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Die Heilsbedeutung Mariens

Der unsichtbare Gott, der aus Maria in Jesus sichtbar geworden ist, läßt die Liebe Seines Herzens in den Sakramenten der Kirche, besonders in der heiligsten Eucharistie gegenwärtig und wirksam werden.

Die Heilsbedeutung Mariens

Gott hat Maria zu einem ein­zig­ar­ti­gen Dienst beru­fen. Sie sollte dem Erlö­ser den Weg in die Welt bah­nen. Maria wurde zu die­sem Zweck aus­ge­son­dert aus der gan­zen Mensch­heit; eine Auf­gabe wie sie hat kein zwei­ter Mensch zu erfül­len gehabt. Die Kir­che ist gewiß die Kir­che der Pro­phe­ten und der Apos­tel, aber in gewis­ser Hin­sicht über­ragt Mari­ens Dienst den der Pro­phe­ten und der Apos­tel, denn sie war es, in die Gott das Geheim­nis sei­ner Erlö­sung, den Logos, gelegt hat, auf daß er, Mensch gewor­den, die Mensch­heit und die ganze Welt von den Sün­den erlöse.

Die ein­zig­ar­tige Beru­fung Mari­ens bedingt auch ihre ein­zig­ar­tige Gestalt. Weil sie eine sol­che Auf­gabe hatte, des­we­gen wurde sie auch in beson­de­rer Weise für diese Auf­gabe aus­ge­rüs­tet. Sie ist von ihrer Auf­gabe völ­lig bean­sprucht. Die Mut­ter­schaft ist ja immer eine unge­heure Bean­spru­chung für eine Frau. Die Tat­sa­che, daß sie Mut­ter wird, prägt sie für das ganze Leben. Aber in Maria ist die Mut­ter­schaft noch gestei­gert dadurch, daß ihr Kind der Sohn Got­tes war.

Ein neuer Mensch wird geboren

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Das beson­dere Ver­hält­nis Mari­ens zu Gott


Gott hat Maria zu einem ein­zig­ar­ti­gen Dienst beru­fen. Sie sollte dem Erlö­ser den Weg in die Welt bah­nen. Maria wurde zu die­sem Zweck aus­ge­son­dert aus der gan­zen Mensch­heit; eine Auf­gabe wie sie hat kein zwei­ter Mensch zu erfül­len gehabt. Die Kir­che ist gewiß die Kir­che der Pro­phe­ten und der Apos­tel, aber in gewis­ser Hin­sicht über­ragt Mari­ens Dienst den der Pro­phe­ten und der Apos­tel, denn sie war es, in die Gott das Geheim­nis sei­ner Erlö­sung, den Logos, gelegt hat, auf daß er, Mensch gewor­den, die Mensch­heit und die ganze Welt von den Sün­den erlöse.

Die ein­zig­ar­tige Beru­fung Mari­ens bedingt auch ihre ein­zig­ar­tige Gestalt. Weil sie eine sol­che Auf­gabe hatte, des­we­gen wurde sie auch in beson­de­rer Weise für diese Auf­gabe aus­ge­rüs­tet. Sie ist von ihrer Auf­gabe völ­lig bean­sprucht. Die Mut­ter­schaft ist ja immer eine unge­heure Bean­spru­chung für eine Frau. Die Tat­sa­che, daß sie Mut­ter wird, prägt sie für das ganze Leben. Aber in Maria ist die Mut­ter­schaft noch gestei­gert dadurch, daß ihr Kind der Sohn Got­tes war. Sie ist so von die­ser Auf­gabe bean­sprucht, daß sie für keine andere mehr auf die­ser Erde in Frage kommt. Für diese Auf­gabe wurde sie geweiht und kon­se­kriert. Sie ist durch Gott für diese Auf­gabe in beson­de­rer Weise gehei­ligt wor­den, und des­we­gen heißt sie im Luka­sevan­ge­lium die Geseg­nete oder Gebe­ne­deite über alle ande­ren Frauen, die auf ihre Weise ja auch geseg­net und gebe­ne­deit sind.

Die beson­dere Wei­hung hat Maria in eine ein­zig­ar­tige Bezie­hung zum Hei­li­gen Geist gebracht. Denn es war der Hei­lige Geist, der in ihrem Schoße die mensch­li­che Natur Jesu berei­tet hat. Wenn­gleich alle Werke Got­tes nach außen der Tri­ni­tät gemein­sam sind, so wird doch die Men­schwer­dung in beson­de­rer Weise dem Hei­li­gen Geist zuge­schrie­ben, weil er die per­son­hafte Liebe von Vater und Sohn ist. Wegen ihrer beson­de­ren Bezie­hung zum Hei­li­gen Geiste heißt Maria „Braut des Hei­li­gen Geis­tes“. Diese Bezeich­nung will nicht irgend­wie in geschlecht­li­cher Weise ver­stan­den wer­den. Nein, das Wort „Braut des Hei­li­gen Geis­tes“ besagt nichts ande­res, als daß der Hei­lige Geist in freiem Schöp­fer­tum nach dem Ja Mari­ens in ihrem Schoße die mensch­li­che Natur Jesu gebil­det hat. Es ist dabei keine Seins­ver­wand­lung des gött­li­chen Logos gesche­hen, son­dern der Logos hat eine mensch­li­che Natur ange­nom­men. Er blieb, was er war, aber er nahm an, was er noch nicht hatte. Der Mythos spricht von Seins­ver­wand­lung, aber zwi­schen Offen­ba­rung und Mythos besteht ein unüber­brück­ba­rer Unter­schied, so wie zwi­schen Wirk­lich­keit und Sehn­sucht.

Durch die Bega­bung mit dem Hei­li­gen Geiste wurde Maria in ein­zig­ar­ti­ger Weise gehei­ligt. Der Hei­lige Geist kam nicht nur auf sie herab, um die mensch­li­che Natur Jesu zu bil­den, son­dern sie trug in ihrem Schoße den, der die Fülle des Geis­tes in sich barg. Es war ja vom Mes­sias ver­hei­ßen beim Pro­phe­ten Isaias, daß der Geist in Fülle auf ihm ruhen werde, der Geist der Weis­heit und der Wis­sen­schaft, des Ver­stan­des und des Rates, der Stärke, der Fröm­mig­keit und der Furcht des Herrn. Die­sen Geis­tes­trä­ger trug Maria in ihrem Schoße. Die letzte Erfül­lung mit dem Hei­li­gen Geiste frei­lich wurde ihr erst zuteil am Pfingst­fest. Da befand sie sich mit den Jün­gern in einem Ober­ge­mach, und der Hei­lige Geist erfüllte alle, die darin waren; ohne Zwei­fel Maria in ande­rer und gestei­ger­ter Weise gegen­über den ande­ren Anwe­sen­den.

Maria blieb frei­lich trotz die­ser Erfül­lung mit dem Hei­li­gen Geiste ein Geschöpf. Als Geschöpf blieb sie in die Geschlechter­reihe, die von Adam her­kommt, ein­ge­zo­gen. Maria blieb ein Glied der erlö­sungs­be­dürf­ti­gen Mensch­heit. Maria war erlö­sungs­be­dürf­tig wie alle ande­ren Men­schen auch. Diese Erlö­sungs­be­dürf­tig­keit hängt damit zusam­men, daß es nur einen ein­zi­gen gött­li­chen Heils­plan gibt. Es gibt nicht ver­schie­dene gött­li­che Heils­pläne, es gibt nur einen. Und in die­sen einen gött­li­chen Heils­plan ist Maria ein­be­zo­gen.

Die Erlö­sung geschah durch den Logos, durch den mensch­ge­wor­de­nen Got­tes­sohn. Er ist der ein­zige Mitt­ler zwi­schen Gott und den Men­schen. Er ist also auch der Mitt­ler zwi­schen Maria und Gott. Auch Maria wird durch ihren Sohn erlöst. Die Erlö­sung, die Maria zuteil wird, ist die Auf­nahme in das Sein in Chris­tus. Maria wird ihrem Sohne gleich­ge­stal­tet. Sie trägt das Bild ihres Soh­nes – in geist­li­cher Weise – an sich. Irdisch und mensch­lich gese­hen, trägt natür­lich Jesus die Züge sei­ner Mut­ter, aber geist­lich und über­na­tür­lich betrach­tet, trägt Maria die Züge ihres Soh­nes. Sie ist in Chris­tus; sie ist ein neues Geschöpf, weil sie ein­be­zo­gen ist in die Erlö­sung Jesu Christi. Und in die­sem Sinne kön­nen wir Maria auch als unsere Schwes­ter bezeich­nen; denn alle, die durch das Blut Jesu erlöst sind, sind Brü­der und Schwes­tern. So ist also auch Maria unsere und damit auch – geist­lich ver­stan­den – Jesu Schwes­ter.

Die Erlö­sung, die Maria zuteil wurde, ist in einer beson­de­ren Weise gesche­hen. Die Struk­tur ist die­selbe wie bei ande­ren, aber die Voll­zugs­weise ist ver­schie­den. Maria wurde in ande­rer Weise erlöst als die ande­ren Men­schen. Kein ande­rer Mensch wurde allein dadurch erlöst, daß Jesus Chris­tus ein Mensch gewor­den ist, daß er gelit­ten hat, gestor­ben und auf­er­stan­den ist. Maria allein wurde durch die Tat­sa­che der Men­schwer­dung, der Kreu­zi­gung und der Auf­er­ste­hung Jesu erlöst. Ihr Leben ist so innig mit dem mensch­ge­wor­de­nen Got­tes­sohn ver­knüpft, daß allein schon die Men­schwer­dung der hin­rei­chende Grund war, um sie zu einem erlös­ten Geschöpf zu bil­den. Maria ist die Erster­löste, und sie ist die Vol­l­er­löste.

Maria steht in einer beson­de­ren Bezie­hung zum Hei­li­gen Geist, auch in einer beson­de­ren Bezie­hung zu dem Erlö­ser Jesus Chris­tus, schließ­lich auch in einer beson­de­ren Bezie­hung zum Vater im Him­mel. Sie ist die Toch­ter des himm­li­schen Vaters. Alle Erlös­ten sind ja Kin­der Got­tes, sind Söhne und Töch­ter Got­tes; auch Maria ist des­we­gen ein Kind Got­tes und eine erlöste Toch­ter Got­tes. In die­sen Mai­ta­gen ver­eh­ren wir in beson­de­rer Weise Maria. Wir soll­ten in den Wochen des Mai jeden Tag die Lita­nei von der Mut­ter­got­tes beten, die Lau­re­ta­ni­sche Lita­nei. Da lesen wir all die herr­li­chen Anru­fun­gen, die Maria prei­sen, die Bezug neh­men auf ihre Funk­tion, die ihr von Gott über­tra­gen wurde, und auf die Aus­zeich­nung, die ihr zuteil ward. Wir kön­nen, wenn wir wol­len, die­sen Anru­fun­gen drei wei­tere hin­zu­fü­gen. Wir kön­nen sie anru­fen als die Braut des Hei­li­gen Geis­tes, als unsere Schwes­ter und als die Toch­ter des himm­li­schen Vaters. Wir kön­nen also zu ihr sagen:

Du Braut des Hei­li­gen Geis­tes,
bitte für uns!
Du unsere Schwes­ter im Him­mel,
bitte für uns!
Du Toch­ter des himm­li­schen Vaters,
bitte für uns!

Amen.
Mit freundlicher Genehmigung „Professor Georg May www.Glaubenswahrheit.org“
 
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