Sein pre­digte lau­ter und wirk­sa­mer als seine Worte. Er fing die Reform, die Erneue­rung, bei sich selbst an. So müs­sen Refor­mer sein. Sie müs­sen zuerst die eigene Bekeh­rung erlebt haben, um andere bekeh­ren zu kön­nen. Nur von Ver­wan­del­ten kön­nen Wand­lun­gen aus­ge­hen. Von dem gro­ßen baye­ri­schen Bischof Sai­ler stammt das schöne Wort: „Sei du zuerst sel­ber, was andere durch dich wer­den sol­len!“ Sei du zuerst sel­ber, was andere durch dich wer­den sol­len!

Die Refor­mer, die Gott erweckt, sind aus­ge­zeich­net durch uner­schüt­ter­li­chen Glau­ben, unge­heu­chelte Fröm­mig­keit, echte Sit­ten­rein­heit. Selbst­er­nannte und weich­lich lebende Libe­rale sind keine Refor­mer! Die Refor­mer, die Gott erweckt, sind von der Liebe zu Jesus und zu sei­ner Kir­che getra­gen. Berufs­mä­ßige Kir­chen­kri­ti­ker sind keine Refor­mer! Die Refor­mer, die von Gott kom­men, ste­hen in der heroi­schen Nach­folge Christi. Bequeme Schreib­ti­sch­red­ner sind keine Refor­mer!

Heute ist viel von Refor­men die Rede, Pro­fes­so­ren, ach, Poli­ti­ker, Jour­na­lis­ten spre­chen und schrei­ben über Refor­men, die angeb­lich not­wen­dig sind. Ich frage zunächst ein­mal: Sind es Refor­mer, die Refor­men for­dern? Zeich­nen sie sich aus durch einen unge­bro­che­nen Glau­ben, tiefe Fröm­mig­keit, sitt­li­che Lauter­keit? Ist ihr Leben ein Sit­ten­spie­gel? Sind sie die Sie­ger, die Welt­über­win­der, die Chris­ten mit heroi­schen Tugen­den? Sind sie streng gegen sich selbst? Hal­ten sie Nacht­an­be­tung? Haben sie in der Wüste gelebt und sich von Heu­schre­cken und wil­dem Honig genährt? Sind sie von bren­nen­dem Eifer erfüllt, Men­schen für die hei­lige Reli­gion zu gewin­nen? Kann man von ihnen sagen: Der Eifer für dein Haus ver­zehrt mich? Ich fürchte, dass die aller­meis­ten der­je­ni­gen, die heute nach Reform rufen, Pseu­do­re­for­mer sind, keine Chris­ten, die durch ihr vor­bild­li­ches Leben andere anspor­nen und beschä­men. Viele Pseu­do­re­for­mer unse­rer Tage sind sel­ber der Reform bedürf­tig. Der CDU-Mann Wulff und der SPD-Mann Vogel, beide katho­lisch, for­dern Refor­men. Sie soll­ten bei sich anfan­gen. Beide sind geschie­den und ungül­tig wie­der­ver­hei­ra­tet. Sie soll­ten ihre eige­nen Ver­hält­nisse in Ord­nung brin­gen, das wäre der Beginn einer Reform. Der Schwei­zer Theo­loge Küng ruft seit Jahr­zehn­ten nach Refor­men, aber er ist inzwi­schen vom katho­li­schen Glau­ben abge­fal­len. Die Män­ner und Frauen, die heute in der Kir­che und in der Öffent­lich­keit das große Wort füh­ren und nach Reform rufen, sind keine Refor­mer, sie sind Anpas­ser. Sie wol­len die Men­schen nicht zum Glau­ben, zur Fröm­mig­keit und zur Sit­ten­rein­heit füh­ren, sie wol­len Glaube und Sitte an eine außer Rand und Band gera­tene Gesell­schaft anpas­sen! Anpas­sung der Lehre und der Ord­nung der Kir­che an die schlim­men tat­säch­li­chen Ver­hält­nisse ist keine Reform, son­dern Defor­mie­rung! Nicht der Glaube und die Gesetze sind zu ver­än­dern, son­dern das Ver­hal­ten der Men­schen muss sich ändern, muss sich dem Glau­ben und der Ord­nung der Kir­che nähern. Kein Natur­wis­sen­schaft­ler sucht die Natur­ge­setze zu ändern, son­dern er will sie erfor­schen, um sich dann danach rich­ten zu kön­nen. Kein Theo­loge kann die Wahr­heit und die Ord­nung Got­tes ändern; ein jeder muss sie zu erken­nen suchen und danach leben.

Häu­fig ist die Rede vom Reform­stau. Meine lie­ben Freunde, was hier gestaut wird, sind nicht Refor­men, das ist der Ver­such, die Selbst­zer­stö­rung der Kir­che zu unter­bin­den. Was hier gestaut wird, das sind Atten­tate, Anschläge auf das Wesen und die Auf­gabe der Kir­che. Wie immer – wie immer! – sto­ßen sich die Pseu­do­re­for­mer an den Gebo­ten der geschlecht­li­chen Sitt­lich­keit, wel­che die Kir­che ver­kün­det. Was soll sich ändern? Frei­gabe der Homo­se­xua­li­tät, freie, unge­hemmte Emp­fäng­nis­ver­hü­tung, Ehe­schei­dung und Wie­der­ver­hei­ra­tung. Das ist keine Reform, das ist Auf­leh­nung gegen den Wil­len Got­tes! Dem Pseu­do­re­for­mern ist das Pries­ter­tum in sei­ner Stel­lung und in sei­ner Lebens­form läs­tig. Es stört sie. Die Pries­ter sol­len so leben wie alle ande­ren. Wie sie sich das Pries­ter­tum vor­stel­len, das ist klar: Streng bemes­sene Arbeits­zeit, Gehalts­ta­belle, wo man immer höher steigt im Gehalt, reich­lich Urlaub, mög­lichst früh­zei­ti­ger Ruhe­stand, um dem Hobby nach­ge­hen zu kön­nen, reich­lich bemes­sene Pen­sion, vor allem aber: der Pries­ter soll hei­ra­ten, damit er leben kann wie alle ande­ren. Den Pries­ter­zu­gang, den Zugang zum Pries­ter­tum ver­bil­li­gen ist keine Reform, son­dern Beein­träch­ti­gung des Pries­ter­tums. Den Pries­tern Frauen ver­schaf­fen, bringt der Kir­che keine Erneue­rung, son­dern eine Ver­ar­mung. Dann fällt der leben­dige Beweis hin, dass es mög­lich ist, den Trieb zu beherr­schen. Dann fällt der Beweis hin, dass geschlecht­li­che Ent­halt­sam­keit mög­lich ist. Dann fällt die Nach­folge Christi in der ehe­lo­sen Lebens­form. Dann feh­len der Kir­che die Män­ner, die um Got­tes wil­len auf hohe mensch­li­che Werte, wie es die Ehe ist, ver­zich­ten. Dann gibt es nicht mehr die Zeu­gen, die mit ihrem Ver­zicht für jenen Zustand zeu­gen, wo sie nicht mehr hei­ra­ten noch ver­hei­ra­tet wer­den. Die Ehe, die die Refor­mer, die Pseu­do­re­for­mer für die Pries­ter wün­schen, sieht wie folgt aus: Anschluß an das Zweik­in­der­sys­tem, freie Emp­fäng­nis­ver­hü­tung, Mög­lich­keit der Ehe­schei­dung, Zuläs­sig­keit einer wei­te­ren Ver­bin­dung. Das ist die Ehe, die die Pseu­do­re­for­mer für die Pries­ter vor­se­hen.

Ein wei­te­rer Punkt der Pseu­do­re­for­mer ist der Ruf nach dem Pries­ter­tum oder Dia­ko­nat für das weib­li­che Geschlecht. Frauen die Weihe ertei­len ist keine Berei­che­rung der Kir­che, son­dern ihre Anpas­sung an nicht­ka­tho­li­sche Deno­mi­na­tio­nen. Die Kir­che kann Frauen nicht wei­hen, weil sie damit gegen Got­tes Gebot ver­sto­ßen würde. Es liegt nicht am Reform­stau, son­dern am Gehor­sam gegen Got­tes Gebot, dass die Kir­che keine Frauen weiht. Der Haupt­grund für den Vor­be­halt der Weihe für Män­ner ist der fol­gende. Der katho­li­sche Pries­ter ist Reprä­sen­tant und Stell­ver­tre­ter Jesu Christi, des Logos, des auf Erden erschie­ne­nen Got­tes­soh­nes. Der Logos ist als Mann erschie­nen, er ist als Mann in die Welt ein­ge­tre­ten, und des­we­gen muss der Pries­ter ihm mög­lichst ange­nä­hert wer­den, auch in der Lebens­form.

Die Pseu­do­re­for­mer ver­grei­fen sich am inners­ten Hei­lig­tum der Kir­che. Sie wol­len Per­so­nen, die im Zustand der schwe­ren Sünde leben, den Leib des Herrn gereicht wis­sen. Kom­mu­ni­o­nun­wür­di­gen die Kom­mu­nion rei­chen ist keine Reform, ist eine Her­aus­for­de­rung Got­tes. In der hei­li­gen Kom­mu­nion wird dem rich­tig vor­be­rei­te­ten Gläu­bi­gen der wahre Leib des Herrn gereicht. Das Mini­mum an Vor­be­rei­tung besteht darin, dass man frei ist von schwe­rer Sünde. Wer anders lehrt, ver­fehlt sich gegen Got­tes Gebot, auch wenn er ein Bischof ist! Per­so­nen eines ande­ren Glau­bens am Gemein­schafts­mahl der katho­li­schen Kir­chen­glie­der teil­neh­men las­sen ist keine Reform. Die hei­lige Kom­mu­nion, meine Freunde, ist Kenn­zei­chen und Stär­kungs­mit­tel der katho­li­schen Chris­ten. Kom­mu­ni­onge­mein­schaft setzt Glau­bens­ge­mein­schaft und Kir­chen­ge­mein­schaft vor­aus. Erst muss man sich im Glau­ben zu der Kir­che Got­tes beken­nen, dann kann man auch die Gabe die­ser Kir­che emp­fan­gen. Wir wün­schen, dass alle nicht­ka­tho­li­schen Chris­ten mit uns zum Mahle des Herrn schrei­ten dür­fen. Wir wün­schen es. Aber der Weg dazu führt über den Anschluß an unsere Kir­che.

Die Pseu­do­re­for­mer möch­ten die Masse der Gläu­bi­gen zu Ent­schei­dungs­trä­gern in der Kir­che machen. Sie möch­ten die Hier­ar­chie ent­mach­ten. Es ist klar, warum sie auf die Masse set­zen, denn die Masse ist anfäl­lig für ihre The­sen; die Masse ist ver­führ­bar. Demo­kra­ti­sie­rung der Kir­che heißt ihr Losungs­wort. Aber die Kir­che ist keine Demo­kra­tie und sie kann es nicht sein, weil Chris­tus es anders gewollt hat. Die Kir­che demo­kra­ti­sie­ren wol­len ist die unzu­läs­sige Über­nahme eines zeit­geis­ti­gen Modells. Es hat auch andere Modelle der staat­li­chen Regu­lie­rung gege­ben. Es gab den mon­ar­chi­schen Staat, es gab die Dik­ta­tur, es gab den auto­ri­tä­ren Staat. Wenn die Kir­che sich jeweils dem herr­schen­den Modell anpas­sen wollte, wäre sie ja fort­wäh­rend mit ihrer Ver­fas­sung in Bewe­gung. Sie muss sich aber zu dem hal­ten, was der Herr ihr zuge­spro­chen hat. Die Kir­che wird nicht durch Mehr­heits­be­schlüsse und Memo­ran­den erneu­ert, son­dern durch die von dem ein­zel­nen Gläu­bi­gen an sich selbst zu voll­brin­gende Arbeit, durch Bekeh­rung von sich selbst. Wir brau­chen nicht einen neuen Glau­ben, wir brau­chen eine neue Gläu­big­keit. Wir brau­chen keine neuen Gesetze, son­dern wir brau­chen den Gehor­sam gegen die beste­hen­den.

Johan­nes war kein gemüt­li­cher Mann. Er war aus­ge­spro­chen unge­müt­lich. Gemüt­lich­keit ist keine christ­li­che Kate­go­rie. Ich fürchte, dass wir es uns in der nach­kon­zi­li­a­ren Kir­che zu gemüt­lich gemacht haben. Wir soll­ten auf Johan­nes den Täu­fer schauen, auf seine Ver­kün­di­gung und auf sein Leben. Gewiß, ein Pre­di­ger der Umkehr, ein Pre­di­ger des Gerich­tes macht sich nicht beliebt. Aber Beliebt­heit ist wie­derum keine christ­li­che Kate­go­rie. Wenn mir die Mut­ter eines Pries­ters sagt: „Mein Sohn, der Pries­ter, ist so beliebt“, dann frage ich: „Woher stammt seine Beliebt­heit? Viel­leicht weil er allem durch die Fin­ger sieht? Viel­leicht weil er das tut, was die Masse in ihrem uner­leuch­te­ten Sinn begehrt?“ Nein, wir müs­sen uns an Johan­nes hal­ten, den Buß­pre­di­ger und den Vor­läu­fer des Herrn. Wir alle ste­hen in sei­ner Spur. Die Furcht Got­tes bleibt immer noch der Anfang der Weis­heit. Und noch immer wird uns das ewige Heil nicht mit der Haus­bar an unsere Tische her­an­ge­scho­ben. Noch immer lei­det das Him­mel­reich Gewalt, und nur die Gewalt brau­chen, rei­ßen es an sich.

Mit freundlicher Genehmigung „Professor Georg May - www.Glaubenswahrheit.org“

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