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Die Heilungswunder Jesu

Im Namen des Vaters und des Soh­nes und des Hei­li­gen Geis­tes. Amen.

Geliebte im Herrn!

Ein Wun­der ist ein außer­ge­wöhn­li­cher, wis­sen­schaft­lich nicht erklär­ba­rer Vor­gang, der Gott unmit­tel­bar zum Urhe­ber hat. Zum Leben Jesu gehö­ren nicht nur Worte, son­dern auch Taten. Jesus hat viele und große, ja uner­hörte Wun­der gewirkt. Das war das Ergeb­nis der Über­le­gun­gen, die wir an den ver­gan­ge­nen Sonn­ta­gen ange­stellt haben. Die Geg­ner Jesu haben seine Wun­der nicht bestrit­ten. Noch am Kreuze haben sie geru­fen: „Ande­ren hat er gehol­fen,“ und damit haben sie bezeugt, daß er Wun­der gewirkt hat. Nur haben sie seine Wun­der auf böse, gott­feind­li­che Kräfte zurück­ge­führt. „Durch Beel­ze­bub, den obers­ten der Teu­fel, treibt er die Teu­fel aus!“ Daß Jesus Teu­fel aus­ge­trie­ben hat, war ihnen gar keine Frage, das haben sie erlebt.

Wir wol­len, meine lie­ben Freunde, eine Kate­go­rie von Wun­dern Jesu näher anse­hen, die wir die Hei­lungs­wun­der nen­nen, also Wun­der, bei denen Jesus in der Macht Got­tes Krank­hei­ten geheilt hat, die jeder natür­li­chen Hei­lung spot­te­ten, die so gear­tet waren, daß die Kunst der Ärzte ver­sagte. Auch im Alter­tum gab es tüch­tige Ärzte, die mit­un­ter ein Wis­sen hat­ten, das uns teil­weise heute fehlt.

An ers­ter Stelle möchte ich von jenem Manne spre­chen, der 38 Jahre gelähmt war. Seit 38 Jah­ren litt er an einer Krank­heit, die man als Läh­mung bezeich­nen kann, und zwar hatte er die Hoff­nung auf Gene­sung nicht auf­ge­ge­ben, zwar nicht durch Ärzte, aber durch den Engel Got­tes. Er hatte sich näm­lich an den Teich Bethesda in Jeru­sa­lem bege­ben. Dort wallte von Zeit zu Zeit das Was­ser auf, und wer als ers­ter hin­un­ter­stieg, der wurde geheilt.

Jesus begab sich in die Halle, die bei dem Teich war, und sah den Mann, der 38 Jahre krank war, dort lie­gen. Er fragte ihn: „Willst du gesund wer­den?“ Wel­che Frage, nicht wahr? Der Kranke ant­wor­tete: „Herr, ich habe kei­nen Men­schen, der mich, den Gelähm­ten, zum Teich hin­un­ter­bringt, wenn das Was­ser auf­wallt. Bis ich aber selbst komme, steigt ein ande­rer vor mir hinab.“ Viel­leicht hatte er gehofft, daß Jesus die­ser Mensch sei, der ihm jetzt hin­un­ter­hilft, wenn das Was­ser das nächs­te­mal zu bro­deln beginnt. Aber nichts der­glei­chen. Da spricht Jesus zu ihm: „Steh auf, nimm dein Bett und geh!“ Sogleich stand der Mann auf, nahm sein Bett und ging. Kein Auf­wal­len des Was­sers, kein War­ten auf das Auf­wal­len, ein Befehl – und die Krank­heit weicht. Der Kranke ist gesund. Größ­tes Stau­nen bei den Anwe­sen­den und Ärger­nis bei den Pha­ri­sä­ern, denn es war der Sab­bat, an dem Jesus geheilt hatte und an dem der Mann sein Bett nach Hause trug.

Eine zweite Bege­ben­heit ist in der Nähe der zehn Städte, also am gali­lä­i­schen Meer, am See Tibe­rias, gesche­hen. Man brachte einen Taub­stum­men zu ihm, also einen Mann, der nicht hören und der nicht spre­chen konnte. Man bat ihn, denn er selbst konnte ja nicht bit­ten, daß er ihm die Hand auf­lege und ihn heile. Jetzt hat der Herr ein merk­wür­di­ges Ver­fah­ren ange­wen­det. Er nahm den Kran­ken vom Volke abseits, legte ihm sei­nen Fin­ger in die Ohren und berührte seine Zunge mit Spei­chel, sah auf zum Him­mel, seufzte und sprach: „Epheta!“ Das heißt: Öffne dich! Und sogleich öff­ne­ten sich seine Ohren, und das Band sei­ner Zunge ward gelöst, und er redete rich­tig.

Warum die­ses geheim­nis­volle Geba­ren des Herrn? Hätte er nicht wie bei dem Kran­ken am Teich Bethesda sagen kön­nen: Epheta, ohne daß er den Fin­ger in das Ohr legte und die Zunge mit Spei­chel berührte? Ohne Zwei­fel, doch der Herr hat sich offen­sicht­lich Gebräu­chen sei­ner Umge­bung ange­paßt. Das Ent­schei­dende bleibt auch in die­sem Falle der Befehl: „Epheta!“ Man hat sogar das hebräi­sche Wort auf­be­wahrt, mit dem der Befehl des Herrn erging, und das wird ja heute noch ver­wen­det bei der Taufe. Epheta – Tu dich auf! Und es tat sich das Band sei­ner Zunge und das Band sei­ner Ohren auf.

In der Nähe von Beth­saida, also eben­falls beim gali­lä­i­schen Meer, brachte man einen Blin­den zu ihm mit der Bitte, er möge ihn berüh­ren. Denn man wußte: Wenn er ihn berührt, dann heilt er ihn. Seine Berüh­rung ist von Heils­kraft erfüllt. Jesus faßte den Blin­den bei der Hand, führte ihn vor das Dorf hin­aus, benetzte seine Augen mit Spei­chel, legte ihm die Hände auf und fragte, ob er etwas sehe, ähn­lich wie ein Arzt das macht. Er blickte auf und sagte: „Ich sehe die Leute; denn wie Bäume sehe ich sie umher­ge­hen.“ Dar­auf legte er die Hände noch ein­mal auf seine Augen. Da sah er scharf hin und ward her­ge­stellt, so daß er alles deut­lich sah.

Also auch hier ein voll­kom­me­ner Erfolg der Hei­lung durch den Herrn. Jesus hat sich äußer­lich dem Ver­hal­ten von Ärz­ten ange­paßt, aber natür­lich konn­ten die Ärzte einen Blin­den nicht hei­len. Sie konn­ten seine Krank­heit nicht ein­mal bes­sern. Und das wird beson­ders deut­lich, wo der Herr den Blind­ge­bo­re­nen heilt, also einen Mann, der nicht durch irgend­wel­che Ver­let­zun­gen blind wurde, son­dern der von Geburt an blind war. Der Herr hat auch in die­sem Falle einen Teig berei­tet. Er strich die­sen Teig auf die Augen des Blin­den und sprach zu ihm: „Gehe hin und wasche dich im Tei­che Siloe!“ Damit hat er dem Mann eine große Glau­bens­probe auf­er­legt, denn seine Blind­heit war noch nicht gewi­chen. Er mußte jetzt erst auf das Wort des Herrn ver­trauen und sich zum Tei­che Siloe bege­ben und sich dort waschen. Der Mann hat diese Glau­bens­probe bestan­den. Er ging hin, er wusch sich, und er kam sehend wie­der. Die­ses Wun­der hat unge­heu­res Auf­se­hen erregt, so daß man­che sogar sag­ten: Das ist ja gar nicht der, der hier immer geses­sen ist und gebet­telt hat. Er sieht ihm bloß ähn­lich. Man hat ihn dann selbst gefragt. „Ich bin es,“ sagte er. „Ja, wie sind dir denn die Augen geöff­net wor­den?“ Er beschrieb den Vor­gang: „Der Mann hat gesagt: 'Gehe hin zum Tei­che Siloe und wasche dich!' Ich ging, ich wusch mich, und ich sah.“ Da wurde der Blinde durch die Pha­ri­säer ver­hört. Sie frag­ten, wie er sehend gewor­den sei. Er erzählte ihnen noch ein­mal den Vor­gang. Das war den Pha­ri­sä­ern undenk­bar, denn der, der ihn geheilt hatte, war ein Mann, der den Sab­bat nicht hält, also eine ganz bedeu­tende reli­giöse Pflicht nicht erfüllt. Ein Sün­der, so mei­nen sie, kann keine Wun­der wir­ken. Doch der Blind­ge­bo­rene wußte sich nicht anders zu hel­fen, als daß er sagte: „Ich kann euch nur sagen, was an mir gesche­hen ist.“ Sie haben ihn dann, weil er bei sei­ner gläu­bi­gen Hal­tung ver­harrte, aus der Syn­agoge aus­ge­sto­ßen, haben seine Eltern kom­men las­sen, um sie zu fra­gen, ob das ihr Sohn ist. Die Eltern hat­ten Furcht. Sie waren besorgt, daß sie von den Mäch­ti­gen Jeru­sa­lems etwas Schlim­mes erlei­den wür­den, und des­we­gen waren sie vor­sich­tig und sag­ten auf die Frage: „Ist die­ser Sohn blind gebo­ren? Wie ist er denn sehend gewor­den?“: „Wir wis­sen, daß dies unser Sohn ist und daß er blind gebo­ren ist.“ Das konn­ten sie natür­lich bezeu­gen. „Aber wie er sehend gewor­den ist, das wis­sen wir nicht. Fragt ihn selbst, er ist alt genug!“ Das war ihre Vor­sicht, ihre Sorge, ihre Angst, daß sie in die­ses pein­li­che Ver­fah­ren ein­be­zo­gen wer­den könn­ten wie ihr Sohn.

Die erwähn­ten Hei­lun­gen wer­den noch über­trof­fen durch die Befrei­ung von einer Krank­heit, die abso­lut unheil­bar war und immer wei­ter fort­schritt, näm­lich vom Aus­satz. Ein Aus­sät­zi­ger galt in jener Zeit als leben­dig tot. Und ein sol­cher Aus­sät­zi­ger kam zu Jesus und sprach zu ihm: „Wenn du willst, kannst du mich rein machen.“ Nach der Über­zeu­gung des Man­nes kommt es nur auf das Wol­len Jesu an. An der Kraft, an der Macht Jesu zwei­felt der Mann über­haupt nicht. Er hat Glau­ben. „Wenn du willst, kannst du mich rein machen!“ Voll Erbar­men streckte Jesus seine Hand aus, rührte ihn an und sprach zu ihm: „Ich will. Sei rein!“ Da wich sogleich der Aus­satz von ihm, und er war rein.

Der ein­zelne Aus­sät­zige war nicht der ein­zige, der vom Aus­satz gerei­nigt wurde. Ein­mal kam Jesus in eine Gegend im Gebiet von Sama­ria in Gal­läa. Da tra­ten ihm zehn Aus­sät­zige ent­ge­gen, die abseits leb­ten; denn die Aus­sät­zi­gen durf­ten nicht mit den übri­gen Men­schen zusam­men­le­ben, weil man Anste­ckung befürch­tete. Sie haus­ten irgendwo außer­halb des bewohn­ten Gebie­tes. Sie blie­ben von ferne ste­hen, denn sie wuß­ten, daß man sich den Gesun­den nicht nähern darf und rie­fen mit lau­ter Stimme: „Jesus, Meis­ter, erbarme dich unser!“ Also auch diese Män­ner hat­ten Glau­ben. Sie wuß­ten, er kann ihnen Erbar­men erwei­sen, wenn er will. Er kann sie hei­len, wenn er sie hei­len will. Was tat Jesus? Als er sie sah, sprach er zu ihnen: „Geht hin und zeigt euch den Pries­tern!“ Was bedeu­tet diese merk­wür­dige Äuße­rung? Im Alten Tes­ta­ment und im Juden­tum waren die Pries­ter auch die Gesund­heits­be­hörde. Wer geheilt wor­den war, mußte von ihnen unter­sucht wer­den, und da stell­ten sie gewis­ser­ma­ßen ein Zeug­nis aus über die erfolgte Hei­lung. Diese Pra­xis greift der Herr auf, wenn er sagt: „Geht hin und zeigt euch den Pries­tern!“ Aber auch hier wie­der: Sie soll­ten zur Fest­stel­lung der Hei­lung gehen, bevor sie geheilt waren. Das heißt: Der Herr stellt sie auf die Probe, ob sie den Glau­ben haben, sei­nem Befehl zu gehor­chen, und ob sie dann infolge die­ses Gehor­sams wür­dig sei­ner Hei­lung sind. Die Män­ner ver­sa­gen nicht. Es geschah; wäh­rend sie hin­gin­gen, freu­dig hin­gin­gen, wur­den sie rein. Auch hier wie­der ein Befehl des Herrn, der diese Män­ner geheilt hat. Wir wis­sen, daß nur einer zurück­kam und sich bedankte, und das war ein Sama­ri­ter. Der Herr war ver­wun­dert: „Sind nicht zehn rein gewor­den? Wo sind denn die ande­ren neun? Hat sich kei­ner gefun­den, der zurück­kehrte und Gott die Ehre gäbe als die­ser Fremd­ling?“

Die Hei­lun­gen, die bis­her vor­ge­führt wur­den, waren alle­samt Hei­lun­gen in der Gegen­wart des Herrn. Aber damit nicht genug. Das Evan­ge­lium berich­tet auch über Fern­hei­lun­gen, über Hei­lun­gen, die der Herr bewirkt hat, obwohl die Kran­ken gar nicht bei ihm erschie­nen. Der erste Fall ist jener der Toch­ter der kana­a­näi­schen Frau, einer Frau aus dem Gebiet von Tyrus und Sidon, also von jenem Gebiet, das jetzt dau­ernd in den Nach­rich­ten genannt wird, wo hef­tige Kämpfe auf­flam­men, im Liba­non. Von da kam eine heid­ni­sche Frau zu ihm und bat für ihre Toch­ter, er möge den bösen Geist von ihr aus­trei­ben. Es mag sich um ein epi­lep­ti­sches Lei­den oder ein ande­res die­ser Art gehan­delt haben. Der Herr wehrte zunächst ab, weil sie eine Hei­din war. „Laß zuerst die Kin­der satt wer­den,“ sagte er. „Es ist nicht recht, den Kin­dern – den Juden – das Brot zu neh­men und es den Hünd­lein vor­zu­wer­fen.“ Da brachte die Frau eine Ent­geg­nung, die den Herrn ent­waff­nete: „Jawohl, Herr, auch die Hünd­lein essen unter dem Tische von den Bro­sa­men der Kin­der.“ Diese gläu­bige Ent­geg­nung hat den Herrn ergrif­fen. Er sprach zu ihr: „Um die­ses Wor­tes wil­len gehe hin! Der böse Geist ist aus­ge­fah­ren aus dei­ner Toch­ter.“ Als sie heim kam, fand sie die Toch­ter auf dem Bett lie­gend. Der böse Geist war aus­ge­fah­ren.

Also hier hat nicht ein­mal die Kranke gebe­ten, son­dern es hat jemand für sie gebe­ten, die Mut­ter für ihr Kind. Und die­ses Gebiet, in dem sich die Kranke befand, war weit ent­fernt von dem Auf­ent­halts­ort Jesu. Dahin hat er sich nie bege­ben. Aber selbst die Ferne über­brückte sein mäch­ti­ges Wort. Die vie­len Kilo­me­ter, die dazwi­schen lagen, waren kein Hin­der­nis für die Kraft­wir­kung sei­nes Wil­lens.

Ähn­lich war es mit dem heid­ni­schen Haupt­mann von Kapharnaum. Die­ser trat zu ihm und bat ihn: „Herr, mein Knecht liegt gelähmt zu Hause und lei­det arge Schmer­zen.“ Jesus sprach: „Ich will kom­men und ihn gesund machen.“ Er will also hin­ge­hen, wie ein Arzt sich zu Kran­ken begibt. Aber da zeigt sich der Glaube die­ses Haupt­manns: „Herr, ich bin nicht wür­dig, daß du ein­ge­hest unter mein Dach.“ Es ist gar nicht ange­mes­sen, daß du zu mir kommst. „Aber sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund!“ Der Herr braucht nicht anwe­send zu sein, er braucht den Kran­ken nicht zu berüh­ren, er braucht nicht irgend­wel­che For­meln über ihn zu spre­chen, er braucht auch nicht irgend­wel­che ärzt­li­chen Prak­ti­ken anzu­wen­den. „Sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund!“ „Wahr­lich,“ sagt der Herr ver­wun­dert, „so einen gro­ßen Glau­ben habe ich in Israel – also bei den Juden – nicht gefun­den!“ Und dann sprach er zu dem Haupt­mann: „Gehe hin! Wie du geglaubt hast, so soll dir gesche­hen!“ Und zur sel­ben Stunde ward der Knecht gesund.

Meine lie­ben Freunde, diese Bei­spiele von Hei­lun­gen, von wun­der­ba­ren Hei­lun­gen, die unser Herr und Hei­land vor­ge­nom­men hat, sol­len uns zei­gen, daß ein Zwei­fel an sei­ner Wun­der­kraft völ­lig unan­ge­bracht ist. Der Herr hat Wun­der, Wun­der, die über alles Maß, über alles Vor­stel­len hin­aus­ge­hen, gewirkt. So nur ist seine große Anhän­ger­schaft zu erklä­ren; denn allein auf sein Wort hin wären die Mas­sen nicht zu ihm geeilt. Die Mas­sen sind, wie wir wis­sen, gegen Leh­ren, gegen Heils­leh­ren, gegen anstren­gende Heils­leh­ren stumpf und unemp­find­lich. Aber wenn einer kommt, der ihre Kran­ken heilt, der Kranke heilt, die nie­mand hei­len kann, dann strö­men sie hinzu, dann brin­gen sie bei Tag und Nacht ihre Kran­ken, wo immer er geht und steht, zu ihm, ja, ein­mal decken sie sogar das Dach eines Hau­ses ab, weil er von Men­schen umge­ben war, und lie­ßen den Kran­ken vor ihm in einer Trage nie­der.

Das ist unser Hei­land, der Wun­der gewirkt hat, die kein Mensch wir­ken kann. Denn die Wun­der­kraft des Vaters im Him­mel war mit ihm. Alle reli­gi­ons­ge­schicht­li­chen Par­al­le­len ver­sa­gen bei Jesus. Die Behaup­tun­gen, wel­che man­che Schrif­ten auf­stel­len, daß z.B. Bar­je­sus Ely­mas, Apol­lo­nius von Tyana und Simon Magus wun­der­bare Hei­lun­gen vor­ge­nom­men hät­ten, sind unglaub­wür­dig und las­sen keine wirk­li­che Sicher­heit auf­kom­men, daß sie gesche­hen sind. Die Hei­lun­gen unse­res Herrn und Hei­lan­des sind sicher. Sie sind auch mit den reli­gi­ons­ge­schicht­li­chen Par­al­le­len gar nicht zu ver­glei­chen; denn immer wie­der sagen die Zuschauer, die Mit­er­le­ben­den der Hei­lun­gen: „So etwas haben wir noch nie­mals gese­hen!“ Also irgend­wel­che reli­gi­ons­ge­schicht­li­chen Par­al­le­len wer­den hier weit über­bo­ten. Die Zeu­gen des Gesche­hens staun­ten über ihn, ja, sie waren außer sich über das, was sie sahen. Etwa bei der Hei­lung des Taub­stum­men. „Da gerie­ten sie ganz außer sich vor Stau­nen,“ sagt die Hei­lige Schrift. „Er hat alles wohl gemacht. Die Tau­ben macht er hören und die Stum­men reden.“

So war sein Weg ein Pfad der Wohl­ta­ten. Wohl­ta­ten spen­dend ging er durch die Lande, heilte die Men­schen und war der wun­der­bare Hei­land, als den wir ihn glau­ben und von dem wir über­zeugt sind, daß er in sei­ner Wun­der­kraft heute ebenso groß ist wie damals.

Im Jahre 1843 kam eine Dame zu dem hei­li­gen Pfar­rer von Ars, und ihr ver­traute er die Worte an: „Gott ist heute genauso all­mäch­tig wie frü­her. Er könnte heute genau sol­che Wun­der wir­ken wie damals. Aber es fehlt am Glau­ben.“ Ja, wer nicht glaubt, wer nicht an die Wun­der­macht des Herrn glaubt, dem wirkt der Herr keine Wun­der. Der Glaube ist die Vor­aus­set­zung dafür, daß er seine Wun­der­macht ein­setzt.

Ähn­li­ches hat vor kur­zem der Bischof von Tar­bes gesagt. Tar­bes ist die Diö­zese, in der der Wall­fahrts­ort Lour­des liegt. Auf die Frage, warum in der Nach­kon­zils­zeit weni­ger Wun­der­hei­lun­gen gesche­hen, sagte er: „Weil der Glaube nicht mehr da ist.“ Die­ser Bischof hat begrif­fen, daß der Glaube die Vor­aus­set­zung dafür ist, daß Gott die Men­schen in wun­der­ba­rer Weise heilt.

Wir aber, meine lie­ben Freunde, wol­len uns die­sen Glau­ben erhal­ten, wol­len ihn erbit­ten, wol­len ihn mit der Kraft Got­tes zu stär­ken ver­su­chen und wol­len rufen mit der Anru­fung in der Namen-Jesu-Lita­nei: „Du wun­der­ba­rer Jesus, du Wun­der­hei­land, erbarme dich unser!“

Amen.

Mit freundlicher Genehmigung „Professor Georg May - Die Hei­lungs­wun­der Jesu www.Glaubenswahrheit.org"

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