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Wenn der Glaube an Christus verfälscht und mit den Zielsetzungen dieser Welt vermengt wird, dann geht auch der Sinn des Christentums verloren.

Die Heilsbedeutung Mariens

Gott hat Maria zu einem ein­zig­ar­ti­gen Dienst beru­fen. Sie sollte dem Erlö­ser den Weg in die Welt bah­nen. Maria wurde zu die­sem Zweck aus­ge­son­dert aus der gan­zen Mensch­heit; eine Auf­gabe wie sie hat kein zwei­ter Mensch zu erfül­len gehabt. Die Kir­che ist gewiß die Kir­che der Pro­phe­ten und der Apos­tel, aber in gewis­ser Hin­sicht über­ragt Mari­ens Dienst den der Pro­phe­ten und der Apos­tel, denn sie war es, in die Gott das Geheim­nis sei­ner Erlö­sung, den Logos, gelegt hat, auf daß er, Mensch gewor­den, die Mensch­heit und die ganze Welt von den Sün­den erlöse.

Die ein­zig­ar­tige Beru­fung Mari­ens bedingt auch ihre ein­zig­ar­tige Gestalt. Weil sie eine sol­che Auf­gabe hatte, des­we­gen wurde sie auch in beson­de­rer Weise für diese Auf­gabe aus­ge­rüs­tet. Sie ist von ihrer Auf­gabe völ­lig bean­sprucht. Die Mut­ter­schaft ist ja immer eine unge­heure Bean­spru­chung für eine Frau. Die Tat­sa­che, daß sie Mut­ter wird, prägt sie für das ganze Leben. Aber in Maria ist die Mut­ter­schaft noch gestei­gert dadurch, daß ihr Kind der Sohn Got­tes war.

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Die kirch­li­che Ver­eh­rung Mari­ens

Die Mut­ter­got­tes­würde, die Maria eigen ist, bie­tet die Grund­lage dafür, daß sie von den Christ­gläu­bi­gen ver­ehrt wird. Nie­mand, der Chris­tus, ihren Sohn, als den gott­ge­sand­ten Erlö­ser bekennt, kann an sei­ner Mut­ter vor­über­ge­hen. In der katho­li­schen Kir­che besteht nun eine genaue, sach­ge­rechte Ein­tei­lung der Arten der Ver­eh­rung. Wir unter­schei­den die Ver­eh­rung der Anbe­tung und die Ver­eh­rung der Hoch­schät­zung. Die Ver­eh­rung der Anbe­tung wird nur Gott geschul­det; denn Gott ist der ein­zig Hei­lige, der Schöp­fer und Erlö­ser und Hei­li­ger. Er wird um sei­ner selbst wil­len ver­ehrt. Ihm wird ein abso­lu­ter Kult geschul­det, d.h. ein Kult, der nicht wie­derum von einem ande­ren abhän­gig ist. Und des­we­gen ist der Anbe­tungs­kult Gott vor­be­hal­ten. Die Spra­che hat dafür das Wort des cul­tus latriae aus­ge­bil­det. Der cul­tus latriae, also der Anbe­tungs­kult, wird Gott allein um sei­ner selbst wil­len geschul­det; es gibt nichts außer­halb von Gott, was Ver­an­las­sung dafür wäre, daß er ange­be­tet wird. Dar­aus ergibt sich aber, daß jeder andere Kult, jede andere Ver­eh­rung abge­lei­tet ist. Jede andere Ver­eh­rung ist rela­ti­ver Kult, das heißt rück­be­züg­li­cher Kult. Die Ver­eh­rung der Hoch­schät­zung geht, über den Ver­ehr­ten hin­aus, letzt­lich auf Gott. Der Grund dafür ist in zwei Wirk­lich­kei­ten gele­gen; ein­mal, weil alle Geschöpfe auf den Schöp­fer zurück­wei­sen. Wer die Geschöpfe preist, der preist unwei­ger­lich den Schöp­fer. Denn was sie an Gutem haben, das haben sie von ihrem Schöp­fer emp­fan­gen. Ebenso ist die Hei­lig­keit, die den Geschöp­fen eigen ist, ihnen von Gott gna­den­haft geschenkt. Wer die Geschöpfe ob ihrer Hei­lig­keit lobt und preist, der zielt letzt­lich auf den Urhe­ber ihrer Hei­lig­keit, und das ist Gott. Es gibt also außer Gott nur einen rück­be­züg­li­chen, einen rela­ti­ven Kult, und den nen­nen wir den cul­tus duliae, den Kult der Hoch­schät­zung. Aber unter denen, die mit die­sem Kult der Hoch­schät­zung ver­ehrt wer­den, gibt es wie­derum eine Auf­gip­fe­lung, und sie ist einer ein­zi­gen vor­be­hal­ten, näm­lich der Jung­frau Maria. Ihr gebührt der cul­tus hyper­du­liae, also die Ver­eh­rung einer beson­de­ren Hoch­schät­zung; denn kei­nes unter den Geschöp­fen ist so hoch erho­ben wor­den, kei­nes unter den Geschöp­fen hat eine sol­che Stel­lung in der Heils­ge­schichte wie Maria. Des­we­gen gebührt ihr ein aus­ge­zeich­ne­ter Kult der Hoch­schät­zung, der den aller ande­ren Geschöpfe über­ragt. Aber – das sei deut­lich gesagt – auch der cul­tus hyper­du­liae, den wir Maria erwei­sen, ist keine Anbe­tung. Maria ist ein Geschöpf und bleibt ein Geschöpf; sie ist nicht an die Seite Got­tes zu rücken, son­dern ist deut­lich abzu­set­zen von der Anbe­tung. Es gehört zu den schlimms­ten Miß­ver­ständ­nis­sen, die der katho­li­schen Mari­en­ver­eh­rung vor­ge­wor­fen wer­den, wenn man sagt, die Katho­li­ken wür­den Maria anbe­ten. Nein, das tun sich nicht! Sie ver­eh­ren Maria, sie ver­eh­ren Maria mit dem Kult der Hoch­schät­zung, aber die Anbe­tung behal­ten sie allein dem drei­ei­ni­gen Gott vor.

Es sei zuge­ge­ben und ein­ge­räumt, daß es manch­mal For­mu­lie­run­gen gibt, die den Ver­dacht der Nicht­ka­tho­li­ken schein­bar begüns­ti­gen. Den­ken Sie etwa an ein Gebet wie jenes, wo wir Maria als „unser Leben“ und „unsere Hoff­nung“ bezeich­nen. Jeder Christ­gläu­bige wird sich fra­gen: Ja, ist denn nicht Chris­tus unser Leben und unsere Hoff­nung? Geht nicht die Sehn­sucht nach Leben und die Hoff­nung auf Heil zu Chris­tus? Selbst­ver­ständ­lich. Chris­tus ist unser Leben und unsere Hoff­nung in einer ursprüng­li­chen Weise. Maria kann unser Leben und unsere Hoff­nung nur in einer abge­lei­te­ten Weise sein, nur in einer sekun­dä­ren Weise. Denn alles, was sie ist und was sie kann, ver­dankt sie Chris­tus. Wenn wir uns an sie wen­den als an unser Leben und unsere Hoff­nung, dann mei­nen wir damit, daß sie, weil sie Chris­tus gebo­ren hat und die Gna­den ver­mit­telt, die er ver­dient hat, an dem Leben und an der Hoff­nung, die Chris­tus ist, in einer aus­ge­zeich­ne­ten Weise Anteil gewinnt.

Die Mari­en­ver­eh­rung setzt nach unse­rer Kennt­nis im 4. Jahr­hun­dert ein. Da wer­den die ers­ten Mari­en­kir­chen errich­tet, in Ephe­sus zum Bei­spiel, in Rom (Maria Anti­qua, Maria im Vier­tel Tras­te­vere, Santa Maria Mag­giore). Im 4. Jahr­hun­dert kom­men uns auch die ers­ten Lob­prei­sun­gen auf Maria zur Kennt­nis. Ephreim der Syrer, ein Theo­loge des 4. Jahr­hun­derts, hat die ers­ten Mari­en­hym­nen geschaf­fen. Und im 4. Jahr­hun­dert haben wir auch zum ers­ten­mal Zeug­nisse dafür, daß Maria ange­ru­fen wird, näm­lich in Pre­dig­ten, die die hei­li­gen Gre­gor von Nyssa und Gre­gor von Nazi­anz gehal­ten haben. Da macht die Reli­gi­ons­ge­schichte einen Ein­wand. Sie sagt näm­lich: Ja, im 4. Jahr­hun­dert, da herrschte der Aria­nis­mus, er leug­nete die Gott­heit Jesu, und im Gegen­schlag gegen diese Leug­nung haben die Katho­li­ken die Gott­heit Christi so über­be­tont, daß seine Mensch­heit und der Heils­wert und die Heils­be­deu­tung sei­ner Mensch­heit zurück­tra­ten. Da ist ein Leer­raum ent­stan­den, und in den sind Maria und die Hei­li­gen ein­ge­drun­gen. So ver­sucht die Reli­gi­ons­ge­schichte – die ungläu­bige Reli­gi­ons­ge­schichte – die Ent­ste­hung der Mari­en­ver­eh­rung zu erklä­ren. Meine lie­ben Freunde, diese ver­suchte Erklä­rung schei­tert daran, daß die Mari­en­ver­eh­rung ihre Wur­zel in der heils­ge­schicht­li­chen Stel­lung Marias hat. Diese heils­ge­schicht­li­che Stel­lung ist völ­lig unab­hän­gig von geschicht­li­chen Vor­gän­gen. Es mag sein, daß der Rück­schlag gegen den Aria­nis­mus die Mari­en­ver­eh­rung beson­ders geför­dert und begüns­tigt hat, ohne wei­te­res. Aber ihre Wur­zel und ihre theo­lo­gi­sche Grund­lage ist die heils­ge­schicht­li­che Ver­bun­den­heit Mari­ens und der übri­gen Hei­li­gen mit Chris­tus.

In den fol­gen­den Jahr­hun­der­ten ist die Mari­en­ver­eh­rung auf­ge­blüht. Das Kon­zil von Tri­ent hat gegen die Glau­bens­neue­rer erklärt, daß es nütz­lich und heil­sam sei, die Hei­li­gen zu ver­eh­ren, natür­lich an ers­ter Stelle die Köni­gin der Hei­li­gen. In der neue­ren Zeit hat die Mari­en­ver­eh­rung einen gro­ßen Auf­schwung genom­men; es wur­den viele neue Mari­en­feste ein­ge­führt. Der Sams­tag wurde Maria geweiht, die Päpste haben maria­ni­sche Jahre aus­ge­ru­fen, die Monate Mai und Okto­ber sind in beson­de­rer Weise der Mari­en­ver­eh­rung gewid­met. Viele Päpste haben Enzy­kli­ken über den Wert und den Nut­zen des Rosen­kranz­ge­be­tes erlas­sen. Viele Mari­en­kir­chen sind ent­stan­den. In der jüngs­ten Zeit sind immer mehr Marie­n­er­schei­nun­gen zu beob­ach­ten gewe­sen – wir wer­den gleich dar­über zu spre­chen haben. Die Mari­en­ver­eh­rung hat also einen gewal­ti­gen Auf­schwung genom­men. Die Kir­che hat diese Ver­eh­rung ermu­tigt, wo immer sie sich in den Bah­nen, die von der Heils­be­deu­tung Mari­ens vor­ge­zeich­net sind, bewegt. Es kann gar nicht anders sein, als daß die Mari­en­ver­eh­rung eine Hülle ist, wel­che die Chris­tus­an­be­tung umgibt.

Ich habe mich einst gefragt: Warum haben denn z.B. die Zis­ter­zi­en­ser alle ihre Kir­chen Maria geweiht? Die Ant­wort ist sehr ein­fach: weil Maria ihren Sohn in ihrem Schoße getra­gen hat, des­we­gen sol­len die Got­tes­häu­ser, die stei­ner­nen Tem­pel, die den eucha­ris­ti­schen Herrn in sich ber­gen, eben­falls Maria geweiht sein. Das ist keine Ver­ir­rung, das ist ledig­lich ein Aus­zie­hen der Linie, die begon­nen hat, als Maria sprach: „Siehe, ich bin die Magd des Herrn. Mir geschehe nach dei­nem Worte!“

Nun soll noch etwas gesagt wer­den zu den Marie­n­er­schei­nun­gen. Wir haben die gro­ßen, von der Kir­che aner­kann­ten Marie­n­er­schei­nun­gen in La Salette, in Lour­des, in Fatima. Die ent­schei­dende Frage bei allen Marie­n­er­schei­nun­gen ist die: Sind sie echt, oder sind sie nicht echt? Diese Ent­schei­dung ist der Kir­che vor­be­hal­ten, der kirch­li­chen Auto­ri­tät über­tra­gen. Denn die Kir­che ist die Hüte­rin der Offen­ba­rung, und in diese Hut der Offen­ba­rung muß auch alles ein­be­zo­gen wer­den, was zu der Offen­ba­rung in irgend­eine Bezie­hung tritt, und das tun die Marie­n­er­schei­nun­gen. Des­we­gen muß die kirch­li­che Auto­ri­tät die Macht haben, über Echt­heit und Unecht­heit zu ent­schei­den. Selbst­ver­ständ­lich ist nicht jedes Urteil über die Echt­heit oder Unecht­heit von Marie­n­er­schei­nun­gen unfehl­bar. Wenn ein Bischof eine Erschei­nung aner­kennt, dann kann er sich irren; und wenn ein Bischof eine Erschei­nung ver­wirft, kann er sich ebenso irren. Es ist also hier keine abso­lute Garan­tie vor­han­den, daß diese Marie­n­er­schei­nun­gen echt bzw. unecht sind. Wenn frei­lich die Kir­che über lange Zeit, und zwar das höchste kirch­li­che Lehr­amt, also das Papst­tum, eine Marie­n­er­schei­nung als echt aner­kennt, dann würde es ein Man­gel an Glau­bens­sinn sein, wenn man die Echt­heit nicht anneh­men würde. Gewiß, die Ent­schei­dung des Lehr­am­tes legt keine Glau­bens­ver­pflich­tung auf; wir sind nicht im Glau­ben ver­pflich­tet, Marie­n­er­schei­nun­gen anzu­neh­men. Aber es wäre ein schwe­rer Man­gel an kirch­li­chem Sinn, einer sol­chen Ent­schei­dung aus­zu­wei­chen oder sie gar zu ver­wer­fen.

Wenn wir uns die Struk­tur der Marie­n­er­schei­nun­gen anse­hen, dann müs­sen wir zunächst ein­mal sagen: Maria erscheint nicht in ihrer ver­klär­ten Gestalt. Sie kann gar nicht in ihrer ver­klär­ten Gestalt erschei­nen. Warum nicht? Weil uns dafür das Wahr­neh­mungs­or­gan fehlt. Im Pil­ger­stande sind wir nicht in der Lage, Wesen, die im ver­klär­ten Zustande leben, zu erken­nen. Sie muß also eine andere Gestalt anneh­men. Und dabei ist zu beach­ten, daß der Emp­fän­ger der Erschei­nung in das Erschei­nungs­ge­sche­hen ein­be­zo­gen wird. Das heißt: Die Erschei­nung hat ein objek­ti­ves und ein sub­jek­ti­ves Moment. Das objek­tive Moment ist die Macht Got­tes, kraft derer Maria erschei­nen darf. Denn jede Marie­n­er­schei­nung, die echt ist, geht letzt­lich auf Gott zurück. Aber die Erschei­nung, die Gott wirkt, muß vom Men­schen erfah­ren und auf­ge­nom­men wer­den; und bei die­ser Erfah­rung und Auf­nahme muß der Mensch zu ver­ste­hen suchen und die Erschei­nung zu inter­pre­tie­ren unter­neh­men. Dabei geht aber ein sub­jek­ti­ves Moment, eben die Ver­an­la­gung des­sen, der die Erschei­nung emp­fängt, in die Erschei­nung ein. Er setzt das, was ihm da wider­fah­ren soll, in plas­ti­sche Bil­der um. Für diese Auf­gabe sind beson­ders geeig­net Kin­der. Sie den­ken nicht begriff­lich-abs­trakt, son­dern in anschau­li­chen Bil­dern. Des­we­gen brau­chen wir uns über­haupt nicht zu wun­dern, wenn so viele Marie­n­er­schei­nun­gen an Kin­der ergan­gen sind. Sie sind für diese Auf­gabe in beson­de­rer Weise geeig­net.

Was den Inhalt der Marie­n­er­schei­nun­gen angeht, so ist zunächst dar­auf hin­zu­wei­sen, daß die amt­li­che, öffent­li­che Offen­ba­rung durch Chris­tus mit dem Tode des letz­ten Apos­tels abge­schlos­sen ist. Es gibt keine neue Offen­ba­rung, die uns Wahr­hei­ten, die bis­her ver­bor­gen waren, ent­hül­len würde. Die Erschei­nun­gen knüp­fen an das an, was von Chris­tus gelehrt wor­den ist und was der Geist im Laufe der Jahr­hun­derte der Kir­che aus der Chris­tusof­fen­ba­rung ent­hüllt hat. Aber sie brin­gen keine neuen Offen­ba­rungs­ele­mente. Der mate­riale Gehalt aller Marie­n­er­schei­nun­gen geht dahin, die Mensch­heit zu Chris­tus zu füh­ren. Es ist gera­dezu eine Probe auf die Echt­heit einer Marie­n­er­schei­nung, ob sie die Men­schen auf­for­dert, sich zu Chris­tus zu wen­den oder nicht. Marie­n­er­schei­nun­gen befrie­di­gen keine Neu­gierde, auch keine edle und fromme Neu­gierde, son­dern Marie­n­er­schei­nun­gen wol­len das Erbe Christi hüten, bewah­ren und leben­dig machen.

Weil nun Maria in der Heils­ge­schichte eine über­ra­gende Bedeu­tung besitzt, weil sie die Nächste am Throne Got­tes ist, des­we­gen wen­det sich das Ver­trauen der Gläu­bi­gen ihr in beson­de­rem Maße zu. Es gibt viele ergrei­fende und schöne Mari­en­ge­bete, und wir sol­len sie gern und freu­dig, wir sol­len sie täg­lich spre­chen, um der Hilfe Mari­ens teil­haf­tig zu wer­den. Auch hier muß man sich vor Über­trei­bun­gen hüten. Es ist nicht so, als ob wir durch unser Gebet zu Maria Gott gleich­sam umstim­men könn­ten, als ob er zunächst etwas ande­res beschlos­sen hätte, was aber dann auf­grund unse­res Gebe­tes zu Maria abge­än­dert wird. Nein. Wenn wir Maria um ihre Für­bitte anfle­hen, dann hat das fol­gen­den Sinn. Maria soll uns mit ihrer Liebe umfan­gen, sie soll uns ihrem Sohne vor­stel­len, sie soll uns geeig­net machen, das zu emp­fan­gen, was Gott von Ewig­keit her uns zu geben beschlos­sen hat. Die Men­schen wol­len durch ihre Gebete zu erlan­gen ver­die­nen, was Gott von Ewig­keit ihnen zu geben vor­ge­se­hen hat. Die Gebete wol­len also nicht Gott umstim­men, son­dern wol­len unser Herz bereit machen, das zu emp­fan­gen, was Gott von Ewig­keit uns zuge­dacht hat. In dem Rah­men die­ses Ver­ständ­nis­ses hat das Bitt­ge­bet seine große, seine uner­setz­li­che Auf­gabe. Denn Gott hat eben beschlos­sen, uns bestimmte Dinge nur auf unser Gebet hin zu geben. Seit Ewig­keit her ist es sein Plan, die­ses und jenes uns nur dann zu gewäh­ren, wenn wir beten, wenn wir glü­hend, wenn wir anhal­tend, wenn wir ver­trau­ens­voll beten. Also das Gebet wird nicht über­flüs­sig, weil Gott schon von Anfang an beschlos­sen hat, etwas zu geben, son­dern es ist die Bedin­gung dafür, daß uns Gott das geben kann, was er von Ewig­keit her geben wollte.

So wol­len wir also am Schluß unse­rer Pre­digtreihe über Maria unser gläu­bi­ges Ver­trauen zur Köni­gin des Him­mels erhe­ben. Wir wol­len uns erin­nern an die vie­len ergrei­fen­den Wall­fahrts­orte, die wir schon besucht haben. Wir wol­len unsere Liebe und unsere Hin­gabe zur Mut­ter des Hei­lan­des erneu­ern. Täg­lich soll von unse­ren Lip­pen und in unse­rem Her­zen der Ruf zu Maria erschal­len, jener ergrei­fende Ruf, der immer wie­der in Alt­öt­ting gebe­tet wird:

O Maria, hilf, o Maria, hilf doch mir!
Ein armer Sün­der kommt zu dir.
Im Leben und im Ster­ben
laß uns nicht ver­der­ben!
Laß uns in kei­ner Tod­sünd' ster­ben.
Steh uns bei im letz­ten Streit,
o Mut­ter der Barm­her­zig­keit.

Amen.


Mit freundlicher Genehmigung „Professor Georg May www.Glaubenswahrheit.org“

 


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