StartseitePredigtreihe "Jesus Christus"

Dr. Georg May, em. Pro­fes­sor für Kir­chen­recht, Kirch­li­che Rechts­ge­schichte und Staats­kir­chen­recht, ist seit fast 60 Jah­ren Pries­ter.

Beson­ders in sei­nen unzäh­li­gen Pre­dig­ten hat Georg May den katho­li­schen Glau­ben ver­kün­det und erläu­tert. Kom­pro­miß­los in der Ver­kün­di­gung der rei­nen Lehre und doch leicht ver­ständ­lich fes­selt er seine Leser, die er in der Treue zum Glau­ben und in der Liebe zur Lehre der Kir­che zu fes­ti­gen ver­steht.

Hier können sie täglich eine neue Predigt lesen. Die erste Serie beinhaltet 14 Themen und steht unter dem Haupttitel "Jesus Christus"


Über Chris­tus, den König

Im Namen des Vaters und des Soh­nes und des Hei­li­gen Geis­tes. Amen.

Geliebte im Herrn!

An vie­len ver­gan­ge­nen Sonn­ta­gen hat­ten wir uns die Frage gestellt: Was dünkt euch von Jesus? Wir waren über­zeugt, daß von der Ant­wort auf diese Frage unser Heil und unser Unheil abhängt. Wir haben gese­hen, daß die Ant­wort auf diese Frage außer­or­dent­lich reich ist. Jesus ist eben nicht nur ein Pro­phet oder ein Leh­rer wie andere, er ist ein Pries­ter, er ist der gott­ge­sandte Offen­ba­rer, er ist der auf Erden erschie­nene Gott.

Heute zum letz­ten Mal wol­len wir die Frage stel­len: Was dünkt euch von Jesus? Und wir wol­len die Ant­wort geben: Jesus ist ein König. Gerade in die­ser Zeit der Weih­nacht ist das König­tum Jesu uns beson­ders deut­lich durch die Lit­ur­gie der Kir­che vor Augen gestellt. In der Magni­fi­cat-Anti­phon der letz­ten Tage vor Weih­nach­ten heißt es: „O König der Völ­ker und ihr Ersehn­ter, du Eck­stein, der du zwei zu einem ver­bin­dest, komme und erlöse den Men­schen, den du aus Erden­lehm gebil­det hast!“ Und in der Ves­per am Vor­a­bend von Weih­nach­ten wird gebe­tet: „Wenn die Sonne vom Him­mel her auf­ge­stie­gen sein wird, dann wer­det ihr schauen den König der Könige, der vom Vater her­vor­geht wie der Bräu­ti­gam aus sei­nem Braut­ge­mach.“ Und in den Res­pons­orien der Hei­li­gen Nacht heißt es: „Heute hat sich der König des Him­mels gewür­digt, von der Jung­frau gebo­ren zu wer­den, um den ver­lo­re­nen Men­schen zum himm­li­schen Rei­che zurück­zu­füh­ren.“ Ähn­lich wird am Fest der Erschei­nung des Herrn gebe­tet: „Sehet, der Gebie­ter, der All­herr­scher ist da; in sei­ner Hand ruht Königs­macht.“ Zusam­men­ge­faßt wer­den alle diese Äuße­run­gen der Lit­ur­gie in dem Christ­kö­nigs­feste, das von Papst Pius XI. ein­ge­führt wor­den ist. Die Lit­ur­gie bekennt ein­deu­tig: Chris­tus ist ein König.

Was die Lit­ur­gie uns lehrt, das ist im Alten Tes­ta­ment vor­her­ge­sagt. Eine Fülle von alt­tes­ta­ment­li­chen Tex­ten stellt uns den Mes­sias, den Heil­brin­ger, als eine könig­li­che Gestalt vor. Im Buche des Pro­phe­ten Isaias heißt es: „Ein Kind ist uns gebo­ren, ein Sohn ist uns geschenkt. Auf sei­nen Schul­tern ruht Welt­herr­schaft. Man wird ihn nen­nen Wun­der­rat, star­ker Gott, ewi­ger Vater, Fürst des Frie­dens. Groß wird die Macht und end­los der Friede sein auf Davids Thron.“

Auch in den Psal­men wird immer wie­der das König­tum des Mes­sias ange­spro­chen, vor allem im Psalm 71, das ist ein ech­ter Christ­kö­nigs­psalm: „Von einem Meer bis zum ande­ren wird er herr­schen, vom Euphrat bis an der Erde Gren­zen. Es müs­sen sich die Geg­ner vor ihm beu­gen, den Staub der Erde seine Feinde lecken. Die Könige von Tar­sis und die Inseln brin­gen Gaben dar, die Fürs­ten Sabas und Ara­bi­ens kom­men mit Geschen­ken. Ihm hul­di­gen die Könige der Erde, ihm die­nen alle Hei­den­völ­ker.“ Ähn­lich klingt die Bot­schaft aus dem 44. Psalm, wo es heißt: „Du bist der schönste aller Men­schen­kin­der, und Anmut spielt auf dei­nen Lip­pen, denn auf ewig hat dich Gott geseg­net. Dein Thron, o Gott, besteht in Ewig­keit, denn gerecht ist dei­nes Rei­ches Zep­ter. Du liebst Gerech­tig­keit und has­sest das Unrecht. Darum hat dich Gott, dein Gott, mit Freu­denöl gesalbt vor allen ande­ren Herr­schern.“

Das Neue Tes­ta­ment spricht häu­fig das König­tum Jesu aus. Ich will vor allem fünf Stel­len nen­nen, an denen Jesus als König bezeugt wird. Als der Engel Maria die Bot­schaft bringt, was mit ihr gesche­hen soll, da ist sie erschro­cken und harrt auf Erklä­rung des­sen, was ihr gesagt wird. Da gibt ihr der Engel die Inter­pre­ta­tion: „Gott wird ihm den Thron sei­nes Vaters David geben. Er wird herr­schen über das Haus Jakob in Ewig­keit, und sei­nes König­tums wird kein Ende sein.“ Da könnte frei­lich jemand sagen: Ja, ist das denn ein­ge­trof­fen? Hat er wirk­lich die Davi­di­sche Herr­schaft erneu­ert, das große Reich, das vom Euphrat bis zum Nil reichte? Natür­lich nicht. Offen­sicht­lich ist das König­tum, das der Engel ver­kün­det hat, trans­pa­rent für ein tran­szen­den­tes König­tum. Es ist in den Wor­ten des Alten Tes­ta­men­tes der Hin­weis auf ein König­tum ande­rer, geis­ti­ger und geist­li­cher Art ent­hal­ten. Die Erfül­lung ist buch­stäb­lich natür­lich nicht ein­ge­trof­fen, aber sie ist in ihrem geis­ti­gen Sinne erfüllt wor­den.

Ähn­lich wis­sen wir, daß die Wei­sen aus dem Mor­gen­lande einen König such­ten. „Wo ist der neu­ge­bo­rene König der Juden?“ Sie hat­ten eine Ahnung davon, daß der Heil­brin­ger könig­li­chen Geblü­tes sein müsse.

Als Phil­ip­pus den Natha­nael zu Jesus führte, war Natha­nael von der Per­sön­lich­keit Jesu über­wäl­tigt. Und so brach es aus ihm her­vor: „Du bist der König von Israel.“

Die Volks­mas­sen waren ähn­lich von Jesus ange­tan. Nach der Brot­ver­meh­rung woll­ten sie ihn zum König machen. Jesus ver­barg sich vor ihnen, denn das König­tum, das ihm die Volks­mas­sen ansin­nen woll­ten, ist nicht sein König­tum. Sie suchen einen Brot­kö­nig, sie suchen die Erfül­lung ihrer natür­li­chen Wün­sche, sie erwar­ten einen Brin­ger des irdi­schen Hei­les, sie wol­len die Erlö­sung ohne Bekeh­rung, und einer sol­chen Erwar­tung ver­wei­gert sich Jesus, der König.

End­lich hat er selbst vor Pila­tus das herr­li­che Bekennt­nis abge­legt: „Ja, ich bin ein König. Dazu bin ich gebo­ren und in die Welt gekom­men, daß ich der Wahr­heit Zeug­nis gebe. Jeder, der aus der Wahr­heit ist, hört auf meine Stimme.“ Er ist ein König! Er ist ein König im Reich der Wahr­heit, d. h. der offen­ba­ren Wirk­lich­keit Got­tes. Das König­tum Jesu ist von beson­de­rer Art. Es ist ein König­tum, das nicht in den For­men irdi­scher Macht auf­tritt, das nicht durch geo­gra­phi­sche Gren­zen ein­ge­grenzt ist. Es ist ein König­tum der sich opfern­den Liebe. „Nicht mit dem Schwert“, sagt der hei­lige Augus­ti­nus, „hat sich Chris­tus den Erd­kreis unter­tan gemacht, son­dern mit dem Kreuz.“ Daran sieht man am deut­lichs­ten die Art sei­nes König­tums. Es ist ein König­tum der sich opfern­den Liebe. Sein König­tum ist ver­bind­lich, die Men­schen sind gehal­ten, sich die­sem König­tum zu unter­wer­fen. Im Chris­ten­tum gilt nicht das Wort: Hier kann jeder nach sei­ner Fas­son selig wer­den. Aber die­ses König­tum appel­liert an die Ver­ant­wor­tung und an das Gewis­sen des Men­schen. Jesus will durch sein König­tum die Men­schen in sein herr­li­ches Reich hin­ein­zie­hen. Er will sie befreien von der Dämo­nie der Sünde. Er hat ja als Sie­ger und König den Tod, die Sünde und den Teu­fel über­wun­den. Die­sen Sieg will er den Sei­nen ver­ma­chen. Sie sol­len in sein herr­li­ches, freies und rei­ches König­tum hin­ein­ge­zo­gen wer­den, indem sie über Sünde, Tod und Teu­fel mit ihm sie­gen und auf Thro­nen sit­zen.

Das König­tum Jesu ist anders, ist viel­leicht beschwer­li­ches als ein irdi­sches König­tum. Es erfüllt nicht die irdi­schen Sehn­süchte, und des­we­gen, des­we­gen, meine lie­ben Freunde, befrem­det es viele Men­schen und schließt sie im Wider­stand gegen das König­tum Jesu zusam­men. Ein­dring­lich und ergrei­fend ist das in der Apos­tel­ge­schichte gesagt: „Wahr­haf­tig, in die­ser Stadt (Jeru­sa­lem) haben sich zusam­men­ge­schlos­sen wider dei­nen hei­li­gen Knecht Jesus Hero­des und Pon­tius Pila­tus mit den Hei­den und den Stäm­men Israels.“ Alle waren sie gegen ihn, die Juden wie die Hei­den, der welt­li­che Fürst und der geist­li­che Ver­tre­ter des Volkes, der Hohe­pries­ter.

Jesu Reich ist nicht von die­ser Welt, und doch ist ihm alles unter­wor­fen. Die irdi­schen For­men, die irdi­schen Ord­nun­gen blei­ben beste­hen. Jesus ist ja gekom­men, den Wil­len des Vaters zu erfül­len, und so läßt er auch die irdi­schen Ein­rich­tun­gen beste­hen, also bei­spiels­weise Ehe, Fami­lie, Volk. Das alles bleibt durch Chris­tus unbe­rührt, denn er ist ja, um den Wil­len des Vaters zu erfül­len, erschie­nen, und der Wille des Vaters ist eben, daß diese Ord­nun­gen, solange diese Welt­zeit läuft, beste­hen blei­ben. Aber Jesus hat zwei­er­lei mit die­sen Ord­nun­gen getan: Er hat sie von der Dämo­nie der Sünde befreit, und er hat sie mit sei­ner Herr­lich­keit durch­strahlt. Er hat sie von der Dämo­nie der Sünde befreit, indem er die Men­schen lehrte, alles, was diese Ord­nun­gen gefähr­det und bedroht, abzu­wei­sen. Er hat sie mit sei­ner Herr­lich­keit durch­strahlt, indem er sie erho­ben hat, bei­spiels­weise die Ehe, die vor ihm ein natür­li­cher Bund war, die jetzt aber ein Sakra­ment gewor­den ist. So hat er die irdi­schen Ord­nun­gen beste­hen las­sen, aber erho­ben und durch­strahlt. Und er hat die Men­schen umge­schaf­fen, die diese Ord­nun­gen gestal­ten sol­len. Die Men­schen sol­len diese Ord­nun­gen for­men nach dem ihnen inne­woh­nen­den Gesetz. Das ist der Grund, der tiefste Grund, meine lie­ben Freunde, warum die Kir­che in ihrer Ver­kün­di­gung immer auf der Natur beharrt, auf der Natur, d. h. auf der Schöp­fung Got­tes. Der Mensch ist gehal­ten, die Natur­ord­nung zu beach­ten, wenn immer sich darin der Wille Got­tes aus­spricht.

Christi Reich ist nicht ganz iden­tisch mit der Kir­che. Die Kir­che ist der Kern die­ses Rei­ches. Chris­tus ist nicht nur der Herr der Welt, er ist auch der Herr sei­ner Kir­che, die er durch­pulst mit sei­nem Feuer, mit sei­nem Geiste, die er führt und lenkt und lei­tet. Des­we­gen blei­ben wir in die­ser Kir­che, weil wir wis­sen: Das ist die Kir­che Christi. Er ist der Herr die­ser Kir­che, und von der Kir­che strahlt die Wahr­heit in diese Welt aus. Es gibt kein Licht, meine lie­ben Freunde, in die­ser Welt, das nicht von die­ser Kir­che her­kommt, und sie ist das letzte Boll­werk gegen die Zer­stö­rung und gegen die Auf­lö­sung und gegen die Zer­rüt­tung. Sie ist das letzte Boll­werk. Die Kir­che ist auch nicht iden­tisch mit dem Got­tes­reich; sie ist das Werk­zeug und die Erschei­nung des Got­tes­rei­ches. Das Got­tes­reich in unver­hüll­ter Herr­lich­keit ist noch nicht ange­bro­chen. Dar­auf war­ten wir noch. Aber es gibt einen Keim, und die­ser Keim ist die Kir­che. Die Kir­che ist das Werk­zeug und die Erschei­nung des Got­tes­rei­ches auf Erden.

Chris­tus ist als König Gesetz­ge­ber und Rich­ter. Es gehört zum König, daß er Gesetze gibt und daß er Gericht hält. Das erfüllt Chris­tus. Er ist Gesetz­ge­ber, aber anders als Moses, er ist näm­lich selbst unser Gesetz. An den Chris­ten tritt das Gesetz gleich­sam nicht mehr von außen heran, son­dern von innen, weil Chris­tus in ihm lebt und er in Chris­tus lebt. Des­we­gen ist Chris­tus sein per­so­na­les Gesetz. Die ein­zel­nen For­de­run­gen, die ja nicht auf­ge­hört haben, sind nur Weg­wei­ser, wie sich das Gesetz, das Chris­tus ist, in den kon­kre­ten Lebens­si­tua­tio­nen aus­wir­ken muß. In den Ein­zel­vor­schrif­ten, die Gott – und die Kir­che in sei­nem Namen – gibt, haben wir Anlei­tun­gen für das Ver­hal­ten in den ein­zel­nen Lagen unse­res Lebens. Aber das per­so­nale Gesetz ist Chris­tus sel­ber, und darum ist er Gesetz­ge­ber. Das Tri­den­ti­num hat es gegen die Neue­rer des 16. Jahr­hun­derts deut­lich aus­ge­spro­chen: „Wer sagt, daß uns Chris­tus nur als einer gege­ben ist, dem wir ver­trauen sol­len, und nicht auch als einer, dem wir gehor­chen müs­sen wegen sei­ner Gesetz­ge­bung, der sei aus­ge­schlos­sen.“

Chris­tus ist auch der Rich­ter. Ihm ist das ganze Gericht vom Vater über­ge­ben wor­den. Im Johan­nes­evan­ge­lium heißt es in die­sem Sinne: „Gott hat sei­nen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richte, son­dern daß die Welt durch ihn geret­tet werde. Wer an ihn glaubt, wird nicht gerich­tet, wer aber nicht glaubt, der ist schon gerich­tet, weil er an den Namen des ein­ge­bo­re­nen Soh­nes Got­tes nicht glaubt. Das aber ist das Gericht, daß das Licht in die Welt gekom­men ist und die Men­schen die Fins­ter­nis mehr lieb­ten als das Licht; denn ihre Werke waren böse.“ Also in der Stel­lung zu Jesus, im Ver­hal­ten gegen­über Jesus, da voll­zieht sich das Gericht. Wer sich ihm in Gehor­sam und Glau­ben unter­wirft, der ent­geht dem Gerichte. Wer ihn aber abweist in Selbst­herr­lich­keit und Hoch­mut, der ist schon gerich­tet. Das Gericht ist bereits ergan­gen, es ist nur nicht offen­bar gewor­den, aber es wird evi­dent wer­den am Jüngs­ten Tage.

Auch die zu Jesus gehö­ren, die sich ihm über­ant­wor­tet haben, neh­men am König­tum Christi teil. Es ist gar keine Frage, daß im Neuen Tes­ta­ment die Gläu­bi­gen als Teil­neh­mer am König­tum Christi bezeich­net wer­den, etwa im ers­ten Brief des Petrus: „Ihr aber seid ein aus­er­wähl­tes Geschlecht, ein könig­li­ches Pries­ter­tum, ein hei­li­ger Stamm, ein Gott zuge­eig­ne­tes Volk.“ Ein könig­li­ches Pries­ter­tum. Und ähn­lich spricht der Apo­ka­lyp­ti­ker Johan­nes, der an die sie­ben Gemein­den schreibt: „Gnade sei mit euch und Friede von dem, der da ist und der da war und der da kom­men wird, und von den sie­ben Geis­tern vor sei­nem Throne und von Jesus Chris­tus, dem getreuen Zeu­gen, dem erst­ge­bo­re­nen der Toten, dem Beherr­scher der Könige der Erde. Ihm, der uns lieb hat und uns mit sei­nem Blute von unse­ren Sün­den erlöst und uns zu einem König­tum gemacht hat und zu Pries­tern für Gott, sei­nen Herrn, ihm gebührt die Herr­lich­keit und die Macht in alle Ewig­keit.“ Auch hier ist vom König­tum der Gläu­bi­gen die Rede.

Selbst­ver­ständ­lich muß man ver­su­chen, die­ses König­tum begriff­lich zu erfas­sen. Es ist also bestimmt nicht damit gemeint, daß man sich in Pfarr­ge­meinde- und Pas­to­ral­rä­ten ver­sam­melt, um dann zu bestim­men, was die Pries­ter zu tun haben. So ist das König­tum Christi bestimmt nicht gemeint, son­dern wie es gemeint ist, dar­über gibt uns die Kir­chen­kon­sti­tu­tion des Zwei­ten Vati­ka­n­ums im 36. Kapi­tel Aus­kunft. Da wird gesagt, was das König­tum der Gläu­bi­gen bedeu­tet. Es bedeu­tet drei­er­lei. Ers­tens, daß die Gläu­bi­gen in könig­li­cher Frei­heit über die Sünde herr­schen. Sie herr­schen tat­säch­lich, aber sie herr­schen über die Sünde. Zwei­tens: Die Gläu­bi­gen sind auf­ge­ru­fen, ihre Brü­der zu Chris­tus dem König zu füh­ren und ihnen zu die­nen. Sie sind wirk­lich Könige, aber ihr König­tum ist wie das König­tum Jesu ein Dienst. Drit­tens: Sie sol­len die irdi­schen Ord­nun­gen nach dem Wil­len Jesu, nach dem Wil­len Got­tes gemäß den ihnen inne­woh­nen­den Geset­zen gestal­ten. Sie herr­schen über die Dinge, aber sie herr­schen so, daß sie dabei den ihnen inne­woh­nen­den Geset­zen fol­gen.

Das also ist das König­tum der Gläu­bi­gen, von dem nichts zurück­ge­nom­men wer­den soll, das aber in sei­ner Wesen­haf­tig­keit erkannt wer­den muß. Und die­sem König muß man die Treue hal­ten. In der Zeit des Drit­ten Rei­ches, meine lie­ben Freunde, haben wir Jugend­li­chen gern das Lied gesun­gen von Chris­tus, dem König, dem wir die Liebe wei­hen, dem wir die Treue hal­ten wol­len, und viele Jugend­li­che haben es getan. In der glei­chen Zeit tobte in Mexiko eine blu­tige Chris­ten­ver­fol­gung. Viele Pries­ter und Laien sind ihr zum Opfer gefal­len. Unter ihnen war auch Anak­let Gon­zales Flo­res, ein jun­ger Fami­li­en­va­ter. Er wurde wegen sei­ner Treue zu Chris­tus und zur Kir­che gemar­tert und getö­tet. Seine junge Frau hat den Leich­nam von der Regie­rung erbe­ten und erhal­ten. Dann nahm sie ihren ältes­ten Sohn von fünf Jah­ren auf den Schoß und sagte: „Sieh, wie sie Papa zuge­rich­tet haben. Sieh, was sie ihm ange­tan haben, wie sie ihm weh getan haben. Sieh aber auch, wie mutig Papa war für Chris­tus, sei­nen König. Gelt, wenn du erwach­sen bist, dann machst du es ebenso, wenn Gott es haben will.“ Gelt, wenn du erwach­sen bist, dann machst du es ebenso, wenn Gott es haben will. Wer­den wir es auch so machen, wenn Gott es haben will?

Amen.

Mit freundlicher Genehmigung „Professor Georg May - Über Chris­tus, den König www.Glaubenswahrheit.org"

Predigtreihe Jesus Christus
GlaubensnetzwerkDankeCopyright / UrheberrechtImpressum